Damals am 15. Juni

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Damals am 15. Juni

Von Journal21, 15.06.2021

Magna Charta - Serbische Niederlage auf dem Amselfeld - 2. Haager Friedenskonferenz - „Blutnacht von Zürich“ - Tote bei Autorennen in der Schweiz - Geburt von Johnny Hallyday - Tod von Ella Fitzgerald - Räumung des Gezi-Parks

Herausgegriffen

15. Juni 1907: Beginn der 2. Haager Friedenskonferenz. 44 Staaten, unter ihnen die Schweiz, versuchen, rechtliche Normen für eine friedliche Beilegung internationaler Streitfälle zu erreichen. Man einigt sich auf Verhaltensregeln im Konfliktfall. Vertreten ist die Schweiz von Fürsprecher Gaston Carlin (zweitunterste Reihe, rechts). Für die Land- und Seekriegsführung werden Normen ausgearbeitet. Ferner kommt man überein, einen internationalen Schiedsgerichtshof in Den Haag zu errichten. Die Konferenz dauert bis zum 18. Oktober 1907.
15. Juni 1907: Beginn der 2. Haager Friedenskonferenz. 44 Staaten, unter ihnen die Schweiz, versuchen, rechtliche Normen für eine friedliche Beilegung internationaler Streitfälle zu erreichen. Man einigt sich auf Verhaltensregeln im Konfliktfall. Vertreten ist die Schweiz von Fürsprecher Gaston Carlin (zweitunterste Reihe, rechts). Für die Land- und Seekriegsführung werden Normen ausgearbeitet. Ferner kommt man überein, einen internationalen Schiedsgerichtshof in Den Haag zu errichten. Die Konferenz dauert bis zum 18. Oktober 1907.

Es geschah an einem 15. Juni

Die Magna Charta

1215: Auf einer Wiese bei Runnymede westlich von London unterzeichnet König John I. (Johann Ohneland) zusammen mit revoltierenden englischen Adligen die Magna Carta (Magna Charta). Darin werden fundamentale Freiheitsrechte festgeschrieben. Die Magna Carta gilt bis heute als Symbol von Rechtsstaatlichkeit und individueller Freiheit. Die verbrieften Freiheitsrechte gelten nur für den Adel. Der Kirche wird die Unabhängigkeit von der Krone garantiert.
1215: Auf einer Wiese bei Runnymede westlich von London unterzeichnet König John I. (Johann Ohneland) zusammen mit revoltierenden englischen Adligen die Magna Carta (Magna Charta). Darin werden fundamentale Freiheitsrechte festgeschrieben. Die Magna Carta gilt bis heute als Symbol von Rechtsstaatlichkeit und individueller Freiheit. Die verbrieften Freiheitsrechte gelten nur für den Adel. Der Kirche wird die Unabhängigkeit von der Krone garantiert.

1389: Schlacht auf dem Amselfeld: 25’000 Serben gegen 40’000 Osmanen. Sieg der Osmanen. Beide Seite verlieren ihre Staatsführer.

1502: Kolumbus entdeckt die Karibik-Insel Martinique.

1775: George Washington wird Kommandant der Kontinental-Armee.

1785: Die ersten Todesopfer der Luftfahrtgeschichte: Die beiden Franzosen Jean-François Pilâtre de Rozier und Pierre Romain stürzten mit ihrem Roziere-Ballon an der französischen Kanalküste ab.

1843: Geburt von Edvard Grieg, norwegischer Komponist und Pianist der Romantik.

1888: Tod des deutschen Kaisers Friedrich III. Er regierte nur 99 Tage. 

1904: Der Raddampfer „General Slocum“ fängt auf dem New Yorker East River Feuer. 1021 der 1350 Menschen an Bord – Mitglieder einer Kirchgemeinde aus „Kleindeutschland“ – kommen ums Leben.

1907: Beginn der 2. Haager Friedenskonferenz. 44 Staaten versuchen, rechtliche Normen für eine friedliche Beilegung internationaler Streitfälle zu erreichen.

1932: „Zürcher Blutnacht“: Nach achtwöchigem Streik der Heizungsmonteure wird ein Demonstrationsverbot erlassen, dem sich die Streikenden – aufgewiegelt von den Kommunisten – widersetzen. Beim Röntgenplatz geht die unter sozialdemokratischer Leitung stehende Zürcher Stadtpolizei mit Gummiknüppeln und Säbeln auf die Demonstranten los. Ein Demonstrant stirbt, 30 Personen, unter ihnen fünf Frauen, werden teils schwer verletzt. Die Ereignisse offenbarten schwere Divergenzen zwischen KP und Sozialdemokraten.

1934: Geburt von Peter Zinsli, Schweizer Volksmusiker. Er stirbt am 3. Dezember 2011.

1938: Tod von Ernst Ludwig Kirchner, deutscher Maler.

1943: Geburt von Johnny Hallyday

Keiner hält so lange durch wie er. Über 50 Jahre lang füllt er die grössten Konzertsäle, Stadien und Plätze Frankreichs. Zu seinem 40-jährigen Bühnenjubiläum kommen 600’000 Menschen auf das Pariser Marsfeld. Das Stade de France ist fünf Mal hintereinander bis auf den letzten Platz besetzt. Mick Jagger sagte: „In Frankreich ist Johnny unerreichbar.“ Fast 200 Mal ist er auf Tournee und verkauft 85 Millionen Schallplatten. Vier Mal ist er verheiratet, zum ersten Mal 1965 mit der Sängerin Sylvie Vartan. Im Bild Johnny Hallyday 2017 an der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Massakers im Bataclan in Paris. Johnny Hallyday stirbt am 5. Dezember 2017 an Lungenkrebs. (Foto: Keystone/EPA/Pool/Yoan Valat)
Keiner hält so lange durch wie er. Über 50 Jahre lang füllt er die grössten Konzertsäle, Stadien und Plätze Frankreichs. Zu seinem 40-jährigen Bühnenjubiläum kommen 600’000 Menschen auf das Pariser Marsfeld. Das Stade de France ist fünf Mal hintereinander bis auf den letzten Platz besetzt. Mick Jagger sagte: „In Frankreich ist Johnny unerreichbar.“ Fast 200 Mal ist er auf Tournee und verkauft 85 Millionen Schallplatten. Vier Mal ist er verheiratet, zum ersten Mal 1965 mit der Sängerin Sylvie Vartan. Im Bild Johnny Hallyday 2017 an der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Massakers im Bataclan in Paris. Johnny Hallyday stirbt am 5. Dezember 2017 an Lungenkrebs. (Foto: Keystone/EPA/Pool/Yoan Valat)

1953: Geburt von Xi Jinping, Staatspräsident Chinas (seit 2013), Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas (seit 2012) und Vorsitzender der Militärkommission (seit 2012).

1961: Walter Ulbricht dementiert, in Berlin eine Mauer bauen zu wollen. Zwei Monate später wird sie gebaut.

1969: Tote bei Bergrennen

Bei einem Autorennen zwischen Naters und Blatten im Kanton Wallis rast ein Rennwagen in die Zuschauermenge. Fünf Menschen sterben. (Bild: Screenshot, Schweizer Fernsehen, Archiv)
Bei einem Autorennen zwischen Naters und Blatten im Kanton Wallis rast ein Rennwagen in die Zuschauermenge. Fünf Menschen sterben. (Bild: Screenshot, Schweizer Fernsehen, Archiv)


1969: Georges Pompidou wird französischer Staatspräsident. Er regiert bis zu seinem Tod am 2. April 1974.

1972: Ulrike Meinhof wird verhaftet.

1993: Tod von James Hunt, britischer Rennfahrer und Weltmeister in der Formel 1 (1976). 

1996: Tod von Ella Fitzgerald, amerikanische Jazz-Sängerin.

1998: Nato-Kampfflugzeuge führen über Albanien und Mazedonien Manöver durch.

2011: Die Bundesversammlung wählt Bundesanwalt Erwin Beyeler nicht wieder. Für das absolute Mehr fehlen fünf Stimmen.

2013: Überraschung in Iran: Der gemässigte Geistliche Hassan Rouhani gewinnt die Präsidentschaftswahl.

2013: Mit Tränengas, Wasserwerfern und Schlagstöcken räumt die türkische Polizei den Gezi-Park in Istanbul. Die Demonstranten kämpfen weiter.

2019: Tod von Franco Zeffirelli

Zeffirelli, der im Alter von 96 Jahren in Rom starb, war der uneheliche Sohn eines Stoffhändlers, fasziniert von Sizilien, ein Egozentriker, homosexuell, stets extravagant gekleidet, ein Freund Berlusconis, Senator - und einer der begnadetsten und weltweit gefeiertsten Film- und Opernegisseure. Bekannt wurde er zunächst durch Shakespeare-Verfilmungen. 1967 realisierte er mit Elizabeth Taylor und Richard Burton „Die Widerspenstige Zähmung“, ein Jahr später „Romeo und Julia“ mit Leonard Whiting und Olivia Hussey. Für Romeo und Julia erhielt er eine Oscar-Nominierung. Weltberühmt wurde er 1977 durch die sechsstündige Bibelverfilmung „Jesus von Nazareth“. Dieses Werk prägte das Christus-Bild mehrerer Generationen. 1990 inszenierte er mit Mel Gibson „Hamlet“. 1999 folgte „Tee mit Mussolini“ und 2002 „Callas Forever“, ein Denkmal für seine hochverehrte Maria Callas. Zeffirelli war es auch, der 1964 im Royal Opera House in Covent Garden die Callas-Vorstellung inszenierte, in der sie als Tosca auftrat.Zeffirelli verbrachte seine letzten Jahre im Rollstuhl und konnte kaum mehr sprechen. Von sich selbst sagte er, er sei anfällig für Pathos, Gefühl und opulente Inszenierungen. „Manchmal muss ich selbst weinen, wenn ich meine Filme sehe“, sagte er. Für Berlusconis Forza-Italia-Partei sass er sechs Jahre lang im italienischen Senat. Das Bild zeigt ihn 2014 in seiner Römer Wohnung. (Foto: Keystone/EPA/Ansa/Alessandro di Meo)
Zeffirelli, der im Alter von 96 Jahren in Rom starb, war der uneheliche Sohn eines Stoffhändlers, fasziniert von Sizilien, ein Egozentriker, homosexuell, stets extravagant gekleidet, ein Freund Berlusconis, Senator - und einer der begnadetsten und weltweit gefeiertsten Film- und Opernegisseure. Bekannt wurde er zunächst durch Shakespeare-Verfilmungen. 1967 realisierte er mit Elizabeth Taylor und Richard Burton „Die Widerspenstige Zähmung“, ein Jahr später „Romeo und Julia“ mit Leonard Whiting und Olivia Hussey. Für Romeo und Julia erhielt er eine Oscar-Nominierung. Weltberühmt wurde er 1977 durch die sechsstündige Bibelverfilmung „Jesus von Nazareth“. Dieses Werk prägte das Christus-Bild mehrerer Generationen. 1990 inszenierte er mit Mel Gibson „Hamlet“. 1999 folgte „Tee mit Mussolini“ und 2002 „Callas Forever“, ein Denkmal für seine hochverehrte Maria Callas. Zeffirelli war es auch, der 1964 im Royal Opera House in Covent Garden die Callas-Vorstellung inszenierte, in der sie als Tosca auftrat.Zeffirelli verbrachte seine letzten Jahre im Rollstuhl und konnte kaum mehr sprechen. Von sich selbst sagte er, er sei anfällig für Pathos, Gefühl und opulente Inszenierungen. „Manchmal muss ich selbst weinen, wenn ich meine Filme sehe“, sagte er. Für Berlusconis Forza-Italia-Partei sass er sechs Jahre lang im italienischen Senat. Das Bild zeigt ihn 2014 in seiner Römer Wohnung. (Foto: Keystone/EPA/Ansa/Alessandro di Meo)

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