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Kommentar21

Albtraum Auto

17. September 2015
Stephan Wehowsky
Der Weg in die Unfreiheit kann komfortabel sein - ganz besonders mit dem Auto.

Auf der diesjährigen „Internationalen Automobilausstellung“ IAA in Frankfurt am Main wird das Auto der Zukunft angepriesen, das nicht nur selbst fährt, sondern, wie Mercedes Chef Dieter Zetsche schwärmt, „Ihren Arbeitsweg, Ihren Fahrstil, Termine und Musikgeschmack“ kennt. Und BMW-Chef Harald Krüger erklärt, dass es „Hotelbuchungen vornimmt oder Ihnen sogar die letzten zwei Karten für die Münchner Oper anbietet, weil es weiss, dass Sie gern in die Oper gehen.“

Es geht also nicht mehr nur darum, dass Assistenzsysteme Fehler des Fahrers ausgleichen. Das Auto wird zum allwissendem Betreuer, der schon früher und besser als der Fahrer weiss, was der gerade möchte und was ihm bekömmlich ist. Die Assistenzsysteme haben den Fahrer punktuell unterstützt, der neue Trend geht auf die Abschaffung des Fahrers.

BMW hat bis heute den Slogan: „Aus Freude am Fahren“. Wird er geändert werden müssen: „Aus Freude am Drinsitzen?“ Aber selbst das würde den neuen Trend nicht ganz treffen. Es müsste wohl heissen: „Aus Freude an lückenloser Betreuung.“ Denn von nun an wird auch die kleinste Regung des Fahrers beobachtet und registriert. Apple-Watch, digitales Heim, autonomes Auto: Die Überwachung kennt bald keine Lücken mehr.

Freiheit aber braucht unbeobachtete Räume und Momente. Wer glaubt, auf sie verzichten zu können, befindet sich in einem frühkindlichen Entwicklungsstadium. Durch Technik unterstützten Fortschritt kann man das nicht nennen. Denn Technik soll dem Menschen dienen, ihn nicht versklaven, und es würde auch nichts schaden, wenn er durch sie erwachsener und nicht kindlicher würde.

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