Apokalyptisches à la carte

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Apokalyptisches à la carte

Von Ulrich Meister, 21.09.2017

Weltuntergang, ja oder nein? Gedanken zur aktuellen Stimmungslage.

Das Ende der Welt ist momentan wieder etwas näher gerückt dank Kim Jong Un und Trump. Die Klimakatastrophe ruft sich mit Hurrikanen in Erinnerung, die Immigrationswelle geht weiter, und China hält seine Expansion bedeckt.

Der Weltuntergang ist ein altes und beliebtes Thema und steht in ständiger Konkurrenz mit dem ebenfalls unausrottbaren, aber sympathischeren Fortschrittsglauben. Der Weltuntergang ist schon zu oft prophezeit worden, erst religiös und nunmehr wissenschaftlich, als dass man noch daran glauben könnte. Jedenfalls kommt er nicht sofort für die jetzigen Generationen. Der Fortschritt hat den Nachteil, dass er sich immer auch selbst diskreditiert – und dass wir ihn gerne vergessen.

Abgesehen von den allzumenschlichen Entscheidungen (Wahlresultate in Demokratien), gibt es Entwicklungen, die man nicht allein mit kollektiven Fehlleistungen erklären kann. Die tropikale „Überbevölkerung“ (aus dem „Wörterbuch des Unmenschen“) ist ja nicht die Ursache, sondern das Resultat  von Unterentwicklung. Überdies sind 90 Prozent aller Katastrophen nunmehr klimabezogen, so wie die Schweizer Gletscher, die sich  nicht mehr regenerieren können.

Das Pariser Klimaabkommen von 2015 hat sowohl die Apokalypse als auch ein Programm im Fokus. Alles ist eher freiwillig wie auch der Uno-Plan gegen Hunger, Armut und Elend. Ende dieses Jahrhunderts könnte Paris unter Wasser sein, von Venedig ganz zu schweigen. Südostasien könnte unbewohnbar werden und Bordeaux eine tropische Stadt. Der Sahel erwartet uns, um mittelmeerisch zu bleiben.

Kommentare

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Schuld und Sühne und der, nein die Spieler!

Ablasshandel, neu aufgefrischt! Religionen, die eigentlichen Spezialisten auf diesem Gebiet wurden in den letzten Jahrzehnten abgelöst, ihre Pfründe übernommen. Im Westen wie im Osten, nichts Neues. Der kleine Mann bezahlt! Dem grossen Mann/ Frau tut es nicht wirklich weh. Kassieren ok, man nennt dies Lenkungsabgaben, wirklich etwas daraus gemacht wird zu wenig. E. Hemingway schrieb in den 50igern: Er wusste auch, was es bedeutete, mit den Leuten auf der Insel einen Sturm durchzustehen, und wie ein gemeinsam erlebter Hurrikan alle miteinander verband. Natürlich wusste er, dass ein Hurrikan mitunter so schlimm sein konnte, dass man nicht durchkam. Erbeben, Hurrikan, Tornados, Vulkanausbrüche und Überschwemmungen gibt es Jahrtausenden, nur Kriege wären durch Intelligenz vermeidbar. Mitnichten kommt ein Weltuntergang, ausgenommen gewählte und selbsternannte Politiker führen ihn herbei. Gut da wäre noch der „ Impact“, aber da können auch die nichts mehr machen… cathari

"Weltuntergang, ja oder nein" ist eine gute Frage, aber wann und wie auch.

Das nebst der eigenen Intuition weltweit von allen Experten - ausser den afrikanischen Kaurimuschel-Werfern und animistischen Hühnergedärmeleser natürlich - annerkannt beste Orakel gibt dazu immer ganz genau Antwort. Heute lautet sie online so:

Frage an das Buch der Wandlungen: Wann ist Weltuntergang
Antwort:
61. Dschung Fu - Innere Wahrheit (wandelt sich nicht)
oben Sun, das Sanfte, der Wind
unten Dui, das Heitere, der See

Das Urteil
Innere Wahrheit. Schweine und Fische. Heil!
Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren.
Fördernd ist Beharrlichkeit.

Das Bild
Über dem See ist der Wind:
das Bild der inneren Wahrheit.
So bespricht der Edle die Strafsachen,
um Hinrichtungen aufzuhalten.

Da scheinen wir nochmals Glück haben, wenn die Strafsachen unserer Spezie besprochen werden und unsere Hinrichtung damit aufgehalten wird toi toi toi...

Ach ja, manchmal wäre es besser, nicht geboren zu sein, doch dieses Glück widerfährt nur wenigen.

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