Ali Larijani, der sehr einflussreiche iranische starke Mann, wurde bei einem israelischen Angriff getötet. Dies berichtet der israelische Verteidigungsminister Israel Katz.
Zuerst hatte es geheissen, es sei unklar, ob Larijani bei dem nächtlichen Luftangriff auf Teheran ums Leben gekommen sei. Israel hat im aktuellen Krieg bereits Dutzende führende Persönlichkeiten des iranischen Machtapparats getötet.
Die israelische Zeitung Haaretz nennt Larjani den «De-facto-Kriegsführer der Islamischen Republik». Verteidigungsminister Katz erklärt, er sei bei einem Angriff «auf seinen Unterschlupf» in Teheran getötet worden. Larijani war Vorsitzenden des iranischen Nationalen Sicherheitsrates.
Gleichzeitig teilte die israelische Armee mit, dass Gholamreza Soleimani, der Kommandant der Basij, ebenfalls bei einem Angriff getötet wurde. Die 1979 von Ajatollah Khomeini gegründete Basij-Miliz setzt sich aus Freiwilligen zusammen, die von der Regierung unterstützt werden und deren Aufgabe es ist, die iranische Gesellschaft zu kontrollieren. Die Basij spielte bei der Unterdrückung von Aufständen eine zentrale Rolle. Auch Rassem Qureshi, der Stellvertreter von Gholamreza Soleimani kam bei dem Angriff ums Leben.
«In den Tiefen der Hölle»
Verteidigungsminister Israel Katz sagte: «Ich wurde soeben vom Chef der IDF (der israelischen Verteidigungskräfte) darüber informiert, dass Larijani und der Chef der Basij über Nacht getötet wurden und sich nun Khamenei, dem Architekten des Vernichtungsprogramms, und all den eliminierten Führern der ‚Achse des Bösen‘ in den Tiefen der Hölle angeschlossen haben.»
Die offiziellen iranischen Medien kündigten an, dass eine Erklärung von Larijani veröffentlicht werde. Etwa eine Stunde später erschien eine Nachricht auf seinen Social-Media-Konten, in der er das Andenken an die bei einem US-Angriff getöteten iranischen Seeleute ehrte, deren Beerdigungen für heute geplant sind.
Nach der Ermordung des Obersten Führers Ali Khamenei galt der 67-jährige Larijani als mächtigste Persönlichkeit in Iran, der die oberste Autorität über die nationale Sicherheit und die Aussenpolitik innehatte.
Er wurde im Irak geboren, ist ausgebildeter Mathematiker und Experte für westliche Philosophie; seine Doktorarbeit an der Universität Teheran schrieb er über die mathematische Philosophie von Immanuel Kant.
Die linksliberale israelische Tageszeitung Haaretz beschreibt ihn so:
«Er ist der Sohn eines der ranghöchsten islamischen Gelehrten Irans. Sein Bruder Sadeq Larijani war als Leiter der Justiz für die Hinrichtung vieler Regimegegner verantwortlich. Ein weiterer Bruder leitete den Menschenrechtsrat der Regierung und war als hochrangiger politischer Berater Khameneis tätig.
Über vier Jahrzehnte hinweg stieg Ali Larijani in Schlüsselpositionen in allen Machtzentren in Iran auf. Während des Iran-Irak-Kriegs diente er als hoher Offizier in der Revolutionsgarde und erreichte schliesslich den Rang eines Brigadegenerals. Später war er Kulturminister, wo er die Zensur im gesamten Kulturbereich des Landes verschärfte, sowie Leiter der staatlichen Rundfunkbehörde, wo er den Propagandaapparat des Regimes kontrollierte. Anschliessend wurde er Parlamentspräsident, Präsidentschaftskandidat und Leiter des Nationalen Sicherheitsrats.»