Damals am 4. März

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Damals am 4. März

Von Journal21, 04.03.2021

Saubannerzug gestoppt - „Schwanensee“ uraufgeführt - Bomben auf Zürich und Basel - „Nosferatu“ uraufgeführt - Roosevelt tritt sein Amt an - Tod von Edmond Kaiser – Schweiz gegen EU-Beitritt - Tod von Erwin Ballabio - Putin erneut Präsident - Nein zu No Billag - Sieg der Populisten in Italien

Herausgegriffen

Am 4. März 1945 bombardieren um 10.19 Uhr sechs amerikanische Liberator-Bomber das Gebiet der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof in Zürich. Getroffen werden mehrere Häuser an der Frohburgstrasse und In der Hub. Fünf Menschen sterben, 15 werden verletzt. Die Piloten glaubten, Pforzheim zu bombardieren. Am gleichen Tag wird der Güterbahnhof Wolf in Basel irrtümlich von den Alliierten bombardiert. Die Schäden sind gering. Insgesamt sterben in der Schweiz während des Zweiten Weltkrieges 84 Menschen bei britischen und amerikanischen Bombenangriffen. Der schlimmste Angriff ereignet sich am 1. April 1944: Bei der Bombardierung von Schaffhausen kommen 40 Menschen ums Leben, 270 werden verletzt. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv/Walter Scheiwiller/Hans Gerber)
Am 4. März 1945 bombardieren um 10.19 Uhr sechs amerikanische Liberator-Bomber das Gebiet der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof in Zürich. Getroffen werden mehrere Häuser an der Frohburgstrasse und In der Hub. Fünf Menschen sterben, 15 werden verletzt. Die Piloten glaubten, Pforzheim zu bombardieren. Am gleichen Tag wird der Güterbahnhof Wolf in Basel irrtümlich von den Alliierten bombardiert. Die Schäden sind gering. Insgesamt sterben in der Schweiz während des Zweiten Weltkrieges 84 Menschen bei britischen und amerikanischen Bombenangriffen. Der schlimmste Angriff ereignet sich am 1. April 1944: Bei der Bombardierung von Schaffhausen kommen 40 Menschen ums Leben, 270 werden verletzt. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv/Walter Scheiwiller/Hans Gerber)

Es geschah an einem 4. März

1394: Geburt von Heinrich dem Seefahrer, portugiesischer Prinz, Förderer von Entdeckungsfahrten rund um Afrika und nach Indien. 

1477: Der Saubannerzug, ein wilder Heerhaufen, der von der Innerschweiz Richtung Genf gezogen war, um eine im Burgunderkrieg versprochene Beute einzufordern, wird von den Eidgenossen gestoppt.

1678: Geburt von Antonio Vivaldi, italienischer Komponist („Opus 1–12“, 1705–1729).

1790: Frankreich wird in 83 Départements aufgeteilt. Die bisher geltenden Provinzen werden abgeschafft.

1877: Im Moskauer Bolschoi-Theater wird Tschaikowskis „Schwanensee“ uraufgeführt.

1879: Geburt von Bernhard Kellermann, deutscher Schriftsteller („Der Tunnel“ 1913).

1883: Geburt von Israel Fromm, deutscher Gummifabrikant, Hersteller der ersten (nahtfreien) Kondome „Fromms“ (1916). 

1916: In Bologna wird Giorgio Bassani, italienischer Schriftsteller, geboren. Grossen Ruhm erlangt er 1962 mit dem Werk „Il Gardino dei Finzi-Contini“ („Die Gärten der Finzi-Contini“), für den er im selben Jahr den Premio Viareggio erhält. Der Roman wird später von Vittorio de Sica verfilmt. Bassani stirbt 2000 und ist auf dem jüdischen Friedhof von Ferrara begraben.

1916: Tod von Franz Moritz Wilhelm Marc, deutscher Maler und Grafiker des Expressionismus („Der Turm der blauen Pferde“ 1913), zusammen mit Wassily Kandinsky gründet er die Künstlergemeinschaft „Der Blaue Reiter“ (1911). 

1922: Der Ur-Horrorfilm: In Berlin wird der Stummfilm „Nosferatu – eine Symphonie des Grauens“ von Friedrich Wilhelm Murnau uraufgeführt. Der Film basiert auf Bram Stokers Roman Dracula und erzählt die Geschichte des Grafen Orlok (gespielt von Max Schreck), eines Vampirs aus den Karpaten, der die schöne Ellen (Greta Schröder) liebt. 

 

1924: Geburt von Fritz Hofmann, Schweizer Politiker (SVP/BE), Präsident der Schweizerischen Volkspartei SVP von 1976 bis 1984. Von 1971 bis 1987 ist er Mitglied des Nationalrates. Hofmann stirbt am 24. Mai 2005 in Burgdorf. Er ist nach Hans Conzett der zweite Präsident der 1971 aus der BGB hervorgegangenen Schweizerischen Volkspartei SPV.

 

1928: Geburt der berntreuen, antiseparatistischen Nordjurassierin Geneviève Aubry, Journalistin, Politikerin (FDP). Von 1977 bis 1980 gehört sie dem Grossen Rat des Kantons Bern an. Am 26. November 1979 wird sie in den Nationalrat gewählt, dem sie bis zum 3. Dezember 1995 angehört. Als Politikerin engagierte sie sich in der Jurafrage. 1974 gründete sie die berntreue Frauengruppe Force démocratique. Aubry gehört dem rechten Parteiflügel der Freisinnigen an.

1929: Herbert Hoover, Republikaner, wird 31. amerikanischer Präsident (bis 1933). Er galt als einer der unbeliebtesten Präsidenten der USA.
 

1932: Geburt von Miriam Makeba, südafrikanische Jazzerin.

1933: Franklin D. Roosevelt, Demokrat, tritt sein Amt als 32. amerikanischer Präsident an. Beginn des New Deal. Roosevelt amtet bis zu seinem Tod 1945.

1936: Geburt von James Clark, britischer Rennfahrer, zweifacher Weltmeister (1963, 1965), Gewinner von 25 Grand Prix. Er verunglückt tödlich am 7. April 1968 bei einem Rennen auf dem Hockenheimring. 

1941: Tod von Ludwig Quidde, deutscher Historiker, Publizist, Politiker im Kaiserreich und der Weimarer Republik, Träger des Friedensnobelpreises 1927. 

1944: Geburt von Robert Dwayne Womack, amerikanischer Soul-Sänger, Musiker und Komponist des ersten Number-1-Hits der Rolling Stones, „It’s All Over Now“ (1964).

1945: Geburt von Dieter Meier, „Yello-Meier“,  Schweizer Konzeptkünstler, Musiker, Sänger des Elektropop-Duos Yello.

1946: Luis Buñuels Film „Le journal d’une femme de chambre“ wird in Paris uraufgeführt.

1948: Tod von Elsa Brändström, „Engel von Sibirien“, schwedische Krankenschwester und Philanthropin. Im Ersten Weltkrieg kümmerte sie sich um die Versorgung Kriegsgefangener in sibirischen Gefangenenlagern. Ihr Buch „Unter Kriegsgefangenen in Russland und Sibirien 1914–1920“ wurde ein Bestseller. 

1948: Tod von Antonin Artaud, französischer Schauspieler, Dramatiker, Regisseur, Zeichner, Dichter und Theater-Theoretiker. Er beeinflusste die 68er-Generation massgeblich.

1954: Geburt von François Fillon, französicher Ministerpräsident von 2007 bis 2012, Kandidat der Partei Les Républicains für die Präsidentschaftswahlen im April/Mai 2017. Nachdem die Zeitschrift Le Canard enchaîné berichtet hatte, Fillon habe seiner Frau 680’000 Euro aus der Staatskasse bezahlen lassen, ohne dass sie dafür als Parlamentsassistentin für ihn gearbeitet hat, stürzt er in den Meinungumfragen ab. Bereits im ersten Wahlgang am 23. April schied er mit 20,01 Prozent der Stimmen aus. (Foto: Keystone/EPA, Yolan Valat)

1957: Geburt von Mykelti Williamson, amerikanischer Schauspieler (Benjamin Buford Blue „Bubba” in „Forrest Gump“ 1994).  

1965: Geburt von Khaled Hosseini, amerikanischer Schriftsteller aus Afghanistan („Drachenläufer“ 2003, 2007 verfilmt). 

1975: Der von der „Bewegung 2. Juni“ entführte CDU-Politiker Peter Lorenz wird freigelassen.

1975: Charly Chaplin wird von Königin Elizabeth zum Knight Commander des Order of the British Empire ernannt.

1980: Robert Mugabe gewinnt in Simbabwe die Wahlen und wird erster schwarzer Ministerpräsident seines Landes. Von 1980 bis 1987 ist er Ministerpräsident, ab 1987 Staatspräsident. Im November 2017 wird er zum Rücktritt gezwungen.

1992: Im Tessin erschiesst ein Handelsvertreter in mehreren Dörfern sechs Menschen. Später erhängt er sich in seiner Gefängniszelle.

1999: Tod von Fritz Honegger, Schweizer Bundesrat von 1977 bis 1982 (FDP/ZH). Er leitete das Volkswirtschaftsdepartement. Das historische Lexikon der Schweiz beschreibt ihn so: „Als Bundesrat zeichnete er sich wie zuvor als Ständerat durch eine ruhige, nach Verständigung strebende Politik aus. Hektischer Gesetzesproduktion war er abgeneigt. So kam es während seiner Amtszeit (1978–1982, 1982 Bundespräsident) im Volkswirtschaftsdepartement nur zu drei grösseren Gesetzen: dem Kartellgesetz, dem Berufsbildungsgesetz und dem Gesetz über die Arbeitslosenversicherung.“

2000: Tod von Edmond Kaiser

Der Journalist, Dichter und Schriftsteller gründete 1959 das Kinderhilfswerk „Terre des hommes“, das sich für notleidende Kinder und Frauen in aller Welt einsetzte. 1960 erwirbt er das Schweizer Bürgerrecht. Er stirbt in Indien. Das Bild wurde im Dezember 1982 aufgenommen. (Foto: Keystone/Str)
Der Journalist, Dichter und Schriftsteller gründete 1959 das Kinderhilfswerk „Terre des hommes“, das sich für notleidende Kinder und Frauen in aller Welt einsetzte. 1960 erwirbt er das Schweizer Bürgerrecht. Er stirbt in Indien. Das Bild wurde im Dezember 1982 aufgenommen. (Foto: Keystone/Str)

2001: Die Schweizer Stimmbürger sprechen sich gegen einen EU-Beitritt aus. Bei einer Stimmbeteiligung von 55,8 Prozent lehnen 76,8 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer den Beitritt ab. Alle Kantone stimmen gegen die Vorlage.

2002: Der Schriftsteller Ibrahim Rugova wird Präsident des Kosovo. Das Amt bekleidet er bis zu seinem Tod am 21. Januar 2006.

2005: Die entführte italienische Journalistin Giuliana Sgrena wird im Irak freigelassen. Ihr Auto wird nach ihrer Freilassung von amerikanischen Soldaten beschossen. Ein Sicherheitsbeamter stirbt.

2008: Tod von Erwin Ballabio, legendärer Schweizer Fussball-Torhüter, der vorwiegend beim FC Grenchen spielte. Am 12. Februar 1939 wurde er erstmals in der Nationalmannschaft eingesetzt. In Lissabon gewannen die Schweizer gegen Portugal 4:2. Bis 1948 spielte er regelmässig in der „Nati“. 1956 beendete er seine Spielkarriere und wurde Trainer seines FC Grenchen, der in die Nationalliga B abgestiegen war. Kurz darauf gelang den Grenchnern wieder der Aufstieg. 1966 wurde Ballabio Ressortschef der Nationalmannschaft in der technischen Abteilung des Schweizerischen Fussball-Verbandes.

2009: Der Strafgerichtshof in Den Haag erlässt einen Haftbefehl gegen den sudanesischen Staatspräsidenten Umar al-Bashir. Es ist der erste Haftbefehlt gegen einen amtierenden Staatspräsidenten.

2012: Wladimir Putin wird nach der Zwangspause nach zwei Amtszeiten ein drittes Mal zum russischen Präsidenten gewählt.

2012: Bei den Parlamentswahlen in Iran kann nur zwischen Konservativen und Ultra-Konservativen gewählt werden. Präsident Ahmadinejad erleidet eine Schlappe.

2017: Bei den Parlamentswahlen in den Niederlanden wird die konservativ-liberale Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (VVD) von Ministerpräsident Mark Rutte stärkste Partei. Sie gewinnt in der stark zersplitterten niederländischen Parteienlandschaft 21,3 Prozent der Stimmen. Geert Wilders kommt auf 13,1 Prozent. Die bisher mit Rutte zusammen regierende Partij van de Arbeid (PvdA) erlitt einen eigentlichen Absturz (minus 19,1 Prozent). Erst sieben Monate nach der Wahl gelingt es Rutte, eine Koalitionsregierung mit den Christdemokraten, den Linksliberalen und der ChristenUnie zu bilden. (Foto: Keystone/AP/Patrick Post)

2018: Nein No Billag

Die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger lehnen mit 71,6 Prozent die Abschaffung der Empfangsgebühren für Radio und Fernsehen überraschend deutlich ab. Im Bild der Jubel der Befürworter eines starken Service Public. (Foto: Keystone/Anthony Anex)
Die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger lehnen mit 71,6 Prozent die Abschaffung der Empfangsgebühren für Radio und Fernsehen überraschend deutlich ab. Im Bild der Jubel der Befürworter eines starken Service Public. (Foto: Keystone/Anthony Anex)

2018: In einer Urabstimmung sprechen sich 66 Prozent der stimmenden SPD-Mitglieder für einer Weiterführung der Grossen Koalition zwischen der CDU/CSU und der SPD aus.

2018: Sieg der Populisten in Italien

Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Italien wird die Protestbewegung Cinque Stelle mit 32,68 Prozent stärkste Partei, gefolgt vom sozialdemokratischen PD mit 18,74 Prozent. Die fremdenfeindliche, rechtspopulistische Lega kommt auf 17,34 Prozent und die Berlusconi-Partei Forza Italia auf 13,98 Prozent. Im Bild: Links Luigi Di Maio, Chef der Cinque Stelle, und Matteo Salvini, Anführer der Lega. Beide werden Vize-Ministerpräsidenten in der neuen Regierung. Auf einen Ministerpräsidenten können sie sich noch nicht einigen. (Foto: Keystone)
Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Italien wird die Protestbewegung Cinque Stelle mit 32,68 Prozent stärkste Partei, gefolgt vom sozialdemokratischen PD mit 18,74 Prozent. Die fremdenfeindliche, rechtspopulistische Lega kommt auf 17,34 Prozent und die Berlusconi-Partei Forza Italia auf 13,98 Prozent. Im Bild: Links Luigi Di Maio, Chef der Cinque Stelle, und Matteo Salvini, Anführer der Lega. Beide werden Vize-Ministerpräsidenten in der neuen Regierung. Auf einen Ministerpräsidenten können sie sich noch nicht einigen. (Foto: Keystone)

2019: Tod von Klaus Kinkel (FDP), von 1991 bis 1992 deutscher Justizminister, von 1992 bis 1998 deutscher Aussenminister und von 1993 bis 1998 Vizekanzler.

2020: Javier Felipe Ricardo Pérez de Cuéllar Guerra, der peruanische Uno-Generalsekretär von 1982 bis 1991, stirbt im Alter von 100 Jahren in Lima.

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