Schnappschüsse aus Iran

Edi Strub's picture

Schnappschüsse aus Iran

Von Edi Strub, 04.12.2018

Unser Autor Edi Strub streifte kürzlich durch Iran und schoss - abseits der grossen Politik und der ehrwürdigen Kultur - einige Alltagsbilder.

Kinder abends im Bazar in Shiraz im Südwesten Irans. Ein Mädchen zeigt stolz ihr Englischbuch und trägt auch gleich einige auswendig gelernte Wendungen vor.

Die Vorstellung von der unterdrückten Frau im Gottesstaat Iran ist nicht falsch, aber auch nicht ganz richtig. Vor allem junge Frauen sind zum Teil sehr selbstbewusst, bilden sich aus, häufiger sogar als Männer. Sie schminken sich und lassen das Kopftuch immer weiter nach hinten rutschen. Sie können sich heute sogar erlauben, fremde Männer aus der Schweiz zum Teekränzchen im Park zu laden. Die junge Frau im blauen Kopftuch nennt sich „Moonlight“.

Diese jungen Frauen in der Moschee sind Studentinnen der Kunst- und Fotoschule in Teheran.

Der Zayendeh Ruh in Esfahan, wörtlich der Fluss, der „das Leben gibt“, ist tot. Das Flussbett ist völlig ausgetrocknet. Nur ganz selten und dann bloss für ein paar wenige Tage fliesst hier noch Wasser. Folgen des Klimawandels und überdimensionierter Bewässerungsanlagen. Doch auf den Brücken geht das Leben weiter. Hier trifft man sich abends zum Schwatz und unter Torbogen – wegen der phantastischen Akustik – zum Singen.

Ein paar Wochen bevor US-Präsident Trump das Atomabkommen kündigte und erneut Sanktionen gegen Iran erliess: Die Businessmen in den Bazars von Esfahan und Shiraz waren optmistisch und hofften auf gute Geschäfte. Sie träumten von einem neuen Auto und vielleicht einer Reise ins Ausland – zum Beispiel in die Türkei. Nun hat sich alles wieder zerschlagen. Die Iraner werden sich erneut einschränken müssen.

Alle Foto: © Edi Strub

Kommentare

Die Redaktion von Journal21.ch prüft alle Kommentare vor der Veröffentlichung. Ehrverletzende, rassistische oder anderweitig gegen geltendes Recht verstossende Äusserungen zu verbreiten, ist uns verboten. Da wir presserechtlich auch für Weblinks verantwortlich sind, löschen wir diese im Zweifelsfall. Unpubliziert bleiben ausserdem sämtliche Kommentare, die sich nicht konkret auf den Inhalt des entsprechenden Artikels oder eines bereits aufgeschalteten Leserkommentars beziehen. Im Interesse einer für die Leserschaft attraktiven, sachlichen und zivilisierten Diskussion lassen wir aggressive oder repetitive Statements nicht zu. Über Entscheide der Redaktion führen wir keine Korrespondenz.

Die hier abgebildeten Menschen leiden unter westlichen Sanktionen. Wenn die USA von ihren Schiffen ihre Marschflugkörper und Bomber losschicken, dann werden einige von diesen hier abgebildeten Menschen Invaliden oder tot sein. Muß das sein?

SRF Archiv

Newsletter kostenlos abonnieren