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Paris

Leidende Modeindustrie

26. Januar 2026
Christian Dior
Eine Kreation aus dem Haus Christian Dior (Keystone/AP/Aurelien Morissard)

In Paris findet diese Woche die «Haute Couture Week» statt, an der die grossen Modehäuser ihre Frühling/Sommer-Kollektionen zeigen. Die Pariser Modewochen sind immer ein Barometer für die allgemeine wirtschaftliche Stimmung im Land. Und die ist nicht gut. Über die Hälfte der Modehäuser erwarten, dass es in diesem Jahr weiter abwärts geht.

Dabei ist die Mode- und Bekleidungsindustrie ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Europa. Mit einem jährlichen Umsatz von deutlich über 300 Milliarden Euro steuert die Branche rund zwei Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Doch das Wachstum ist ins Stocken geraten. Die Unternehmen stehen unter erheblichem Kostendruck, während sich das Konsumverhalten der Kundinnen und Kunden grundlegend verändert.

Zusätzliche Belastungen entstehen durch die US-Zollpolitik: Europäische Mode- und Luxusgüter verteuern sich auf dem amerikanischen Markt, was die Nachfrage spürbar dämpft. Im Wettbewerb mit US-Produzenten geraten europäische Anbieter dadurch ins Hintertreffen. Gleichzeitig setzen steigende Energie- und Rohstoffpreise die Margen unter Druck – ein Problem, das vor allem kleinere Hersteller hart trifft.

Erschwerend kommt der internationale Konkurrenzdruck hinzu. Teile der Produktion werden zunehmend ins Ausland verlagert, insbesondere nach Asien und Nordafrika. Der europäische Mode- und Textilsektor leidet zudem unter Fachkräftemangel und einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen. Zwar sind steigende Löhne und höhere Anforderungen an Arbeitsbedingungen sozialpolitisch begrüssenswert, sie erhöhen jedoch ebenfalls die Kosten für die Unternehmen.

Auf der Nachfrageseite zeigt sich ebenfalls ein struktureller Wandel. Europäische Verbraucherinnen und Verbraucher geben insgesamt weniger Geld für Kleidung aus als früher. Besonders betroffen ist die jüngere Kundschaft: Ökonomischer Druck, Inflation, Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt und geringere Einkommen führen dazu, dass viele junge Menschen ihre Ausgaben deutlich reduzieren oder gezielt nach günstigeren Alternativen suchen. Der Trend zum Kauf von Second-Hand-Kleidung verstärkt sich entsprechend.

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