Tragédie grecque

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Tragédie grecque

Von Christian Campiche, La Méduse - 19.08.2015

Le protocole reste désespérément figé depuis quelques mois.

Un personnage hilare, vêtu d’un costume bleu foncé, cravaté, jette un regard possessif sur un homme frêle et pâle qu’il tient par le bras. Portant un habit froissé, col de chemise ouvert, ce dernier a le sourire gêné. L’air de celui qui ne sait pas s’il doit remercier ou continuer à bouder. L’image suit l’annonce d’un accord, l’octroi de nouveaux milliards à un pays en faillite, la Grèce.

Le citoyen retient une chose: sans cet argent, la Grèce ne pourrait pas honorer ses engagements, ses banques resteraient paralysées, le peuple descendrait dans la rue réclamer du pain.

Sans cette «aide», allez savoir, une structure protégerait-elle encore les touristes des «boat-people» qui tentent de gagner les plages de la mer Egée à la nage? Le quidam se demande aussi pourquoi ce que l’on accorde à un pays, on le refuserait à d’autres dominos potentiels, le Portugal, par exemple. Où s’arrêtera la spirale infernale, vers quel trou noir nous entraînent les communautés nationales au bord de l’explosion sociale?

Il a raison de s’inquiéter, le citoyen. Mais il a tort de tout focaliser sur le porte-monnaie et ferait bien de s’interroger aussi sur les conséquences des concessions octroyées par le gouvernement grec. Elles sont tragiques car elles équivalent à remettre le pays pieds et mains liés au capital étranger. Aéroports, autoroutes, chemins de fer, eau, gaz, électricité: rien n’échappera à la rapacité des Midas d’outre-mer.

Les règles du libéralisme, commenterez-vous?

Peut-être ajouterez-vous même que le port du Pirée se porte mieux depuis qu’il est passé en mains chinoises? Manière de voir. Une autre est d’imaginer la reconstruction d’un pays à partir de son génie propre.

Kommentare

Es ist ein trüber Tag auf Rhodos. Es regnet und alle Straßen sind wie
leergefegt. Die Zeiten sind schlecht, jeder hat Schulden und alle
leben auf Pump.

An diesem Tag fährt ein reicher Deutscher durch Rhodos und hält bei
einem kleinen Hotel. Er sagt dem Eigentümer, dass er gerne die Zimmer
anschauen möchte, um vielleicht eines für eine Übernachtung zu mieten,
und legt als Kaution einen 100,- € Schein auf den Tresen.

1. Der Eigentümer gibt ihm einige Schlüssel.
2. Als der Besucher die Treppe hinaufgegangen ist, nimmt der
Hotelier den Geldschein, rennt zu seinem Nachbarn, dem Metzger,
und bezahlt seine Schulden.
3. Der Metzger nimmt die 100,- € läuft die Strasse hinunter und
bezahlt den Bauern.
4. Der Bauer nimmt die 100‚- € und bezahlt seine Rechnung bei der
Genossenschaft.
5. Der Mann dort nimmt den 100,- € Schein,rennt zu seiner Kneipe
und bezahlt dort seine offenen Rechnungen.
6. Der Wirt schiebt den Schein zu einer an der Theke sitzenden
Prostituierten, die auch harte Zeiten hinter sich hat und dem
Wirt einige Gefälligkeiten auf Kredit gegeben hatte.
7. Die Hure rennt zum Hotel und bezahlt ihre ausstehenden
Zimmerrechnungen mit den 100,- €.
8. Der Hotelier legt den Schein wieder zurück auf den Tresen.

In diesem Moment kommt der Reisende die Treppe herunter, nimmt seinen
Geldschein und meint, dass ihm keines der Zimmer gefällt - und
verlässt Rhodos.

Niemand produzierte etwas.

Niemand verdiente etwas.

Alle Beteiligten sind ihre Schulden los und schauen mit großem
Optimismus in die Zukunft.

Der Deutsche Bundestag beschloß heute einen Verlust von 41 Milliarden Euro, der für die europäischen Steuerzahler unausweichlich ist. Ein glatter Schuldenschnitt für Griechenland wäre wesentlich billiger. Er wird jedoch verweigert, weil Angela Merkel will, dass die Wahrheit erst nach ihrer Amtszeit ans Licht kommt. Deutschland haftet für den Fall einer Staatspleite Griechenlands bereits mit einem Betrag von 85,2 Milliarden Euro. Mit der Zustimmung im Bundestag am Mittwoch zu dem Kreditpaket von 86 Milliarden erhöht sich der gesamte deutsche Haftungsanteil auf rund 108 Milliarden Euro. Das sind pro Kopf jedes Erwerbstätigen 2.530 Euro oder so viel wie der derzeitige Soli in etwas mehr als 7 Jahren an Steuern einbringt (er müßte also 7 Jahre lang verdoppelt werden, um den Verlust aus einer Griechenlandpleite bei völligem Forderungsausfall abzutragen). Wenn es um die griechischen Schulden geht, sind die Bundesregierung und viele Medien jedoch gerade wieder einmal dabei, den deutschen Steuerzahler an der Nase herumzuführen. Den Schuldenschnitt, der die ehrliche und wahrscheinlich auch billigere Lösung wäre, darf es schon deshalb nicht geben, weil dies einen sofortigen Verlust für den Bundeshaushalt mit wahrscheinlich steuerlichen Konsequenzen bedeuten würde und das noch zu Amtszeiten der Bundeskanzlerin, die die Kredite an Griechenland immer als sicher bezeichnet und dementsprechend in Schattenhaushalten versteck hat. Also mogelt man sich weiter mit Laufzeiten- und Zinsregelungen durch, wie man das bisher schon getan hat, und tut so, als koste das nichts.

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