Die grösste Schweizer Metropole ist seit langem eine links-grüne Stadt. Jetzt rückt die Zürcher Stadtregierung noch weiter nach links – auf Kosten der Freisinnigen. Der SVP gelingt der Einzug in die Stadt-Exekutive wieder nicht. Bei der Neuwahl des Stadtparlaments konnte die Linke ihre hauchdünne Mehrheit von einer Stimme verteidigen.
Den Freisinnigen (FDP) gelang es nicht, im Stadtrat den Sitz des zurückgetretenen Filippo Leutenegger zu verteidigen. Trotz eines lebendigen, mit viel Geld unterstützten Wahlkampfs schaffte der FDP-Kandidat Përparim Avdili den Einzug in die Stadtregierung nicht. Für die FDP ist das eine herbe Niederlage. Das letzte Mal war sie vor 40 Jahren mit nur einem Sitz in der Stadtregierung vertreten.
Auch der SVP-Kandidat Ueli Bamert, der die Stadt mit Plakaten vollkleben liess und in den Medien viel Werbefläche buchte, erzielte ein eher bescheidenes Ergebnis und landete auf dem 14. Platz.
Sieben von neun
Die Zürcher Stadtregierung zählt neun Sitze. Die Sozialdemokraten besetzen deren vier. Die Grünen, die bisher zwei Sitze belegten, gewinnen einen Sitz dazu. Rot-grün verfügt also in der Zürcher Stadtregierung über sieben von neun Sitzen. Dazu kommt ein Vertreter der Grünliberalen und ein einziger Freisinniger (FDP).
Bei der Wahl um das Stadtpräsidium verfehlte der Sozialdemokrat Raphael Golta da nötige absolute Mehr nur knapp. In einem zweiten Wahlgang wird er um die Nachfolge der sozialdemokratischen Stadtpräsidentin Corin Mauch kämpfen. Sie stand der Stadtregierung 16 Jahre vor.
Parlamentswahl
Ebenso wichtig wie die Exekutiv-Wahlen waren die Wahlen ins Stadtparlament. Dort verfügte die Allianz zwischen Rot, Grün und der linken Alternativen bisher über eine hauchdünne Mehrheit von nur einer Stimme. Diese Mehrheit konnte die Linke jetzt verteidigen. SP, Grüne und AL holen 63 der 125 Parlamentssitze.
Die SP gewinnt vier Sitze im Stadtparlament. FDP und SVP legten um je zwei Sitze zu. Verlierer sind die GLP und die Grünen, die EVP fliegt aus dem Parlament.
Winterthur
Gewählt wurde auch in der zweitgrössten Stadt des Kantons Zürich. Und auch Winterthur bleibt links dominiert. SP und Grüne kommen zusammen im sieben Mitglieder zählenden Stadtrat auf vier Sitze, Mitte und FDP auf drei. Die FDP konnte der GLP einen Sitz entreissen.
Gewählt wurden die fünf isherigen Stadträte Stefan Fritschi (FDP), Kaspar Bopp (SP), Nicolas Galladé (SP), Martina Blum (GP) und Christa Meier (SP). Neu ziehen Andreas Geering (Mitte) und Romana Heuberger (FDP) in die Stadtregierung ein.
Zur Wahl stand auch ein neuer Stadtpräsident: Die SP schickt Kaspar Bopp, die FDP Stefan Fritschi ins Rennen. Beide Kandidaten verpassen das absolute Mehr und müssen in den zweiten Wahlgang.