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Prix Courage

... ausgerechnet die Deutschschweizer

10. September 2011
Journal21
Der mit 25‘000 Franken dotierte Prix Courage-Jury-Preis geht dieses Jahr an vier Jurassier. Sie haben sich erfolgreich gegen eine Auto-Teststrecke auf ihrem Landwirtschaftsland gewehrt. Den Publikumspreis gewinnen zwei Walliser, die in Nepal mit ihrem Helikopter eine Bergrettung auf 7000 Meter Höhe durchgeführt haben.

Die Gewinner des "Prix Courage": Von links nach rechts: Richard Lehner und Daniel Aufdenblatten gewinnen den Publikumspreis. Den Preis der Jury erhalten die Jurassier Raoul Challet, Bernard Hengy, Michèle Christe und Jean-Marc Christe (Foto: hh)
Die Gewinner des "Prix Courage": Von links nach rechts: Richard Lehner und Daniel Aufdenblatten gewinnen den Publikumspreis. Den Preis der Jury erhalten die Jurassier Raoul Challet, Bernard Hengy, Michèle Christe und Jean-Marc Christe (Foto: hh)

Die siegreichen Gewinner des Hauptpreises haben am Freitagabend im Zürcher Fernsehstudio beim Publikum tobenden Applaus ausgelöst. „Alle waren gegen uns“, rief einer der vier Jurassier mit feurigen Worten in den Saal, „die Regierung, die Gemeinde, die Bevölkerung. Man hat uns als imbéciles, als Dummköpfe bezeichnet. Und jetzt kommen ausgerechnet die Deutschschweizer und verleihen uns diesen wichtigen Preis“. Die einzige Frau im siegreichen Quartett brach vor Freude in Tränen aus.

Die Verleihung der Preise fand am Freitagabend in Anwesenheit von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf statt. Es war das 14. Mal, dass der Beobachter den Prix Courage verleiht. Die beiden Preise gehen an Leute, die sich durch besonderen Mut auszeichnen und „ohne Rücksicht auf Verluste“ für ihre Werte einstehen. Ausgezeichnet werden meist Personen, die gegen Behördenwillkür oder Arbeitsgeber einen oft einsamen Kampf führen.

Die siegreichen Jurassier aus der Gemeinde Vendlincourt hatten sich dagegen gewehrt, dass auf 15 Hektaren besten Landwirtschaftslandes eine 2,6 Kilometer lange Autoteststrecke entstehen soll. Für das Projekt hatte sich die jurassische Regierung, die Gemeinde und die meisten Bewohner ausgesprochen. Sie erhofften sich einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Mit Hilfe von Franz Webers Organisation Helvetica Nostra gelangten die Umweltschützer ans Bundesgericht und erhielten Recht. Das höchste Schweizer Gericht hatte ihren Rekurs vollumfänglich gutgeheissen.

Der mit 10‘000 Franken dotierte Publikumspreis ging an den Walliser Air Zermatt-Piloten Daniel Aufdenblatten und den Walliser Bergführer Richard Lehner.

Die beiden waren dabei, in Neapal den dortigen Bergrettern einen Kurs zu geben. Plötzlich traf die Meldung ein, dass sich drei spanische Alpinisten auf 7‘000 Meter Höhe in Lebensgefahr befanden. Die beiden Walliser wagten die Rettung, obwohl noch niemand in solcher Höhe eine Helikopter-Rettung durchgeführt hat. Das Unternehmen gelang. Die Walliser wurden vom amerikanischen Magazin Aviation Week als Helden gefeiert. Die geretteten Spanier haben sich noch nicht bedankt.

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