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Jazz

Gary Burton und Chick Corea jüngst im Duett im Casino Basel

29. März 2011
Dagmar Wacker
Wenn zwei Musikerlegenden aufeinander treffen, so ist das Resultat nicht zwangsläufig etwas völlig Neues. Doch wenn Vibraphonist Gary Burton und Pianist Chick Corea zusammenspielen wie unlängst in Basel, so gelingt es den beiden Jazzern, eine komplexe Musik herbeizuzaubern, die ihren jeweiligen Ursprung hinter sich lässt und überhöht.

Chick Corea and Gary Burton spielten mit „Crystal Silence“’ and „‚Duets“ zwei Grammy gewinnende grossartige Alben ein. Nun waren Pianistenlegende Corea und Vibraphonzauberer Burton am Freitagabend im Casino Basel: Zwei grosse Meister, zwei Lead-Instrumente. Die grosse Frage: Wer führt? Die Antwort: Keiner. Sie verdichteten.

Chick Corea und Gary Burton (Bild: Dagmar Wacker)
Chick Corea und Gary Burton (Bild: Dagmar Wacker)

Beide nun fast 70-jährigen Musiker haben im Laufe ihres Musikerlebens vielfältige und sehr verschiedenartige Einflüsse erfahren und assimiliert: Country, Rock, Bossa Nova, Funk, Tango und Mozart zum Beispiel. Das macht ihre Musik so ideenreich. Dazu kommt ihre Virtuosität. Corea produziert so viele Töne, dass man glaubt er, besitze an jeder Hand zehn Finger. Burton bearbeitet sein Instrument statt mit zwei gleich mit vier Mallets. Die resultierende Musik ist äusserst komplex und sehr anspruchsvoll für jeden Zuhörer, der nicht vier Ohren und keine zwei Gehirne hat. Wie bei zeitgenössischer Musik wird der Hörer beim Hören sehr gefordert.

Doch was bekommt er dafür: ein Feuerwerk an Ideen, Variationen, auditiven Angeboten, musikalischen Farbschattierungen und Stilen. Ein Geschenkpaket so dicht geschnürt, dass es Zeit braucht, dessen Komponenten auseinander zu dividieren, zu geniessen und zu verdauen. Der Kopf schwirrt und das Herz ist leicht.

Nach dem Konzert schlängelt man sich wortlos durch die jubelnde Menge und rettet diese Eindrücke in die Stille der Nacht. Man braucht Zeit und Ruhe diese Eindrücke nochmals abzuspielen, genauer anzuschauen, nachzuhören, sich hinein zu fühlen. Und man freut sich auf die Konzertwiederholung auf DRS2. Und vielleicht auf einen Tonträger, der es erlaubt, diese Musik immer wieder abzuspielen und jedes Mal Neues darin zu entdecken.

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