Damals am 3. Dezember

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Damals am 3. Dezember

Von Journal21, 03.12.2019

Geburt von Jean-Luc Godard – Geburt von Alice Schwarzer - Erste Herzverpflanzung - Giftgaskatastrophe in Bhopal - Ölpest in Galicien - Putin trifft Sepp Blatter in Zürich - Muslimbrüder gewinnen Wahlen in Ägypten

Herausgegriffen

3. Dezember 1984: Giftgaskatastrophe in Bhopal, der Hauptstadt des indischen Bundesstaats Madhya Pradesh. In einem Werk des US-Chemiekonzerns Union Carbide Corporation gelangen 42 Tonnen des tödlichen Gases Methylisozyanid in die Atmosphäre. Bei dem bis dahin grössten Industrieunfall der Welt kommen offiziell 5’230 Personen ums Leben. Andere Berichte sprechen von bis zu 25’000 Toten. Tausende erblinden und erleiden Hirn-, Herz-, Magen- und Nierenschäden. Babys werden mit schweren Geburtsschäden geboren. Die Amerikaner zahlen 470 Millionen Dollar Entschädigung. Im Bild eine Frau, die mit ihrem Baby auf medizinische Hilfe wartet. (Foto: Keystone/AP/Prakash Hatvalne)
3. Dezember 1984: Giftgaskatastrophe in Bhopal, der Hauptstadt des indischen Bundesstaats Madhya Pradesh. In einem Werk des US-Chemiekonzerns Union Carbide Corporation gelangen 42 Tonnen des tödlichen Gases Methylisozyanid in die Atmosphäre. Bei dem bis dahin grössten Industrieunfall der Welt kommen offiziell 5’230 Personen ums Leben. Andere Berichte sprechen von bis zu 25’000 Toten. Tausende erblinden und erleiden Hirn-, Herz-, Magen- und Nierenschäden. Babys werden mit schweren Geburtsschäden geboren. Die Amerikaner zahlen 470 Millionen Dollar Entschädigung. Im Bild eine Frau, die mit ihrem Baby auf medizinische Hilfe wartet. (Foto: Keystone/AP/Prakash Hatvalne)

Es geschah an einem 3. Dezember

313: Tod von Diokletian, römischer Kaiser (284–305), Reformer des Römischen Reiches (235–284), Christenverfolger.

1795: Geburt von Rowland Hill, englischer Lehrer, Reformer des Postwesens, Erfinder der Briefmarke (1837, erstmals verkauft 1840).

1857: Tod von Christian Daniel Rauch, Bildhauer des deutschen Klassizismus.

1884: Geburt von Walther Stampfli, Schweizer Bundesrat von 1940 bis 1947 (FDP/SO). Er steht dem Volkswirtschaftsdepartement vor. Kurz vor Ende seiner Amtszeit gelingt ihm die Einführung der AHV. Deshalb gilt er als „Vater der AHV“. Das Sozialwerk wird dann unter Bundesrat Hans-Peter Tschudi wesentlich erweitert und revidiert. Deshalb gilt auch er als „Vater der AHV“.

1888: Tod von Carl Zeiss, deutscher Unternehmer.

1894: Tod von Robert Louis Stevenson, schottischer Schriftsteller (u. a. „Die Schatzinsel“ 1881, „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ 1886 und „Kidnapped“ 1886).

1911: Geburt von Nino Rota, italienischer Komponist von Filmmusiken („La Strada“ 1954, „La dolce vita“ 1960, „Der Pate“ 1972), Oscar-Preisträger.

1919: Tod von Pierre-Auguste Renoir, impressionistischer französischer Maler („Bal au Moulin de la Galette“ 1876). Renoir stirbt mit 78 Jahren in Cagnes.

1925: Geburt von Kim Dae-jung, südkoreanischer Friedensnobelpreisträger im Jahr 2000.

1927: Geburt von Andy Williams, amerikanischer Sänger und TV-Unterhalter.

1930: Geburt von Jean-Luc Godard, französischer, im Kanton Waadt am Genfersee lebender Filmregisseur (u. a. „A bout de souffle“ 1960, „Le Mépris“ 1963, „Weekend“ 1967).

1934: Geburt von Hans Saner

Der Schweizer Philosoph ist von 1962 bis 1969 persönlicher Assistent und Freund von Karl Jaspers und gibt dessen Nachlass heraus. Neben Philosophie studierte Saner Psychologie und Germanistik. Rechtsgerichtete Professoren verhindern Ende der Siebzigerjahre seine Berufung an die Universität Bern. Saner betreibt keine akademische Philosophie und äusserst sich immer wieder zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen. Unter anderem unterstützt er die schliesslich gescheiterte Volksinitiaitive für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Er verfasst über ein Dutzend Bücher, die in elf Sprachen übersetzt werden. Saner gilt als „der Philosoph, den man versteht“. Bundespräsident Moritz Leuenberger sagte zu seinem 70. Geburtstag: „Saner holt uns ab, zeigt uns Zusammenhänge, die wir nicht kannten, öffnet uns Türen zu neuen Wegen, die wir dann gehen und wo wir unsererseits neue Entdeckungen machen können.“ Saner selbst sagt: „Jeder kann philosophieren. Der Unterschied zu ausgebildeten Philosophen ist nur, dass diese meistens überheblicher sind.“ Saner wird unter anderem mit dem Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnet. Die Universität St. Gallen verleiht ihm die Ehrendoktorwürde. Er stirbt am 26. Dezember 2017. (Foto: Keystone/Gaetan Bally)
Der Schweizer Philosoph ist von 1962 bis 1969 persönlicher Assistent und Freund von Karl Jaspers und gibt dessen Nachlass heraus. Neben Philosophie studierte Saner Psychologie und Germanistik. Rechtsgerichtete Professoren verhindern Ende der Siebzigerjahre seine Berufung an die Universität Bern. Saner betreibt keine akademische Philosophie und äusserst sich immer wieder zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen. Unter anderem unterstützt er die schliesslich gescheiterte Volksinitiaitive für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Er verfasst über ein Dutzend Bücher, die in elf Sprachen übersetzt werden. Saner gilt als „der Philosoph, den man versteht“. Bundespräsident Moritz Leuenberger sagte zu seinem 70. Geburtstag: „Saner holt uns ab, zeigt uns Zusammenhänge, die wir nicht kannten, öffnet uns Türen zu neuen Wegen, die wir dann gehen und wo wir unsererseits neue Entdeckungen machen können.“ Saner selbst sagt: „Jeder kann philosophieren. Der Unterschied zu ausgebildeten Philosophen ist nur, dass diese meistens überheblicher sind.“ Saner wird unter anderem mit dem Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnet. Die Universität St. Gallen verleiht ihm die Ehrendoktorwürde. Er stirbt am 26. Dezember 2017. (Foto: Keystone/Gaetan Bally)

1942: Geburt von Alice Schwarzer, Journalistin, Publizistin, Gründerin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift „Emma“, Vertreterin der deutschen Frauenbewegung.

1948: Geburt von Ozzy (John Michael) Osbourne, britischer Rockmusiker, Lead-Sänger der Hard-Rock-Band Black Sabbath.

1961: Enver Hodscha kritisiert die Entstalinisierung. Moskau bricht die Beziehungen zu Albanien ab.

1964: In Zollikon bei Zürich stirb Ernst Ginsberg, deutscher Schauspieler, Hörspielsprecher, Rezitator, Regisseur und Theaterleiter.

1967: Weltweit erste Herzverpflanzung. Der südafrikanische Arzt Christiaan Brarnard und sein 30-köpfiges Team setzen dem 54-jährigen Gemüsehändler Louis Washkansy im Groote Schuur Hospital in Kapstadt ein fremdes Herz ein. Der Patient stirbt nach 18 Tagen. Washkansky hatte vorher drei Herzinfarkte erlitten. Das Herz stammt von der 25-jährigen Bankangestellten Denise Ann Darvall, die nach einem Verkehrsunfall tödliche Verletzungen erlitten hatte. 

1967: Tod von Annette Kolb, deutsche Schriftstellerin, Kämpferin im Ersten Weltkrieg für Völkerverständigung. Sie lebte teilweise in der Schweiz. Nach der Machtergreifung der Nazis emigrierte sie nach Frankreich und in die USA.

1984: Giftgaskatastrophe in Bhopal.

1991: Boutros Boutros-Ghali wird 6. Uno-Generalsekretär von 1992 bis 1996. Er stirbt am 16. Februar 2016.

1992: Vor der galicischen Küste bricht der griechische Öltanker „Aegean Sea“ auseinander und verursacht eine Ölpest.

2010: Ministerpräsident Wladimir Putin reist nach Zürich und trifft Fifa-Chef Sepp Blatter. Putin bedankt sich, dass die Fussball-WM 2018 in Russland stattfinden wird.

2011: In Ägypten finden die ersten freien Wahlen statt. Die Wahlbeteiligung beträgt hohe 62 Prozent. Siegerin ist die Muslimbruderschaft.

2016: In Lugano stirbt im Alter von 88 Jahren Giovanni Orelli, Schweizer Schriftsteller und Lyriker (u. a. „Der lange Winter“ 1966, „Ein Fest im Dorf“ 1974, „Monopoly“ 1986, „Vom schönen Horizont“ 2003, „Walazecs Traum“ 2008, „Die Brille des Gionata Lerolieff“ 2014). 2012 erhält er zusammen mit Peter Bichsel den Grossen Schillerpreis.

Kommentare

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