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Zwischenwahlen

Die blaue Flut – eine Bildgeschichte

6. November 2026
Heiner Hug
Washington Sonnenaufgang
(Keystone/AP/Allison Robbert)

Dienstag, 3. November 2026: Über dem Kapitol in Washington geht die Sonne auf. Der Tag wird in die Geschichte eingehen. Die Meinungsumfragen versprechen Donald Trump nichts Gutes.

Donald Trump
Gelingt es Trump und seinen Republikanern, das Steuer doch noch herumzureissen? Wird sein Flehen um den Sieg doch noch erhört? Das Bild zeigt ihn an der letzten Wahlveranstaltung in Dubuque in Iowa (Keystone/AP/Charlie Neibergall)
Washington, Stimmabgabe
Um 11.00 Uhr Schweizer Zeit öffnen die ersten Wahllokale. Im Emery Heights Community Center in Washington gibt eine Frau ihre Stimme ab. (Keystone/AP/Jacquelyn Martin)
Detroit
Ein Wahllokal in Detroit, Michigan. Fast immer muss die Partei, die an der Regierung ist, bei den Midterm-Wahlen arg Federn lassen. Und jetzt? Wie stark werden die regierenden Republikaner einbrechen? Fünf Themen dominierten den Wahlkampf: Der Krieg im Nahen Osten, die Lebenshaltungskosten, Trumps Selbstbereicherung und Korruption sowie die Rechenzentren der Tech-Milliardäre. Auch die ICE-Abschiebungspraxis ging vielen Amerikanern und Amerikanerinnen zu weit. (Keystone/EPA/Sarah Yensel)
Rubio
Noch sind sie voller Hoffnung: Aussenminister Marco Rubio (links) und Markwayne Mullin, der Minister für innere Sicherheit. (Keystone/EPA/Aaron Schwartz)

TEXAS

Texas
Dann, kurz nach Schliessung der Wahllokale bricht im demokratischen Hauptquartier in Austin, in Texas, ohrenbetäubender Jubel aus. Es ist das erste Mal seit 1988, dass die Demokraten in der republikanischen Hochburg Texas gewinnen. (Keystone/AP/Ashely Landis)
Texas
Die grossen Fernsehstationen prophezeien einen klaren Sieg des demokratischen Senatskandidaten James Talarico. Steve Bannon hatte einst gesagt, wenn Texas verloren geht, geht alles verloren. (Keystone/EPA/Richard Rodriguez)
Texas Senat
James Talarico gilt als Shooting Star der Demokraten. Er war Lehrer und hat Theologie studiert und gilt als gemässigt. Während Trump die Demokraten als Kommunisten verfluchte, ging Talarico zu den Menschen und sprach über ihre täglichen Nöte. (Keystone/AP/Eric Gay)
Texas Paxton
Trump hatte alles getan, um seinen Freund, den von Skandalen verfolgten Generalstaatsanwalt Ken Paxton, zum Sieg zu verhelfen. Schon kurz nach Bekanntwerden der ersten Ergebnisse gesteht Paxton seine Niederlage ein. (Keystone/EPA/Laura Brett)
Texas
Der Sieg von James Talarico kündigt einen landesweiten blauen Tsunami an. Doch ebenso wichtig wie der Erfolg von James Talarico ist der Sieg von Gina Hinojosa, der Kandidatin für den texanischen Gouverneursposten. Sie hat den Oligarchen und Tech-Milliardären den Kampf angesagt. Elon Musk war ihr Hauptgegner. «Wir holen uns Texas zurück», erklärte sie immer wieder. Für Musk steht nun viel auf dem Spiel. Er zog 2020 von Kalifornien nach Texas, verlegte die Zentralen von Tesla und SpaceX hierher und baute grosse Produktionsstätten. Seine Unternehmen profitieren unter anderem von Steuernachlässen und Millionenzuschüssen. (Keystone/AP/Ashley Landis)
Texas
Jubel bei den Anhängern von Gina Hinojosa. Die Republikaner gaben 280 Millionen Dollar für den Wahlkampf in Texas aus. Das meiste Geld steuerte Elon Musk bei. Für Gina Hinojosa standen nur 38 Millionen zur Verfügung. Nicht alles kann man mit Geld kaufen. (Keystone/AP/Ashley Landis)
Texas
Das erfolgreiche demokratische Duo: Gina Hinojosa und James Talarico. (Keystone/AP/Eric Gay)
Gina Hinojosa
Zum letzten Mal hatte 1990 eine Demokratin in Texas die Gouverneurswahlen gewonnen. Und jetzt also Gina Hinojosa. Sie fordert einen Baustopp für Rechenzentren. Texas ist der zweitgrösste Bundesstaat der USA und hat sich zu einer weltweit führenden Region für Rechenzentren entwickelt. In der Bevölkerung wächst der Widerstand wegen des hohen Strom- und Wasserverbrauchs ​sowie möglicher Umweltschäden. «Wem gehört Texas», ruft sie, «dem Volk oder den Milliardären? Gehört Texas Elon Musk?» (Keystone/AP/Eric Gay)

MICHIGAN

Michigan El-Sayed
Und es geht weiter. In Michigan gewinnt Abdul El-Sayed, ein Mediziner, die höchst umstrittenen Senatswahlen klar. El-Sayed, hier mit seiner Frau Sarah Jakuku, während seiner Siegesrede in Detroit, ist damit der erste muslimische Senator. Er gehört dem linken Flügel der Demokraten an und ist ein offener Israel-Kritiker. Trump verunglimpfte ihn als Jihadisten und Kommunisten. Erfolglos. (Keystone/AP/Julia Demaree Nikhinson)
Haley Stevens
Die demokratische Abgeordnete Haley Stevens hatte sich wenige Stunden vor der Wahl von ihrer Partei abgewandt und empfahl den republikanischen Kandidaten statt El-Sayed. Ohne Erfolg. Damit hat Stevens ihre Zukunft bei den Demokraten wohl verspielt. (Keystone/AP/Jose Juarez)

HÄME IN IRAN

Iran
Kurz nach Bekanntwerden der ersten Ergebnisse beginnt man in Iran über Trump zu spotten. Das Bild zeigt eine riesige Plakatwand in Teheran, auf der Steve Witkoff, Donald Trump, Benjamin Netanjahu und JD Vance wenig vorteilhaft abgebildet sind. (Keystone/AP/Vahid Salemi)
Iran
In den Strassen Teherans versammeln sich Tausende zu anti-amerikanischen Kundgebungen (Keystone/EPA/Abedin Taherkenareh)
Iran
Teheran. Inzwischen liessen die Iraner durchblicken, dass sie gegenüber dem angeschlagenen Trump noch resoluter und mit neuen Forderungen auftreten werden. (Keystone/EPA/Abedin Taherkenareh)

TRUMPS NEUER HAUPTGEGNER

Hakeem Jeffries
An ihm werden sich Trump und die Republikaner die Zähne ausbeissen. Der 56-jährige Hakeem Jeffries, der im Januar vermutlich der erste afroamerikanische Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses und damit der drittmächtigste Mann im Staat wird, gehört zu den aggressiven Trump-Gegnern und nimmt kein Blatt vor den Mund. Er, ein Moderater, hat nun die Aufgabe, die ideologisch völlig verschiedenen Strömungen in der demokratischen Partei zusammenzuführen. Das wird nicht einfach sein. (Keystone/EPA/Emily Curiel)
Schumer
Chuck Schumer, der frühere demokratische Senatspräsidentent könnte dieses Amt nun wieder übernehmen. Mit 52 Sitzen haben die Demokraten wieder die Mehrheit im Senat errungen. «Die Zeiten, in denen der Senat Trump die Stiefel leckte, sind vorbei», sagt Schumer. Ihm wird vorgeworfen, als Minderheitsführer ab und zu mit den Republikanern paktiert zu haben. (Keystone/AP/Allison Robbert)
Freude
Der Demokrat Gregory Meeks, Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des US-Repräsentantenhauses an einer Wahlparty in Washington. (Keystone/AP)
Washington
Je mehr Ergebnisse bekannt werden, desto mehr wird deutlich, dass die Republikaner und vor allem Trump eine saftige Klatsche erlitten haben. Grund sind nicht nur der Iran-Krieg und die steigenden Lebenshaltungskoten, sondern auch die Arroganz und der Grössenwahn eines irrlichternden egomanischen Präsidenten. Die Amerikaner und Amerikanerinnen wollen keinen Kaiser Nero, der sich über Recht und Gesetz hinwegsetzt. Es ist, als ob in dieser Wahlnacht die Wut und der Frust über ihren zügellosen, sich selbst bereichernden Präsidenten aufbrechen und sich in einen Freudentaumel verwandeln. (Keystone/EPA/Jim Lo Scalzo)

KANSAS

Kansas
Hart umstritten war auch Kansas. Seit 1932 war der Bundesstaat fest in republikanischer Hand. (Keystone/AP/Charlie Riedel)
Kansas
Jetzt schaffte der demokratische Kandidat Adam Hamilton den Einzug in den Senat. Jetzt steht fest: Die Demokraten haben den Senat gewonnen. (Keystone/AP/Charlie Riedel)

MINNESOTA

Minnesota
Die aus Somalia stammende US-amerikanische Aktivistin und Politikerin der Demokratischen Partei, wurde im Wahlkampf von den Republikanern äusserst hart und teils rassistisch angegangen. Trotzdem schafft sie den Einzug ins Repräsentantenhaus erneut. (Keystone/AP/Abbie Parr)

SOUTH CAROLINA

South Carolina
Auch South Carolina war ein tiefrotes republikanisches Bollwerk. Jetzt nicht mehr. Überraschend klar gewann hier die demokratische Kandidatin Annie Andrews den frei gewordenen Senatssitz. (Keystone/AP/Mic Smith)
South Carolina
Jubel bei den Demokraten in South Carolina. Es ist das erste Mal seit 1998, dass die Demokraten in South Carolina gewinnen. (Keystone/AP/Mic Smith)

OHIO

Ohio
Auch in Ohio, dem Bundesstaat von Vizepräsident JD Vance, einer traditionell republikanischen Bastion, siegt ein Demokrat bei den Senatswahlen: Sherrod Brown (Keystone/AP/Carolyn Kaster)
Ohio
Tim Husted, der bisherige republikanische Senator von Ohio, wurde abgewählt. Seine Frau nimmt es mit Fassung. (Keystone/AP/Sue Ogrocki)

LOS ANGELES

Los Angeles
Die Demokratin Nithya Raman tanzt mit ihren Freunden im Greek Theater. Die aus Indien stammende Stadtplanerin wird zur Bürgermeisterin der Millionenstadt Los Angeles gewählt. (Keystone/EPA/Chris Torres)

MAINE

Maine
Auch der Bundesstaat Maine stand auf der Kippe. Auch hier wird ein Demokrat in den Senat gewählt: Troy Jackson. Das Bild zeigt ihn bei seiner Siegesrede in Portland, Maine (Keystone/AP/Robert F. Bukaty)

TENNESSEE

Tennessee
Und auch in Memphis, im traditionell roten Tennessee freuen sich die Demokraten über die Wahl des demokratischen Kandidaten ins Repräsentantenhaus. (Keystone/AP/Kevin Wurm)

GEORGIA

Georgia
Seit langem waren die Augen auf Georgia gerichtet. Hier kandidierte der Demokrat Jon Ossoff für den Senat – mit Erfolg. Ossoff gilt als einer der aussichtsreichsten Anwärter auf die demokratische Präsidentschaftskandidatur in zwei Jahren. (Keystone/AP)
Georgia
Jon Ossoff, ein früherer Investigativjournalist, gehört zu den bissigsten Gegnern von Donald Trump und legt dessen skandalöse Amtsführung immer wieder offen. (Keystone/AP/Ryan Murphy)

IOWA

Iowa
Und selbst in Iowa gewinnen die Demokraten: Josh Turek, hier bei seiner Dankesrede in Des Moines, entreisst den Republikanern einen Senatssitz. (Keystone/AP/Ellen Schmidt)

ALASKA

Alaska
Auch das traditionell rote Alaska erlebt einen Stimmungsumschwung. Die Demokratin Mary Peltola, hier in Anchorage, wird in den Senat gewählt. (Keystone/AP/Lindsey Wasson)
Obama
Während andere frühere Präsidenten sich eher zurückhielten, legte sich Barack Obama für seine Demokraten mit Wucht ins Zeug. Das Bild zeigt ihn an einer Wahlveranstaltung in Cleveland. (Keystone/AP/Sue Ogrock)

DER TAG DANACH

Trump
Und wie reagiert der grosse Verlierer? Donald Trump besucht am Tag nach der Wahl die Baustelle des neuen Ballrooms im Weissen Haus und signiert Schutzhelme der Arbeiter. Zuvor sagte er, er werde mit den Demokraten zusammenarbeiten. Vor der Wahl hatte er noch erklärt, bei einer Niederlage werde er alles, was die Demokraten vorhätten, mit einem Veto blockieren. (Keystone/AP/Alex Brandon)
Veto
Auf seinem Schreibtisch im Weissen Haus sahen Reporter eine Mütze mit der Aufschrift VETO. (Keystone/EPA/Jim Lo Scalzo)
Trump
Trump am 5. November im Oval Office: müde, ausgelaugt. Der Lack ist ab. Der Trump-Kult neigt sich dem Ende zu. Doch es ist nicht anzunehmen, dass der Abgestrafte die Lektion dieser Wahlen verstanden hat. Als «lame duck» sieht er sich nicht. Er wird wohl weiterhin provozieren und die Welt in Atem halten. Vielleicht werde das verletzte Tier jetzt erst recht wie ein Wahnsinniger um sich schlagen, fürchtet ein Fernsehkommentator. (Keystone/Alex Brandon)

NICHTS GELERNT

Stephen Miller
Zwei Tage nach seiner Niederlage ernennt Trump den 41-jährigen Stephen Miller zum neuen Stabschef. Miller ist ein rabiater Ideologe und radikaler Xenophobe. Das Bild zeigt ihn (links) mit Marco Rubio am Freitag vor dem Weissen Haus in Washington. Mit der Ernennung Millers zeigt Trump, dass er seinen bisherigen brachialen Kurs fortsetzen will. Die Demokraten bezeichnen Miller als «Hassschürer». Chuck Schumer, der voraussichtlich Senatsmehrheitsführer werden wird, sagte, Trump habe «nichts aus seiner historischen Niederlage gelernt» und hätte «keine schlechtere Wahl treffen können», als Miller zu befördern. (Keystone/EPA/Aaron Schwartz)
Kapitol
Nach geschlagener Schlacht: Das Kapitol, Sitz des Senats und des Repräsentantenhauses. Werden die verschiedenen Flügel der demokratischen Partei sich jetzt zusammenraufen? Wird es ihnen gelingen, gemeinsam ein Rezept gegen den vom Sockel gestossenen Kaiser zu finden? Wie weit können die Demokraten Trump jetzt bremsen, zähmen und züchtigen? (Keystone/AP)

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