Damals am 3. März

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Damals am 3. März

Von Journal21, 03.03.2021

Geburt von Jonas Furrer - Geburt von Lys Assia - Tod von Therese Giehse - Tod von Hergé - Nichtwahl von Christiane Brunner - Schweizer Beitritt zur Uno - Ja zur Abzocker-Initiative

Herausgegriffen

3. März 1993: Die Vereinigte Bundesversammlung wählt die Genfer Sozialdemokratin, Frauenrechtlerin, Juristin, Gewerkschaftlerin und Nationalrätin Christiane Brunner nicht zur Nachfolgerin von Bundesrat René Felber. Brunner war die offizielle Kandidatin der SP. Gewählt wird an ihrer Stelle der Neuenburger Francis Matthey. Er nimmt die Wahl nicht an, verlangt Bedenkzeit und verzichtet schliesslich. Kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses reichen sich Brunner und Matthey die Hände. Später wird die Genferin Ruth Dreifuss gewählt. (Foto: Keystone/Karl-Heinz Hug)
3. März 1993: Die Vereinigte Bundesversammlung wählt die Genfer Sozialdemokratin, Frauenrechtlerin, Juristin, Gewerkschaftlerin und Nationalrätin Christiane Brunner nicht zur Nachfolgerin von Bundesrat René Felber. Brunner war die offizielle Kandidatin der SP. Gewählt wird an ihrer Stelle der Neuenburger Francis Matthey. Er nimmt die Wahl nicht an, verlangt Bedenkzeit und verzichtet schliesslich. Kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses reichen sich Brunner und Matthey die Hände. Später wird die Genferin Ruth Dreifuss gewählt. (Foto: Keystone/Karl-Heinz Hug)

Es geschah an einem 3. März

1706: Tod von Johann Pachelbel, deutscher Komponist und Organist (u. a. „Kanon in D“).

1798: Französische Truppen erobern nach der Waadt und Freiburg auch Solothurn.

1804: Tod von Giovanni Domenico Tiepolo, venezianischer Maler, Sohn des berühmten Vaters Giovanni Battista Tiepolo.

1805: Geburt von Jonas Furrer

Furrer, Schweizer Bundesrat von 1848 bis 1861 (FDP/ZH) ist der erste Schweizer Bundespräsident. Er leitet in den Bundespräsidialjahren das Aussenministerium, sonst das Justiz- und Polizeidepartement. Furrer leistet einen grossen Beitrag zur Rechtssicherheit im neuen Bundesstaat. Er regelt die Heimatlosenfrage, erlässt 1850 ein Gesetz zum Schutz konfessionell gemischter Ehen und begründet die Administrativjustiz, welche Kompetenzstreitigkeiten zwischen Bund und Kantonen regelt. Während des „Neuenburgerhandels“, der Krise um den Kanton Neuenburg, wird er als Emissär nach Deutschland geschickt, um einen Krieg mit Preussen abzuwenden. 1860 wehrte er sich gegen den Plan von Bundesrat Jakob Stämpfli, Hochsavoyen militärisch zu besetzen. Furrer, gesundheitlich geschwächt, stirbt mit 56 Jahren im Amt.
Furrer, Schweizer Bundesrat von 1848 bis 1861 (FDP/ZH) ist der erste Schweizer Bundespräsident. Er leitet in den Bundespräsidialjahren das Aussenministerium, sonst das Justiz- und Polizeidepartement. Furrer leistet einen grossen Beitrag zur Rechtssicherheit im neuen Bundesstaat. Er regelt die Heimatlosenfrage, erlässt 1850 ein Gesetz zum Schutz konfessionell gemischter Ehen und begründet die Administrativjustiz, welche Kompetenzstreitigkeiten zwischen Bund und Kantonen regelt. Während des „Neuenburgerhandels“, der Krise um den Kanton Neuenburg, wird er als Emissär nach Deutschland geschickt, um einen Krieg mit Preussen abzuwenden. 1860 wehrte er sich gegen den Plan von Bundesrat Jakob Stämpfli, Hochsavoyen militärisch zu besetzen. Furrer, gesundheitlich geschwächt, stirbt mit 56 Jahren im Amt.

1813: Die Karibik-Inseln Guadeloupe werden von Grossbritannien an Schweden abgetreten.

1822: Geburt von Bernhard Hammer, Schweizer Bundesrat von 1875 bis 1890 (FDP/SO). 1868 wird er Schweizer Gesandter in Berlin. Als Bundesrat gelingt es ihm, die defizitären Bundesfinanzen in Ordnung zu bringen. Unter ihm wird der Militärpflichtersatz eingeführt. Er bereitet auch die Schaffung der Nationalbank vor. Bei der Beilegung des Kulturkampfes spielt er eine wichtige Vermittlerrolle. Hammer gilt als Aussenseiter und schafft 1881 die Wiederwahl nur mit einer Stimme (85 von 169 gültigen Stimmen). 1890 tritt er zurück und ist sechs Jahre lang Nationalrat. Später wird er Verwaltungsratspräsident der Gotthardbahn-Gesellschaft. (Bild: admin.ch)

1845: Geburt von Georg Ferdinand Ludwig Philipp Cantor, deutscher Mathematiker, Begründer der Mengenlehre.

1847: Geburt von Alexander Graham Bell, schottisch-amerikanischer Sprechtherapeut, Grossunternehmer. Er entwickelt das Telefon zur Marktreife.

 

 

1861: Zar Alexander II. hebt die Leibeigenschaft in Russland auf – als letzes Land in Europa.

1871: Im Deutschen Kaiserreich wird erstmals ein Parlament gewählt: der 1. Deutsche Reichstag. Bismarcks Partei wird stärkste Parlamentarier-Gruppe.

1875: Georges Bizets „Carmen“ wird in Paris uraufgeführt.

1911: Geburt von Jean Harlow (Harlean Harlow Carpenter), amerikanische Schauspielerin, Sex-Göttin der 30er Jahre. („Dinner at Eight“ 1933). Sie ebnet als blonde Sexbombe den Weg für Lana Turner und Marilyn Monroe. Jean Harlow stirbt mit 26 Jahren im Juni 1937 überraschend während der Dreharbeiten zu „Saratoga“ an einer Vergiftung.


1916: Tod von Franz Marc, deutscher Maler, Zeichner und Grafiker. Zusammen mit Wassily Kandinsky gründete er 1911 die Redaktionsgemeinschaft „Der blaue Reiter“. Franz Marc starb mit 36 Jahren, einen Tag vor seiner Entlassung aus dem Militärdienst, in der Schlacht bei Verdun.

1918: Friedensvertrag von Brest-Litowsk zwischen den Mittelmächten (Deutsches Reich, Österreich-Ungarn, Osmanisches Reich, Bulgarien) und der Sowjetunion. Deutschland kann seine Forderungen weitgehend durchsetzen. Mit dem Vertrag geht der Krieg im Osten zu Ende und Deutschland kann seine Kräfte an der Westfront konzentrieren.

1919: Geburt von Loki (Hannelore) Schmidt, deutsche Lehrerin, Naturschützerin, Ehefrau von Bundeskanzler Helmut Schmidt. Sie stirbt am 21. Oktober 2010. 

1924: Geburt von Lys Assia. Die Schweizer Schlagersängerin wird am 3. März 1924 als Rosa Mina Schärer in Rupperswil (AG) geboren. Sie ist 1956 die erste Gewinnerin des „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ (heute: Eurovision Song Contest) mit dem Lied „Refrain.“ Schon sechs Jahre vorher landete sie in der Schweiz und in Deutschland einen Grosserfolg mit dem Lied „Oh mein Papa“. Das Bild zeigt sie bei einem Auftritt in Baden-Baden am 4. Juni 1961. Sie stirbt am 24. März 2018. (Foto: Keystone/DPA/Harry Fiesch)

1927: Geburt von Pierre Aubert, Schweizer Bundesrat (SP/NE) von 1977 bis 1987. Der in La Chaux-de-Fonds geborene Jurist wird 1971 in den Ständerat gewählt. Als Bundesrat steht er dem Aussenministerium vor. Er vertritt eine Politik der aktiven Neutralität (Solidarität, Disponibilität, Universalität) und kämpft für den Beitritt der Schweiz zur Uno, den das Volk 1986 ablehnt. Er setzt sich für ein stärkeres Engagement der Schweiz für die Menschenrechte ein. 1981 präsidiert er das Ministerkomitee des Europarates. 1983 und 1987 ist er Bundespräsident. Frankreich ernennt ihn zum Grossoffizier der Ehrenlegion. Er stirbt am 8. Juni 2016.

1930: Geburt von Heiner (Heinrichjosef Georg) Geissler, deutscher Politiker der CDU, Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit (1982–1985), Generalsekretär seiner Partei (1977–1989). Willy Brandt nannte ihn den „schlimmsten Hetzer seit Goebbels“. Der Christdemokrat Heiner Geissler, geliebt, geachtet und gefürchtet, stirbt am 12. September 2017. Der gebürtige Schwabe und leidenschaftliche Kämpfer für Demokratie und Gerechtigkeit hinterlässt in der deutschen Gesellschaft tiefe Spuren. (Foto: Keystone/DPA/Markus Scholz)

1939: Geburt von Ariane Mnouchkine, französische Theater- und Filmregisseurin (u. a. „Molière“ 1978). 

1945: Alliierte Flugzeuge bombardieren versehentlich Den Haag. 500 Menschen sterben.

1953: Geburt von Zico (Arthur Antunes Coimbr), brasilianischer Fussballspieler, Trainer und Weltfussballer des Jahres (1983). 

1961: In Marokko besteigt Hassan II., der Vater des jetzigen Königs, Mohammed VI., den Thron.

1974: Tod von Carl Jacob Burckhardt, Schweizer Diplomat, Essayist und Historiker. Von 1944 bis 1948 war er Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Sein Hauptwerk ist eine dreibändige Richelieu-Biografie. 1937 war er vom Völkerbund zum Hohen Kommissar für die Freie Stadt Danzig ernannt worden. 

1974: Nach dem Start in Paris-Orly stürzt eine DC-10 der Turkish Airlines ab. 346 Menschen sterben.

1975: Tod der deutschen Schauspielerin Therese Giehse. Sie trat oft am Zürcher Schauspielhaus auf. Ihr Glanzrolle war die „Mutter Courage“. Sie besetzte auch die Hauptrollen in Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ und „Die Physiker“. Giehse war eng mit Brecht befreundet. Sie ist auf dem Zürcher Friedhof Fluntern begraben. 

1983: Tod von Hergé (Georges Prosper Remi), belgischer Comic-Autor und Comic-Zeichner, Schöpfer von „Tintin“ („Tim und Struppi“), geboren am 22. Mai 1907 in Etterbeek bei Brüssel. Er starb mit 75 Jahren in Woluwe-Saint-Lambert. Hergé beeinflusste die europäische Comic-Kultur wie kein anderer (u. a. „Tintin au pays des Soviets“ 1930, „Tintin au Congo“ 1931, „Tintin en Amérique“ 1932, „Les Cigares du pharaon“ 1934, „Le Lotus bleu“ 1936, „Le Sceptre d’Ottokar“ 1939, Le Temple du Soleil“ 1949, „Tintin au pays de l’or noir“ 1950, „Objectif Lune“ 1953, „On a marché sur la Lune“ 1954, „L’Affaire Tournesol“ 1956, „Tintin au Tibet“ 1960, „Les Bijoux de la Castafiore“ 1963 etc.)

1987: Tod von Danny Kaye (David Daniel Kaminsky), amerikanischer Schauspieler, Komiker, Unicef-Botschafter.  

1990: Tod von Bruce Low, niederländischer Schlagersänger, („Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand“, „Und es weht der Wind“ 1956, „Noah“ 1971, „Das Kartenspiel“ 1974, „Die Legende von Babylon“ 1978).  

1991: In Los Angeles verprügelt die Polizei den Schwarzen Rodney King aufs Übelste. Die Aktion wird gefilmt, die Polizisten werden später freigesprochen.

1993: Die Bundesversammlung wählt die Genfer Sozialdemokratin, Frauenrechtlerin, Juristin, Gewerkschaftlerin und Nationalrätin Christiane Brunner nicht zur Nachfolgerin von Bundesrat René Felber. Gewählt wird der Neuenburger Francis Matthey. Er nimmt die Wahl nicht an und verlangt Bedenkzeit.

1994: Schwerer Schlag für die Leventina: Das Von Roll-Stahlwerk Monteforno in Bodio wird stillgelegt. 340 Beschäftigte werden arbeitslos.

1996: In Spanien wird José Maria Aznars Partido Popular (PP) stärkste Partei.

1996: Tod von Marguerite Duras, französische Schriftstellerin, Drehbuchautorin, Filmregisseurin. Sie schrieb unter anderem 1959 das Drehbuch für Alain Resnais’ Film „Hiroshima, mon amour“. Marguerite Duras wurde am 4. April 1914 in der Nähe von Saigon in damals Französisch-Indochina geboren. Während des Krieges war sie in der Résistance aktiv. Sie war mit dem späteren Staatspräsidenten Mitterrand befreundet und trat der Kommunistischen Partei bei. Später überwarf sie sich mit den Kommunisten. Ihr autobiografischer Roman „L’amant“ erhielt 1984 den Prix Goncourt. Das Bild zeigt sie in den Dreissigerjahren.

2002: Die Schweizer Stimmberechtigten sprechen sich mit 54,6 Prozent Ja-Stimmen für einen Beitritt des Landes zur Uno aus. Die Stimmbeteiligung liegt bei 57,6 Prozent. Zwölf Kantone befürworteten die Vorlage, elf lehnten sie ab. Dagegen stimmen Uri, Schwyz, Nidwalden, Obwalden, Glarus, Schaffhausen, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Aargau, Thurgau, St. Gallen, Graubünden, Tessin.  Am 10. September 2002 wird die Schweiz am New Yorker Uno-Sitz offiziell als 190. Mitglied in die Weltorganisation aufgenommen. „Die Schweiz ist angekommen.“, erklärt Uno-Generalsekretär Kofi Annan, „Wir haben lange gewartet“. 

2003: Tod von Horst Buchholz, deutscher Schauspieler (u. a. „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ 1957, „Die glorreichen Sieben“ 1960, „Das Leben ist schön“ 1997). 

2008: Tod von Annemarie Renger, deutsche Politikerin der SPD, erste weibliche Präsidentin des Deutschen Bundestages (1972–1976).

2009: Das Historische Archiv der Stadt Köln stürzt ein.

2013: Die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger befürworten die sogenannte Abzocker-Initiative mit 67,9 Prozent Ja-Stimmen.

2013: Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger des Kantons Graubünden sprechen sich mit 54 Prozent Nein-Stimmen gegen die Durchführung Olympischer Winterspiele in Graubünden aus.

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