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Präsidentschaftswahlen

Driftet Kolumbien ins ultrarechte Lager?

Abelardo de la Espriella
Abelardo de la Espriella (Keystone/AP/Jose Vargas)

Bei den Präsidentschaftswahlen in Kolumbien kommt es erwartungsgemäss am 21. Juni zu einer Stichwahl. Am meisten Stimmen im ersten Wahlgang hat der ultrarechte Anwalt Abelardo de la Espriella erzielt. Er, «el Tigre» genannt, ist ein Bewunderer von Donald Trump und dem rechtsradikalen salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele. Bei Wahlauftritten prahlte Abelardo de la Espriella mit der Grösse seiner Genitalien. Es brauche jetzt «ordentliche Eier», um Ordnung zu schaffen.

Mit ihm in die Stichwahl geht der linke Senator Iván Cepeda, ein Anhänger des abtretenden Präsidenten Gustavo Petro. Abelardo de la Espriella erhielt 44 Prozent der Stimmen, Iván Cepeda 40 Prozent. 

Ausgeschieden ist Paloma Valencia, die Kandidatin eines Mitte-rechts-Bündnisses, die einen wirtschaftsliberalen Kurs fährt. Sie kam auf 7 Prozent der Stimmen. Entscheidend wird nun, für wen ihre Anhänger und Anhängerinnen in der Stichwahl stimmen. Beobachter rechnen damit, dass viele nicht für die Linke stimmen werden.

Die Linke erklärt, sie erkenne das Wahlergebnis vorläufig nicht an. In verschiedenen Wahllokalen sei es zu erstaunlichen Resultaten gekommen. Es gebe eine Diskrepanz von 885’000 Wahlberechtigten im Wahlregister, die von den Aufsichtskommissionen überprüft werden müsse, sagte Cepeda in seiner Rede nach der Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse durch die Nationale Wahlbehörde.

Gustavo Petro war der erste linke Präsident Kolumbiens. Laut der Verfassung durfte er nicht erneut kandidieren. Ihm war es gelungen, dank höheren Sozialausgaben und Mindestlohnerhöhungen die Armut einzudämmen. Sein Vorhaben des «totalen Friedens» mit den bewaffneten Guerillagruppen gelang jedoch nur ansatzweise. Im jüngster Zeit dreht die Gewaltspirale wieder. 

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