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Sprach-Akrobatik

Kurz und bündig

16. Oktober 2015
Alex Bänninger
Die Politik streicht uns ihre Botschaften häppchenweise wie Honig um den Mund. Die süsse Verführung stösst sauer auf.

Kurz und bündig gilt als Tugend. So sehr, dass ihr auch die Mode folgte und sich mit dem Minirock und dem Bikini revolutionierte. Kein Wunder also, dass im noch laufenden Wahlkampf Aufmerksamkeit schafft, wer seine Ziele sexy auf den Punkt bringt. Aber es ist eine hohe und für viele eine unerreichbare Kunst, mit knappen Botschaften bei den Tatsachen zu bleiben und nicht nur die Politikerinnen und Politiker zu entblössen, sondern die Wählerinnen und Wähler zu erhellen.

Daraus wäre die Regel abzuleiten, Kurzbotschaften zu misstrauen. Sie sind Hüllen für abgemurkste Wahrheiten, abgefeimte Versprechen oder für bis auf die Knochen abgemagerte Programme. Zählen wir die Wahlverheissungen zusammen, dann sind es die Besten, die in die eidgenössischen Räten drängen und dort alles zum Besten wenden können, weil die Probleme doch simpel einfach und die Lösungen noch simpler sind.

Daran muss, zurückhaltend gesagt, etwas falsch sein. Zum Beispiel die Einschätzung der Wählerinnen und Wähler als zu einfältig, um Schwieriges zu begreifen und Bitteres zu schlucken. Oder aber das politische Personal glaubt allen Ernstes an die Kinderleichtigkeit seiner Arbeit.

Die bundesrätliche Zauberformel mag gestorben sein, doch den Stimmenfang beleben die Kandidierenden lautstark mit ihren Zauberformeln. Ein Festival der Magier. Mit Verlaub kurz und bündig: Politik als Hokuspokus möchten wir uns nach den Wahlen verbeten haben.

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