Von Vincenzo Bellini (1801-1835) kennt man eine Oper, die «I Puritani» heisst. Puritanismus ist eine Bewegung, die in England, Schottland, später ebenso in Amerika grosse Anhängerschaft fand. Im heutigen Sprachgebrauch verwendet man das Wort puritanisch in der abwertenden Bedeutung von bigott, engstirnig, heuchlerisch. Doch Puritaner haben in der Geistesgeschichte wesentlich zur positiven Ausformung des Bildes vom Menschen beigetragen.
So auch in der Kunst. Bellinis Oper ist ein Meisterwerk innerhalb des Belcanto-Repertoires. Es war Bellinis letzte Oper. Die Uraufführung fand im Januar 1835 im Théâtre Italien in Paris statt. Die Handlung ist frei erfunden, widerspiegelt aber die Phantasie der Zeitgenossen Bellinis.
Sie spielt in einer Puritaner-Festung nahe der südenglischen Hafenstadt Plymouth. Und alarmiert musikalisch alle Belcanto-Liebhaber von Bellini. Wo die Musik stimmt, stört kein Libretto mehr, keine historische Unzulänglichkeit, kein aufführungsbedingter Missgriff.
Hier eine Aufnahme aus dem Gran Teatre del Liceu (Barcelona) vom 8. Februar 2001 unter der Leitung von Andrei Serban mit Edita Gruberova, José Bros, Simón Orfila und Carlos Álvarez.