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Zwischenruf

In Absurdistan

26. August 2012
Christoph Kuhn
Ein Per Johansson hat einen sogenannten Schwedenkrimi geschrieben: „Der Sturm“ ist im S. Fischer Verlag erschienen und jetzt in den Buchhandlungen erhältlich. Liest man sich ein, wird man feststellen: nicht so gut wie die besten Produkte des Herrn Mankell und Co., aber auch nicht ganz schlecht.

Inzwischen weiss das Publikum: der Mann heisst nicht Per Johansson sondern Thomas Steinfeld, ist Co-Leiter des Feuilletons der „Süddeutschen Zeitung“ und verwandelt im „Sturm“ seinen ehemaligen verhassten Chef, den Herausgeber der FAZ, Frank Schirrmacher, in eine wüste Leiche.

Die Leiche wird untersucht

Womit wir in wenigen Sätzen aus der trauten Welt des Schweden- oder deutschen Krimis nach Absurdistan gelangt wären. Denn was ein paar Feuilletonisten seit Wochen in Zusammenhang mit diesem Text veranstalten, was sie „enthüllen“, das ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten.

Zuerst ziehen sie dem Autor triumphierend die Maske vom Gesicht, dann ermitteln sie, untersuchen die Leiche des Journalisten Christian Meier, in dem sie den wahren Schirrmacher entdecken, gemetzelt von seinem rachsüchtigen Autor. Und dann geht´s los: Darf er das, der Steinfeld? Ist das Beleidigung, Rufmord? Und die Konsequenzen?

Oder eine geniale Marketingoperation?

Die Verzweiflung über das Sommerloch, über die Themenflaute muss schon sehr gross sein, damit in den Köpfen gestandener Literaturjournalisten die groteske Entfiktionalisierung einer Fiktion, eines Kriminalromans derartige Formen annimmt.

Es sei denn, wir wären Zeugen einer genialen Marketingoperation, ausgehend von Verlag und Autor, gütig gefördert von den Feuilletonredaktionen angesehener Zeitungen mit dem Zweck, ein mittelmässiges literarisches Produkt zu promovieren.

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