Fado ist ein portugiesischer Musikstil, der Anfang des 19. Jahrhunderts entstand. Dessen Gesänge handeln meistens von unglücklicher Liebe und sozialen Missständen. Das grosse Thema ist die Sehnsucht. «Saudade» das portugiesische Wort für «Weltschmerz». Die Gesänge sind Ausdruck dafür, dass Sehnsucht und Weltschmerz im Leben eines Menschen nie zu stillen sind.
Seinen Ursprung hat der Fado in den Armenvierteln von Lissabon. Dort hausten Matrosen und Arbeitslose. Mit der Zeit wurden die Gesänge auch in bürgerlichen Kreisen beliebt. Das führte dazu, dass bald einmal eine Gesangskultur entstand, die weit über Portugal hinaus die Menschen in ihren Bann zog. Die Geschichte von grossen Fado-Sängerinnen ist lang und dauert bis heute an.
Die Texte berichten davon, dass kein Mensch je im Leben sich von dieser Sehnsucht wird befreien können. Denn jeder wird immer wieder etwas vermissen, etwas bedauern, etwas herbeiwünschen. Auf einem Boot unterwegs wird er sich sagen, dass es hier zwar Wind und Sturm gibt, aber auch da wird ihn niemand von der Sehnsucht befreien.
Auch wer seinen Namen in den Sand schreibt und ein Herz dazu zeichnet verfällt der Sehnsucht. Es kommen die Wellen und löschen im Sand alles wieder aus. Ob wohl die Ewigkeit die Sehnsucht auslöschen wird?
Auch in Liebesbeziehungen gibt es kein Nachlassen und keine Vernichtung der Sehnsucht. Denn da vergisst man immer wieder die Augenblicke vermeintlichen Glücks. Ein Lied berichtet über die Zeit der Seemöwen, wie ihre Beobachtung in uns eine seltsame Melancholie heraufbeschwört.
Ein weiteres Lied nennt sich «Geheimnis eines Fados», das nur zu erkunden ist, wenn man sich der Stadt Lissabon annähert und dort Fado-Gesänge hört. Das letzte Lied nennt sich «Der Schlaf der Engel». Vielleicht muss man abwarten, und herausfinden, wo dieser Ort liegt, um die Sehnsucht zu überwinden.
Die Aufnahme, die ich ausgesucht habe, ist eine neuere, nicht eine der berühmten alten Fado-Sängerinnen. Hier singt Linda Leonardo, die Aufnahme erschien 2007 bei ARC Music in den USA.