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Waldbrände

Feuerwalzen

27. Juli 2026
Les Landes
Feuer bei Ares am Bassin d’Arcachon westlich von Bordeaux (Departement Gironde) (Keystone/EPA/Damien Rembert)

Die Waldbrände in Frankreich und Spanien sind weiterhin ausser Kontrolle. Mehr als 300’000 Menschen sind auf der Flucht. In Westfrankreich rückte das Feuer bis auf 15 Kilometer an den Grossraum Bordeaux heran. Heisse Winde fachen die Flammen immer neu an und erschweren die Löscharbeiten.

Eine Evakuierung der Grossstadt Bordeaux sei nicht vorgesehen, erklärte am Sonntag Thomas Cazenave, der Bürgermeister. In ersten Gemeinden westlich und südwestlich der Stadt wurden die Menschen jedoch aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. 140 Wohnhäuser wurden bereits zerstört.

Inzwischen haben dicke Rauchschwaden Bordeaux erreicht. Gesundheitsministerin Stephanie Rist liess 2,5 Millionen Atemschutzmasken gegen den Rauch verteilen.

Betroffen sind auch Tausende Touristen, die an der französischen Atlantikküste die Ferien verbringen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird kritisiert, weil die Gelder für die Anschaffung zusätzlicher Löschflugzeuge gestrichen worden waren. Frankreich verfügt bereits über zwölf Canadair-Flugzeuge, von denen aber nur sieben einsatzfähig seien. Die Opposition warf Macron eine fatale Sparpolitik vor.

Nationaler Notstand in Spanien

Auch in Spanien wüten die Brände weiter. Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez rief am Wochenende im Grossraum Madrid und in Avila einen «Notstand von nationaler Tragweite» aus. Laut dem öffentlich-rechtlichen Sender RTVE ist es das erste Mal in Spanien, dass das wegen Waldbränden geschieht.

Innenminister Fernando Grande-Marlaska erklärte, das Feuer in der Provinz Avila westlich von Madrid sei der grösste Waldbrand der jüngeren Geschichte Spaniens.

Die Chefin des spanischen Katastrophenschutzes, Virginia Barcones, sygte dem Sender RTVE, die Feuer hätten sich auf «einer Fläche von 77’000 Hektar ausgebreitet».

Wegen der beispiellosen Brände in der Umgebung der Hauptstadt sowie nahe Valencia im Osten des Landes mussten insgesamt 75’000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Die Rettungskräfte der Region Madrid rechneten im Laufe des Montags mit Windböen, was die Löscharbeiten erschweren werde. Löschflugzeuge aus Italien und Portugal unterstützen die spanischen Einsatzkräfte bei der Bekämpfung der Brände.

Spaniens König Felipe VI. und seine Frau Letizia besuchten am Sonntag in einer Notunterkunft Menschen, die vor den verheerenden Waldbränden aus ihren Häusern fliehen mussten. «Gemeinsam haben wir ein Naturerbe von unschätzbarem Wert verloren», sagte der König.

Auch der Trainer von Fussball-Weltmeister Spanien, Luis de la Fuente, besuchte Vertriebene und sprach ihnen Mut zu. «Ich denke, wir alle müssen in diesen schwierigen, tragischen Momenten alles in unserer Kraft Stehende tun, um zu helfen», sagte er.

Auch in Italien

Wie jedes Jahr brennt es auch in Süditalien, und wie jedes Jahr wird zum Teil Brandstiftung vermutet. Ein heftiges Feuer brach am Sonntag auf der Gargano-Halbinsel nördlich von Bari an der Adria aus. Das Feuer näherte sich den Stränden. Betroffen sind auch Zehntausende Feriengäste in den Ferienorten Peschici und Vieste. Die Strasse nach Vieste an der Spitze des Gargano wurde gesperrt.

Rund 200 Badegäste wurden mit Booten der Küstenwache und Ausflugsschiffen über den Seeweg in Sicherheit gebracht. Insgesamt mussten mehr als 1’000 Menschen vor den Flammen fliehen. Laut den Behörden gibt es deutliche Hinweise auf Brandstiftung. Das Feuer sei an mehreren Stellen gleichzeitig gelegt worden.

Während der ganzen Nacht waren zwei Helikopter und vier Löschflugzeuge vom Typ Canadair im Einsatz. Darüber hinaus arbeiteten die Feuerwehr, Mitarbeiter der regionalen Agentur ARIF (Agentur für Bewässerungs- und Forstarbeiten) sowie Freiwilligenteams ununterbrochen.

Am Montag gab der Bürgermeister von Peschici, Luigi D’Arienzo, Entwarnung. Er betont, dass der Notfall inzwischen beendet sei: «Allen geschätzten Mitbürgerinnen und Mitbürgern sowie unseren verehrten Gästen wird mitgeteilt, dass die Lage unter Kontrolle ist», schrieb er in den sozialen Medien. Zudem weist er darauf hin, dass sich die Touristen inzwischen in den Unterkünften befinden, die sie gebucht hatten. «Eine Evakuierung war nicht erforderlich, alle haben sich freiwillig in Sicherheit gebracht», stellt er klar. Für einige musste jedoch eine alternative Hotelunterkunft gefunden werden, nachdem sich rund 400 Personen vorübergehend in einer Schule in Peschici und in einer Turnhalle in Vieste aufgehalten hatten, wo sie versorgt und betreut wurden.

Laut Medienberichten seien allerdings in den Wäldern des Gargano erneut Feuerherde gesichtet worden.

Auch in der benachbarten italienischen Region Molise wüten mehrere Brände. Dort wurde die Adria-Bahnlinie zeitweise gesperrt, wodurch insbesondere im Bahnhof Termoli erhebliche Verkehrsbehinderungen entstanden. Campingplätze, Badeanlagen und ein Pflegeheim mussten vorsorglich geräumt werden. Touristen mussten Campingplätze und Strandbäder verlassen. Die Adriatische Staatsstrasse (SS16) sowie die Bahnstrecke entlang der Adriaküste wurden vorübergehend gesperrt.

Nicht nur in Frankreich, Spanien und Italien: Waldbrände wüten zurzeit in ganz Südeuropa von Griechenland bis Portugal.

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