Marc-Antoine Charpentier (1643–1704) war ein französischer Barockkomponist aus der Zeit von Louis XIV. Bei den Jesuiten fand er eine Anstellung als Kapellmeister. Er erfand eine Methode der Einordnung seiner Werke nach einem System, das er «Énergie des modes» nannte. Dieses sollte die bestimmten Stimmungen in der Musik regeln.
Sein Werk umfasst etwa 550 Titel in allen Musikgattungen. Darunter Opern, Pastoralen, Kirchenmusik wie Messen, Vertonungen des «Te Deum». Unter diesen befindet sich auch jenes, das wir aus dem Fernsehen als die Einstimmungsmusik von Eurovisonssendungen kennen.
Das Werk, dem wir uns hier widmen, ist eine vierchörige Messe mit eingefügter Orgel- und Orchestermusik, die um 1670 entstand. Ein sehr eindrucksvolles Werk, das die Kunst der Polyphonie so in den Kirchenraum brachte, wie man es in Frankreich wohl noch nie von einem französischen Komponisten gehört hatte. Es gibt darin hochinteressante Wechsel zwischen Solisten und Chören. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus, was Charpentier seinem Publikum an Kirchenmusik zumuten wollte.
Die Aufnahme, die ich empfehle, erschien 1991 bei Erato France. Unter der Leitung von Jean-Claude Malgoire singen Chöre und Solisten von Radio France. An der Orgel hören wir Odile Bailleux.