Manches Musikwerk verdankt seine Popularität auch seiner Verwendung im Film. So hat das einschmeichelnde Adagietto dieses Werks die Musik Gustav Mahlers Millionen von Menschen nahegebracht, die sonst mit klassischer Musik wenig Umgang haben.
Hier war es Luchino Viscontis Film «Tod in Venedig» aus dem Jahr 1971, der für die Beliebtheit von Mahlers Musik sorgte. Doch die anderen Sätze dieser Musik überragen dieses «Schmankerl» fürs Ohr noch bei weitem.
Mahlers Fünfte entstand in den Jahren 1901 bis 1902. Die Instrumentierung überarbeitete Mahler noch in den Folgejahren 1903 und 1904 und dann nochmals in Mahlers Todesjahr 1911. Die Uraufführung der Sinfonie fand im Oktober 1904 unter Leitung des Komponisten in Köln statt.
Der erste Satz ist ein Trauermarsch, wie Mahler schreibt: «In gemessenem Schritt, wie ein Kondukt». Ein Kondukt ist ein Trauergeleitzug von der Aufbahrung bis zum Grab. Der Satz ist gekennzeichnet auch durch «stürmische Vehemenz», durch einen feierlichen Choral und eine Coda, die den Satzbeginn aufgreift.
Nun folgt ein Scherzo, ein Gegensatz zum eher düsteren ersten Satz. Ein unbeschwertes Fanfarenmotiv, ein Ländlerthema, ein Walzermotiv, Streicher als Pizzicato-Begleitung. Mit einem fulminanten Satzende.
Darauf folgt das schon erwähnte Adagietto – geradezu der Ruhepunkt der Sinfonie. Der Satz wurde oft als eine Liebeserklärung Mahlers an seine Frau Alma gedeutet. Dass hier Liebe zur Darstellung kommt, ist auch für jeden heutigen Hörer evident.
Die Sinfonie endet mit einem «Rondo finale», das sich zum «Allegro giocoso» steigert und alles in einen mitreissenden Taumel zieht.
Meine Lieblingsaufnahme ist die von Leonard Bernstein mit dem New York Philharmonic Orchestra aus dem Jahr 1956. Inzwischen gibt es zahlreiche neue Aufnahmen, weil beinah jedes Spitzenorchester der Welt so etwas wie ein «Projekt Mahler» auf dem Programm hat.