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Frankreich

Schlappe für Marine Le Pen

27. Juni 2021
Journal21
In der Stichwahl der französischen Regionalwahlen erleidet das rechtsextreme „Rassemblement National“ ein Debakel.

Marine Le Pen hatte sich Hoffnung gemacht, endlich eine französische Region zu gewinnen, nämlich die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Umfragen gaben ihrem Kandidaten reelle Chancen. Doch es kam anders.

Regionalpräsident Renaud Muselier von der konservativen bürgerlichen Partei „Les Républicains“ erzielte 57,3 Prozent der Stimmen und distanzierte den Le-Pen-Kandidaten Thierry Mariani klar. Dieser kam auf 42,7 Prozent.

Damit dominiert Le Pens Rassemblement national noch immer keine einzige französische Region. Dies ist ein nicht zu unterschätzender Schlag für die Rechtsextremen, die seit langem die südostfranzösische Region Provence-Alpes-Côte d’Azur als ihre Hochburg betrachten.

Im ersten Wahlgang vor einer Woche waren laut Umfragen viele Le-Pen-Wählerinnen und Wähler zuhause geblieben. Die Wahlbeteiligung hatte gut 30 Prozent betragen. Marine Le Pen hatte erklärt, das entspreche nicht den eigentlichen Machtverhältnissen im Staat. Sie rief dringend ihre Anhängerinnen und Anhänger auf, im jetzigen zweiten Wahlgang an die Urnen zu gehen.

Dieser Aufruf verhallte. Im zweiten Wahlgang betrug die Wahlbeteiligung miserable 34,3 Prozent. Beim ersten Wahlgang hatte sie 33,7 Prozent betragen.

Überraschend gut schnitten erneut „Les Républicains“ (früher UMP, die Partei von Giscard d’Estaing und Sarkozy) sowie die Linke ab. Sowohl die Konservativen als auch die Linke konnten ihre Regionen halten. Die längst totgesagten Sozialisten und ihre Verbündeten haben keine einzige ihrer fünf Regionen verloren.

Wie schon im ersten Wahlgang erzielte Staatspräsident Emmanuel Macrons „La République en marche“ (LREM) ein deplorables Ergebnis. Die Bewegung ist in keiner der 18 französischen Regionen wirklich verankert.

Wegen der extrem tiefen Wahlbeteiligung wäre es falsch, Schlüsse für die Präsidentschaftswahlen im kommenden April/Mai zu ziehen. Bei Präsidentschaftswahlen liegt die Wahlbeteiligung traditionell sehr viel höher als bei Regionalwahlen.

(J21)

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