Für die einen ist er der Retter des Landes. Andere bezeichnen ihn als Kriegsverbrecher. Bei den heutigen Parlamentswahlen in Israel geht es darum, ob der der Langzeit-Regent Benjamin Netanjahu seine Macht behalten kann. Herausgefordert wird er vom früheren Generalstabchef Gadi Eisenkot. Das Bild zeigt die beiden Kontrahenten auf Wahlplakaten in Tel Aviv.
Es sind die ersten Wahlen seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023. Laut Umfragen liefern sich das Netanjahu- und das Eisenkot-Lager ein Kopf-a-Kopf-Rennen. Die Knesset, das isrsaelische Parlament, zählt 120 Sitze. Nicht ausgeschlossen ist, dass keiner der beiden Blöcke die zum Regieren notwenige absolute Mehrheit von 61 Sitzen erzielt.
Dominiert werden die Wahlen von strikten Sicherheitsvorkehrungen. Netanjahu warnte Iran, Israel nicht auf die Probe zu stellen und die Wahlen nicht mit Gewalt zu stören. Auch radikale Palästinenser stellen am Wahlgang laut israelischen Sicherheitskräften ein Sicherheitsrisiko dar.
Laut Medienberichten stehen am Dienstag rund 20’000 Polizeikräfte bereit, um für die Sicherheit zu sorgen. Der Leiter des Zentralen Wahlausschusses, Verfassungsrichter Noam Sohlberg, zeigt sich mit den Vorbereitungen zufrieden.
Zeit, ihre Stimme abzugeben, haben die Wahlberechtigten bis 22 Uhr israelischer Zeit – 21 Uhr Schweizer Zeit. Dann geben die grossen Fernsehsender ihre Prognosen bekannt, gefolgt von den ersten Hochrechnungen. Der Wahltag ist ein Ferientag, Lebensmittelläden dürfen zwischen 6 Uhr morgens und 12 Uhr mittags öffnen, Spitäler stellen auf den Schabbatbetrieb.