Direkt zum Inhalt
  • Politik
  • Kultur
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft
  • Medien
  • Über uns
close
Kommentar21

Klüger sein wollen

20. Juli 2015
Stephan Wehowsky
Die Unzufriedenheit mit der etablierten Politik ist zum demokratischen Normalfall geworden.

Entsprechend sinkt das Ansehen der Politiker. Von Zeit zu Zeit aber tun sich engagierte Bürgerinnen und Bürger zusammen, um dem herrschenden politischen Alltagstrott wirkliche Alternativen entgegenzusetzen. Nur selten geht das so gut wie bei den deutschen Grünen, die für ihren Erfolg aber nach und nach einen hohen Preis gezahlt haben und noch zahlen: Ihre Politiker sind inzwischen ebenso grau und etabliert wie die, gegen die sie mal angetreten sind.

Am rechten Rand wiederum prügeln sich die „Parteifreunde“ wie die Kesselflicker. Marine Le Pen und ihr Vater sind von wüsten Beschimpfungen inzwischen zu Gerichtsverfahren übergegangen, und die Alternative für Deutschland (AfD) hat sich gespalten. Frauke Petri hat Bernd Lucke ausgebootet. Der kluge Professor wollte sich dem rechten Populismus nicht beugen, hat die Partei verlassen und mit seinen nicht wenigen Anhängern die „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“, Alfa, gegründet. Ihr Hauptprogrammpunkt ist das ursprüngliche Kernthema der AfD: der Euro. Ihr Hauptkonkurrent dürfte die FDP sein.

Was lernen wir daraus? Man kann die Politik der deutschen Bundeskanzlerin und ihres Finanzministers, das Taktieren des Chefs der Eurogruppe, die Beschwörungsformeln des Präsidenten des Europaparlaments und die Formelkompromisse des Finanzgruppenchefs für kurzsichtig, widersprüchlich und verhängnisvoll halten. Aber bislang ist es nicht gelungen, dem etablierten Politikbetrieb mit einer konsistenten und durchsetzungsfähigen Alternative entgegenzutreten. Aus dieser Tatsache muss man nicht unbedingt auf die Weisheit der Regierenden schliessen, aber man sollte die Weisheit ihrer Kritiker auch nicht überschätzen.

Letzte Artikel

Doom Boom – viel Lärm um die Machina sapiens

Eduard Kaeser 20. September 2026

Den Elefanten im Raum nennt niemand

Carl Bossard 20. September 2026

Die KI, die in Gaza Zehntausende Menschen tötet

Ignaz Staub 20. September 2026

Pressefreiheit à la Trump

19. September 2026

Was Trump und Merz können, kann auch Meloni

Heiner Hug 19. September 2026

Ein Baukünstler im Südtirol

Fabrizio Brentini 19. September 2026

Newsletter abonnieren

Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter!

Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter!

Zurück zur Startseite
Journal 21 Logo

Journal 21
Journalistischer Mehrwert

  • Kontakt
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Newsletter
To top

© Journal21, 2021. Alle Rechte vorbehalten. Erstellt mit PRIMER - powered by Drupal.