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Kommentar

Die Rechnung für Crans-Montana

26. April 2026
Moritz Leuenberger
Moritz Leuenberger
Trauer
Schweigeminute in Crans-Montana: Hunderte Menschen versammeln sich nach der Brandkatastrophe und gedenken der 40 Toten und der 116 Verletzten. (Foto: Keystone/Alessandro della Valle)

Seit dem Neujahrstag ist die Schweiz auf die Anklagebank versetzt. Die Wunden bluten immer noch. Das Gewirr von Ursachen und Schuld ist noch längst nicht entflochten. Die Untersuchungen haben erst begonnen. Aber für anderes scheint die Zeit reif, zum Beispiel für den Versand einer Spitalrechnung nach Italien. 

Eine Rechnung zu versenden ist ein kommunikativer Akt. Wer kommuniziert, muss überlegen, was seine Mitteilung auslöst oder auslösen könnte. Er oder sie muss sich hineindenken in diejenigen, die die Mitteilung aufnehmen, denn Kommunikation ist Gemeinsamkeit. Jede und jeder ist zu diesem Denkprozess aufgerufen. Wir sind stolz, eine direkte Demokratie zu sein, wo alle Verantwortung für unser Land und seinem Ruf in der Welt tragen. 

Die Rechnung kommt aus der Schweiz. Äusserungen vom Gemeindepräsidenten von Crans-Montana wurden in der New York Times als «from a swiss official» kommentiert. Wer sich im Zusammenhang mit der Katastrophe in irgendeiner Form äussert, wird als Absender aus unserem Land wahrgenommen. Da nützen alle nachträglichen und belehrenden Ziselierungsversuche über unsere föderalistischen Kompetenzordnungen nichts mehr. 

Aus Italien melden sich die Premierministerin und der Aussenminister, bei uns ein Bundesamt. Unsere Koordination der Folgen dieser Katastrophe für die Opfer lässt immer noch auf sich warten. 

Die Rechnung für den Imageschaden zahlen wir alle.

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