Die Debatte um den Ausstieg aus dem Ausstieg aus der AKW-Technologie kommt zu früh. Es fehlen Prognosen über den Anstieg des Verbrauchs durch zusätzliche KI-Rechenzentren sowie über die Folgen von deren zusätzlichem Kühlwasserverbrauch für die Energieversorgung.
Derzeit diskutiert der Nationalrat über die Aufhebung des AKW-Verbotes. Auslöser ist die durchaus berechtigte Furcht vor einer Knappheit elektrischer Energie.
Gleichzeitig werden in der Schweiz Rechenzentren für die KI der Tech-Giganten bewilligt oder sind bereits in Betrieb. Dass solche Rechenzentren nur mit enorm viel elektrischer Energie betrieben werden können, scheint für Bau- und Betriebsbewilligungen kein Kriterium zu sein. Nun könnte man sagen, eben deshalb brauche es auch AKW. Doch auch diese Rechnung geht nicht auf. Als Ergebnis führte sie unvermeidlich zu einer sehr starken Verteuerung des elektrischen Stroms für alle.
Dazu kommt, dass solche Rechenzentren ebenso enorme Mengen an Kühlwasser benötigen. Während man elektrischen Strom mit zusätzlicher Produktion theoretisch und technisch noch beschaffen kann, trifft dies für Wasser nicht zu. Der Wasserhaushalt ist definitiv begrenzt ohne Möglichkeit, zusätzliche Quellen zu erschliessen. Just im Winter ist das für die Erzeugung elektrischer Energie benötigte Wasser knapp. Gleichzeitig brauchen alle mehr Strom zum Heizen. Diese Energierechnung kann nicht aufgehen.
Es ist daher widersinnig, bereits jetzt über die Aufhebung des AKW-Verbotes zu debattieren. Auch ohne Verletzung des Satzes «gouverner c’est prévoir» sollten zuerst die Verbrauchsrechnungen gemacht werden, die es für die Diskussion benötigt.
Das Verbot grosser Rechenzentren wäre eine in jeder Hinsicht günstigere, umweltfreundlichere und nachhaltigere Lösung.