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Iran/USA

Im iranischen Würgegriff?

28. Juli 2026
Teheran
Grafitto in Teheran (Keystone/EPA/Abedin Taherkenareh)

Das riesige Graffito im Zentrum von Teheran soll den Iranern und Iranerinnen die Hoffnung vermitteln, dass Donald Trump die Optionen ausgehen. Das ist wohl plakatives Wunschdenken. Und dennoch: Der Krieg verläuft absolut nicht so, wie es sich der amerikanische Präsident vorgestellt hatte.

Es gibt keine Anzeichen, dass die USA oder Iran einen entscheidenden strategischen Vorteil erzielt haben. In der amerikanischen Bevölkerung schwindet die Unterstützung für den Krieg. Selbst Fox-Moderatorin Laura Ingraham sagte: «Für Präsident Trump läuft die Zeit davon, aus diesem Krieg auszusteigen, bevor die Wähler (bei den Midterm-Wahlen) an die Urnen gehen. Das macht viele Republikaner nervös.» Immer mehr Republikaner wenden sich gegen den Krieg. Selbst der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, sagte: «Jetzt müssen wir ihn (den Krieg) zu Ende bringen.»

Auch die jüngsten, nach oben geschraubten Opferzahlen beeinflussen die öffentliche Wahrnehmung. Laut neuesten Zahlen, die die New York Times veröffentlicht, sind 624 amerikanische Militärangehörige seit Kriegsbeginn verwundet worden, 18 wurden getötet. 

Und Trump merkt, schreibt die israelische Zeitung Haaretz, dass der Krieg immer teurer wird. Kann er sich das leisten? «Die Bestände an Raketenabwehrsystemen schwinden schneller, als sie ersetzt werden können», erklärt Haaretz. «Angesichts schwindender Bestände an Abfangraketen wird der Preis eines langwierigen Konflikts immer schwerer zu ignorieren.» 

Trumps neue Luftangriffe scheinen Teheran nicht einzuschüchtern. Iran zeigt kein Interesse an einem schnellen Friedensschluss. Man will offenbar Trump weiter zappeln lassen und zuschauen, wie seine Popularität noch weiter sinkt. Und die Strasse von Hormuz ist noch immer – trotz heftigster Drohungen von Trump – kaum befahrbar.

Beamte im Pentagon warnen den Präsidenten vor einer Bodenoffensive, zu der er sich aus Verzweiflung hinreissen lassen könnte. 

Im Moment herrscht eine Kampfpause, doch solche benutzen die Iraner, um sich neu zu sammeln. Trump sagte am Dienstag: «Wir führen gute Gespräche» mit Iran. Er bestreitet erneut, dass seinem Land die Munition ausgeht. Iran erklärt, die USA steckten nach fünf Monaten Krieg, den sie unter dem Einfluss Israels begonnen hätten, «in einer Sackgasse und hätten zu kämpfen» und würden «unweigerlich den Preis dafür zahlen».

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