Das Werk gehört nicht zu den beliebtesten, aber doch zu den am meisten bewunderten Johann Sebastian Bachs (1685–1750). Musiker aus der ganzen Welt sind immer wieder gefordert, zu diesem Zyklus Interpretationen zu finden, die etwas Neues zeigen.
Es gibt das Werk in sehr vielen instrumentalen Variationen, für Tasteninstrumente und in Orchestervarianten. «Die Kunst der Fuge» ist in den Jahren 1749 und 1750 entstanden, also kurz vor Bachs Tod. Experten sagen, es sei sein Testament in der Kunst der Polyphonie.
Die Partitur besteht aus 14 drei- und vierstimmigen Fugen und vier zweistimmigen Kanons. Alle Fugenarten sind dabei: einfache Fuge, Doppelfuge, Tripelfuge, Spiegelfuge und Kanon. Manchmal in Verkleinerung, Vergrösserung, mit eingefügten oder weggelassenen Noten. Es herrschen grosse Formenvielfalt sowie rhythmische und chromatische Differenzierung.
Im Erstdruck folgt auf den Contrapunctus 14 als letztes Stück noch eine Choralbearbeitung mit dem Titel «Wenn wir in höchsten Nöten», die aber nicht zur Kunst der Fuge gehört. Die Abfolge der Stücke ist bis heute umstritten.
Niemand, der Bach liebt und bewundert, kann um dieses Werk wegen dessen Komplexität einen Bogen machen.
Eine meiner bevorzugten Aufnahmen ist die des Pianisten Grigory Sokolov. Sie erschien 2004 bei Naiveclassique. Angefügt sind als Beispiele: Contrapunctus 1 mit der Exposition des Fugenthemas und Contrapunctus 9, in dem das Thema im Tempus vergrössert und etwas versteckt eingefügt ist.