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Grossbritannien

Boris Johnson: der Anfang vom Ende

8. Juli 2022
Journal21
Boris Johnson
Der britische Premierminister Boris Johnson tritt als Parteichef der Konservativen zurück. Sobald ein Nachfolger gefunden worden sei, werde er auch als Premierminister zurücktreten, sagt er. Johnson verstiess mehrmals gegen Corona-Auflagen («Partygate-Affäre»). Zudem wurde ihm Vetternwirtschaft vorgeworfen. Zum Verhängnis wurde ihm auch, weil er Chris Pincher, den stellvertretenden «Chief Whip» verteidigte. Pincher hatte in angetrunkenem Zustand zwei Männer sexuell belästigt. Mehrere Minister wandten sich anschliessend von Johnson ab, unter anderem Schatzkanzler Rishi Sunak und Gesundheitsminister Sajid Javid. (Foto: Keystone/AP/Frank Augstein)

Der britische Premierminister Boris Johnson verkündet am 7. Juli 2022 in der Downing Street seinen Rücktritt als Vorsitzender der Konservativen Partei. (Keystone/EPA, Tolga Akmen)

Johnson trat als Vorsitzender der Tory-Partei zurück, nachdem er die Unterstützung in seiner eigenen Regierung und Partei verloren hatte. Zugleich hat er erklärt, dass er bis zur Wahl eines Nachfolgers, die voraussichtlich im Herbst stattfinden wird, im Amt des Premierministers bleiben wolle.

Mehrere Exponenten der Konservativen Partei widersetzen sich dieser Absicht des Noch-Premiers. Es kann sein, dass es bald zu einem erneuten Misstrauensvotum gegen Johnson kommt, das ihn, wenn es die Mehrheit bekäme (was anzunehmen ist), sogleich aus Downing Street 10 entfernen würde.

Nach einer langen Reihe von Skandälchen und Skandalen war es schliesslich die Affäre Pincher, die das Fass zum Überlaufen brachte. Johnson hatte das Unterhausmitglied Chris Pincher mit einem Regierungsposten betraut, obschon er wusste, dass gegen diesen ein Verfahren wegen sexueller Übergriffe hängig ist. Johnson hatte dies abgestritten – was dann eben die eine Lüge zu viel war.

Am Donnerstag verliessen Kabinetts- und Regierungsmitglieder gleich scharenweise ihre Posten. Um Johnson wurde es einsam, und am Mittag sah er ein, dass seine Stellung unhaltbar geworden ist.

Offenbar versucht Boris Johnson nun auf Zeit zu spielen. Falls er sich tatsächlich bis im Oktober ans Amt des Premiers klammern könnte, käme ihm eventuell das Gerangel um seine Nachfolge zugute. Falls die Partei sich nicht einigen könnte, bekäme er – so offenbar seine Spekulation – eine zweite Chance.

(Der Artikel wurde am 7.7.2022 in kürzerer Form als «Bild des Tages» bereits veröffentlicht.)

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