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Es gärt weiter in Frankreich

Protest Bordeaux
Keystone/EPA, Guillaume Pinon

In ganz Frankreich wird weiter demonstriert. Das Bild aus Bordeaux zeigt eine friedliche Menschenmenge mit etwa 20'000 Teilnehmern, die sich von der Place de la République aus in Bewegung setzt. Überall wächst die wirtschaftliche und soziale Unzufriedenheit. Arbeitnehmer und Studenten fordern höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, bessere Bildungseinrichtungen und stärkere öffentliche Dienstleistungen.

In Paris schlug die zunächst friedliche Stimmung um, als einige Demonstranten mit der Polizei aneinandergerieten, die daraufhin Tränengas einsetzte.

In zahlreichen weiteren Grossstädten wie Rennes, Marseille, Nantes, Lyon, Bordeaux und Strassburg haben Gruppen von jeweils mehreren hundert radikalen Kräften und Linksextremisten Polizisten mit Wurfgeschossen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Sie versuchten zudem, aus den Demonstrationszügen auszubrechen und in die Stadtzentren vorzudringen. Dies teilte das Innenministerium mit.

Landesweit gab es nach einer vorläufigen Bilanz 448 Festnahmen, 53 Polizeibeamte wurden verletzt und es gab 86 Brandstiftungen. Beamte wurden unter anderem mit Steinen, Boulekugeln und improvisierten Sprengsätzen beworfen.

Schwere Sachbeschädigungen und Gewalt gab es an etlichen Schulen in Frankreich, wie das Ministerium mitteilte. Schulpersonal wurde in einigen Städten mit Feuerwerkskörpern beschossen und verletzt. 

In Toulouse drangen Randalierer in eine Schule ein und legten einen Brand, verwüsteten Räume und zerstörten Computer. In Caen wurden zwei Gymnasien schwer beschädigt. In Lille wurde der Eingang eines Gymnasiums in Brand gesetzt, wonach die Schule evakuiert werden musste.

Zum Protesttag hatten die Gewerkschaften aufgerufen. An den frankreichweit bislang grössten Demonstrationen beteiligten sich nach letzten Angaben des Innenministeriums 575'000 Menschen, davon 65'000 in Paris. Der Gewerkschaftsbund CGT sprach am Abend von 1,6 Millionen Teilnehmern landesweit.

Mit den Gewerkschafts­demonstrationen setzen sich die seit Wochen andauernden Sozialproteste in Frankreich fort, die bislang von Schüler- und Studentenorganisationen sowie der Gelbwestenbewegung organisiert waren. Bei diesen jüngsten Massenprotesten ging es vor allem um eine bessere Ausstattung von Schulen, um Polizeigewalt und die zu hohen Lebenshaltungskosten.

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