Resonanz statt Relevanz

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Resonanz statt Relevanz

Von Nick Lüthi, 27.04.2016

Blochers Provokation: «Aufmerksamkeit um jeden Preis.» Genau darum geht es. Genauso Blocher wie den Medien.

Kommentare

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Herr Lüthi hat recht: Wenn Inhalte für einen Talk massgebend wären, hätte Schawinksi Blocher nicht zum x-ten Mal eine Plattform geben dürfen. Denn Blochers Inhalte sind bekannt. Neues ist nicht zu erwarten. Also haben SRF und Schawinksi auf die Karte Quote gesetzt und leider recht bekommen. Die Quote stimmte. Und solange die Quote stimmt, kann Schawinski den Talk und mithin seine Selbstdarstellung weiterführen. Von einem anderen Blickwinkel aus betrachtet, stellt sich die Frage, ob ein Narziss wie Blocher durch immer wiederkehrende Auftritte bei Schawinski einen Nutzen hat oder nicht. Die 30% Blocher-Jünger werden von ihrem Übervater eh nicht abrücken, was der auch immer sagt. Zu sehr ist die SVP von seinem finanziellen Engagement abhängig. Es stellt sich vielmehr die Frage, ob Blocher in der letzten Talk-Sendung mit Schawinski zusätzliche Bewunderer gefunden hat. Ich meine Nein. Der mündige Fernsehzuschauer, der eine Sendung auch deswegen konsumiert, weil er sich eine Meinung von einer Sache machen will, kam sicherlich nicht auf seine Rechnung. Der alte Mann aus Herrliberg hat den Zenit überschritten und sein selbstherrliches, nicht auf die Fragen von Schawinski eingehendes Auftreten zeugt eher von Schwäche als von Stärke. Blocher muss mit immer noch abstruseren Aussagen Aufmerksamkeit erheischen, damit er im Gespräch bleibt, wie auch seine Partei. Somit war die Sendung entweder enervierend oder belustigend, aber auf keinen Fall von politischer Relevanz. Der Talk war nicht einmal gutes Entertainment. Eines ist auch klar: SRF und Schawinski können sich nicht einbilden, etwas zur Meinungsbildung beigetragen zu haben.

Dieser Preis sollte für jeden kultivierten Erdenbürger viel zu hoch sein.

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