Basel, Freitag, 19. Juni 2026: Junge Männer springen zur Abkühlung in den Rhein. In den kommenden Tagen steigt das Thermometer überall in den tieferen Lagen weit über 30 Grad. Ab Donnerstag hat der Bund deshalb eine Hitzewarnung herausgegeben.
In Sachen Länge der Hitzewelle war bis jetzt der Hitzesommer 2003 das Mass aller Dinge. Doch jetzt werden diese Rekorde vielerorts gebrochen. Die aktuelle Hitzewelle dauert bis mindestens Ende Juni. In Zürich etwa werden es somit bis Ende Monat mit grosser Wahrscheinlichkeit 14 Tage am Stück mit 30 Grad oder mehr sein. Das wären bereits drei Tage mehr als der alte Rekord. Die aktuelle Hitzewelle dauert nicht nur lange, sondern sie ist besonders intensiv. Statt «nur» 30 Grad, gibt es über mehrere Tage hinweg über 35 Grad – das ist ziemlich extrem.
Weite Teile Europas ächzen derzeit unter der Hitze. Besonders betroffen ist Italien. Das Land gilt schon lange als Hotspot des Klimawandels am Mittelmeer. Immer weniger Niederschläge gibt es vor allem im Süden des Landes. Extreme Dürreperioden belasten Landwirtschaft und Tourismus. «Wir beobachten in Italien einen deutlich stärkeren Temperaturanstieg als in anderen Regionen der Welt und wir gehen davon aus, dass es in Zukunft zu einer fortschreitenden Wüstenbildung kommen wird – das heisst zu immer weniger Niederschlägen im Süden und an der tyrrhenischen Küste», so das finstere Szenario von Klimaforscher Massimo Frezzotti.
Auch Spanien ist stark betroffen. Regelmässig gehen die Temperaturen über 40 Grad. Ein Hotspot im buchstäblichen Sinne ist Madrid. Abseits von den etwas Schatten spendenden Parks ist die Hauptstadt extrem dicht bebaut, die Böden versiegelt. 2’200 Wasserbrunnen sollen etwas Abhilfe schaffen, so wie auch die sogenannten Klimaschutzräume – etwa eine Markthalle. Hier kühlt sich Begoña Porta ab: «Die Temperatur hier ist phänomenal. Du kommst aus der Hitze von der Strasse hier rein und alles ist gut.»
Nur vor der Tür ist eben nicht mehr alles gut. Extreme Temperaturen sind im Sommer in Ländern wie Italien und Spanien längst keine Ausnahme mehr.