Bei den amerikanischen und israelischen Angriffen wurde nur der oberste iranische Führer, sondern auch höchste Militärkommandanten getötet. So Generalmajor Abdolrahim Mousavi, der oberste Militärführer, Moahammad Pakpour, der Chef der iranischen Revolutionsgarden und weitere Führungskräfte.
Laut der iranischen Zeitung Hamshahri wurde Moahammad Pakpour ersetzt durch General Ahmad Vahidi. Er war iranischer Verteidigungsminister und später Innenminister, bis Präsident Ebrahim Raisi 2024 bei einem Helikopterabsturz ums Leben kam. Seit November 2025 ist er stellvertretender Stabschef der iranischen Streitkräfte.
Vahidi leitete zuvor die Quds-Truppe der Revolutionsgarde und wird verdächtigt, an der Planung des Bombenanschlags auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires im Jahr 1994 beteiligt gewesen zu sein, bei dem 85 Menschen ums Leben kamen. Er wird von Interpol gesucht. Im April 2024 erneuerte Argentinien seinen Antrag auf einen Haftbefehl gegen ihn
Khamenei in seiner Residenz getötet
Die israelische Armee (IDF) bestätigt am Sonntag, dass Ali Khamenei bei einem israelischen Angriff auf die Residenz in Teheran des obersten iranischen Führers getötet wurde. Er habe sich bei dem Angriff in Gesellschaft zahlreicher iranischer Spitzenpolitiker und Würdenträger befunden.
Laut der New York Times hat die CIA Khameinis Spur während Monaten verfolgt. So habe sie Kenntnisse über seine Gewohnheiten und Aufenthaltsorte gewonnen. So erfuhr sie, dass Khameini am Samstagmorgen in einer Residenz im Zentrum von Teheran ein Treffen mit hochrangigen iranischen Vertretern einberief. Diese Erkenntnis gab den Ausschlag zum Beginn der amerikanischen und israelischen Angriffe.
Gemäss der israelischen Zeitung «Times of Israel» habe es sich bei dem Angriff um eine «präzise, gross angelegte Operation der israelischen Luftwaffe» gehandelt.
Weitere Todesopfer
- Ali Shamkhani – Sekretär des Sicherheitsrates und Berater Khameneis
- Aziz Nasirzadeh – Irans Verteidigungsminister (ehemaliger Luftwaffenkommandeur).
- Hossein Jabal Amelian – Leiter der Organisation für Defensive Innovation und Forschung (SPND).
- Reza Mozaffari-Nia – ehemaliger Leiter des SPND.
- Saleh Asadi – Senior-Regime-Geheimdienstoffizier.
Weitere israelische Angriffe
Laut israelischen Angaben haben die israelischen Verteidigungskräfte IDF am Sonntag eine neue Welle von Angriffen «im Herzen Teherans» durchgeführt.
Weitere iranische Vergeltung
Auch Iran startete neue Angriffe auf amerikanische Militärstützpunkte und Ziele in Israel sowie der gesamten Region. Explosionen werden aus Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Bahrein, Oman, Kuweit und dem Irak gemeldet. Der Flugverkehr in der Region ist grösstenteils lahmgelegt.
Verminung der Strasse von Hormuz
Die USA rechnen damit, dass Iran versuchen wird, die Strasse von Hormuz zu verminen. Das würde zu einer weltweiten Ölknappheit mit steigenden Ölpreisen führen. Durch die Strasse von Hormuz wird ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung transportiert. Die US-Seeschifffahrtsbehörde riet Schiffen, die Strasse zu meiden. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, die Passage sei für den kommerziellen Verkehr unsicher.
Angriff auf Öltanker
Iran hat vor der Küste Omans einen Öltanker angegriffen. Dies teilte am Sonntag das maritime Sicherheitszentrum des Oman mit. Vier Menschen wurden verletzt und die gesamte 20-köpfige Besatzung wurde evakuiert, hiess es. Das Schiff heisst «Skylight» und fuhr unter der Flagge von Palau, einem kleinen Inselstaat im westlichen Pazifik.
Angriff auf das staatliche iranische Fernsehen
Israel hat einen Grossangriff auf das staatliche iranische TV-Gebäude in Teheran begonnen. Dies berichtet der saudische Fernsehsender Al-Arabiya.
Feiern in Teheran
Zehntausende Menschen strömten schon am Samstag auf die Strassen Teherans und anderer Städte, um den Tod Khameneis zu feiern. Da und dort wurde Feuerwerk gezündet und laut persische Tanzmusik erklang. An mehreren Orten tanzen Frauen ohne Kopfbedeckung.
Andererseits: Trauer in Teheran
Aufnahmen der iranischen staatlichen Nachrichtenagentur WANA zeigten, wie sich am Sonntagmorgen grosse Menschenmengen auf dem Enghelab-Platz in Teheran zu einer Massen-Trauerfeier versammelten. Gruppen von weinenden Menschen schwenkten iranische Flaggen und hielten Fotos von Khamenei hoch, während aus Lautsprechern Trauergesänge und Reden erklangen. Ähnliche Videos tauchten auch aus anderen Städten auf, beispielsweise aus Isfahan.
Chaos?
Die Tötung Khameneis und zahlreicher weiterer Führungskräfte könnte nach Ansicht von Nahost-Analysten zu einem Machtvakuum führen und die ohnehin schon turbulente Region in ein Chaos stürzen. Die New York Times schreibt am Sonntag: «Analysten warnen davor, dass die Kämpfe die Vereinigten Staaten in einen langwierigen Konflikt ohne klares Ende hineinziehen könnten. Die iranische Führung verfügt über umfangreiche militärische Kapazitäten und ein Netzwerk regionaler Stellvertreterkräfte, die dazu beitragen könnten, den Widerstand aufrechtzuerhalten.»
Trump: «Ziel ist Frieden auf der ganzen Welt»
Präsident Trump erklärte in den sozialen Medien, dass die US-Angriffe «die ganze Woche über oder so lange wie nötig fortgesetzt werden, um unser Ziel des FRIEDENS IM GESAMTEN NAHEN OSTEN UND IN DER GANZEN WELT zu erreichen!»
Wie lange hält Iran durch?
Der israelisch-iranische Zwölftagekrieg hatte Iran bereits wesentlich geschwächt. Analysen fragen sich nun, wie lange Iran seine Vergeltungsschläge fortsetzen kann und inwieweit die US-amerikanisch-israelischen Angriffe die iranischen Kapazitäten geschwächt haben.
Putin kondoliert
Der russische Präsident drückte dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian sein «tiefstes Beileid» zum Mord an Ali Khamenei aus. Der Mord, so Putin in einer russischsprachigen Erklärung auf der Website des Kremls, sei «in zynischer Verletzung aller Normen der menschlichen Moral und des Völkerrechts begangen worden». Khamenei werde in Russland als «herausragender Staatsmann» in Erinnerung bleiben, der persönlich dazu beigetragen habe, die russisch-iranischen Beziehungen «auf die Ebene einer umfassenden strategischen Partnerschaft» zu heben. Es war Putins erste öffentliche Stellungnahme seit Beginn der Angriffe auf Iran.
(wird aktualisiert)
Journal 21 mit Associated Press, New York Times, CNN, Al-Jazeera, Haaretz