Noch wehrt sich der 94-jährige Raúl Castro. Er, der Bruder des legendären Fidel Castro, ist die graue Eminenz des kubanischen Regimes. Trotz katastrophaler Wirtschafts- und Versorgungslage sträubt sich der Revolutionsführer gegen amerikanische Forderungen nach grundlegenden politischen und wirtschaftlichen Reformen. Jetzt soll er von den USA angeklagt werden. Inzwischen versucht die CIA, einen Dialog mit dem Regime aufzubauen.
Raúl Castro wird vorgeworfen, vor dreissig Jahren den Befehl gegeben zu haben, zwei Kleinflugzeuge der kubanischen Exilbewegung, die in den kubanischen Luftraum eindrangen und Flugblätter abwarfen, abzuschiessen. Dabei starben vier Amerikaner.
Soll Raúl Castro entführt werden wie der Venezolaner Nicolás Maduro? Die versteckten Drohungen gehören zum verstärkten Druck, den die USA auf Kuba ausüben. Seit 67 Jahren versucht Washington, das linke kubanische Regime zu stürzen. Jetzt könnte es Trump mit seiner Blockade- und Sanktionspolitik gelingen. Sämtliche Treibstoffreserven auf Kuba sind aufgebraucht. Strom gibt es nur noch wenige Stunden pro Tag. Es fehlt an Medikamenten und Nahrungsmitteln. Kubanische Spitäler sind nicht mehr funktionsfähig.
Die Gespräche mit der CIA führt offenbar Rodríguez Castro, ein Enkel von Raúl Castro. Ein Sturz des kubanischen Regimes beinhaltet auch Gefahren. Wer wird die Führung des Landes übernehmen? Da keine vernünftige Opposition bereitsteht, könnten chaotische Zustände ausbrechen. Deshalb sei es wichtig, betonen Kuba-Kenner, dass das bisherige Regime in irgendeiner Form weiterhin in die Führung des Landes eingebunden werde.
Laut amerikanischen Medien könnte es Trump beim Sturz des kubanischen Regimes auch darum gehen, sich bei den Midterm-Wahlen im November die Stimmen der zwei Millionen Exilkubaner, die vorwiegend in Florida leben, zu sichern. Zudem könnte er sich die Krone aufsetzen, dass ihm mit dem Sturz der Castro-Dynastie das gelungen ist, was mehreren amerikanischen Präsidenten nicht gelang.