Georg Friedrich Händel (1685-1759) hatte ein langes und reiches Leben in Deutschland, in Italien, vor allem auch in England. Er feierte grösste Erfolge als Opern- und Oratorienkomponist, ebenso als Schöpfer herrlichster Instrumentalmusik, vor allem für Orgel, Cembalo und Orchester.
Das Oratorium «L’Allegro, il Pensieroso ed il Moderato – Der Fröhliche, der Gedankenvolle und der Massvolle» entstand nach einem Libretto von Charles Jennins nach einem Text von John Milton aus dem Jahr 1632. Die Uraufführung von Händels Werk fand 1740 im Lincoln’s Inn Fields Theatre in London statt.
Das Werk war ein grosser Erfolg. Händel führte es öfters in London und bald auch in Dublin auf. Die drei Charaktere sind keiner einzelnen Stimme speziell zugedacht, sondern sie «wandern» zwischen den Stimmen.
Der Fröhliche geniesst den Tag in in der Natur, freut sich am Sonnenlicht, am Bauern- und Hirtenleben. Der Gedankenvolle, Nachdenkliche und Schwermütige neigt zu Kontemplation und will seine Zeit in der Stille der Nacht verbringen oder in einem Kloster und dem Gesang der Nachtigall lauschen. Der Massvolle will zwischen den Extremen vermitteln, Balance halten. «Gib diese Lust uns du, in ihr allein ist Glück und Ruh’.»
Das Oratorium enthält zahlreiche Bravourstücke aus Händels Feder, sowohl für die Stimmen wie für die Instrumente des Orchesters. Man weiss, dass Händel gegenüber der für ihn arbeitenden Musiker ein echter Pragmatiker war, der diese weder über- noch unterfordern wollte. In seinem eigenen Charakter war er eben Unternehmer, Patron und ein hoch inspirierter Künstler.
Ich empfehle hier die Aufnahme des Werkes mit Deborah York, Gemma Bertagnolli, Sara Mingardo, Nicholas Sears mit dem Concerto Italiano unter der Leitung von Rinaldo Akessandrini, erschienen 2001 bei Opus 111 in Paris.