Rückkehr von Flüchtlingen am Freitagmorgen in teilweise zerstörte südliche Stadtteile von Beirut. US-Präsident Trump hatte am Donnerstag eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und Libanon angekündigt, die am gleichen Tag um 23 Uhr MEZ beginnen werde. Trump erklärte in einem Beitrag auf Truth Social, er habe Gespräche mit dem israelischen Regierungschef Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Aoun geführt. Er habe beide nach Washington eingeladen, um Friedensgespräche zu führen.
Ob und wie lange der Waffenstillstand halten wird, ist vorläufig noch undurchsichtig. Netanjahu verkündete nach Trumps Erklärung in einer Video-Botschaft, es bestehe die Chance auf ein «historisches Abkommen», das aber die Entwaffnung der schiitischen Hizbollah-Miliz enthalten müsse. Israelische Truppen würden während der Waffenruhe in Libanon präsent bleiben. Die Hizbollah wiederum erklärte in einer Stellungnahme, dass die Präsenz israelischer Truppen im Libanon ihr das «Recht auf Widerstand» einräume.
Ein vor Trumps Waffenstillstands-Ankündigung vorgesehenes Telefongespräch zwischen Ministerpräsident Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Aoun war nicht zustande gekommen. Aoun soll das Gespräch verweigert haben, solange Israel sein Land angreife. Offenkundig hatte Trump dann auf beide Seiten in direkten Telefonaten Druck ausgeübt, einem Waffenstillstand zuzustimmen.