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Kolumbien

Der ultrarechte Tiger

22. Juni 2026
Abelardo de la Espriella
Abelardo de la Espriella mit seiner Frau Ana Lucia Pineda (beide in Leibchen der kolumbianischen Fussballmannschaft) am Wahltag in Barranquilla (Keystone/AP/Rodrigo Abd)

Der von Präsident Trump unterstützte Rechtsaussenpolitiker Abelardo de la Espriella hat die Präsidentschaftswahl in Kolumbien gewonnen. Er löst den Linkspolitiker Gustavo Petro ab. Damit rutscht ein weiteres südamerikanisches Land ins ultrarechte Lager.

Der bisherige Präsident Gustavo Petro durfte wegen der gesetzlichen Begrenzung der Amtszeiten nicht erneut antreten. Laut inoffiziellen Zahlen kommt Abelardo de la Espriella auf 49,6 Prozent der Stimmen. Sein linker Herausforderer Iván Cepeda erzielt 48,7 Prozent. Die Linke ficht die Ergebnisse in über 30’000 Wahllokalen an.

Obwohl noch nicht alle Stimmen ausgezählt waren, gratulierten Trump und Aussenminister Marco Rubio ihrem Lieblingskandidaten. De la Espriella ist nicht nur ein Anhänger von Trump, sondern auch vom rechtsradikalen salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele. In die Schlagzeilen war De la Espriella während des Wahlkampfs geraten, weil er mit der Grösse seiner Genitalien geprahlt hatte.

De la Espriella, der sich selbst als «El Tigre» bezeichnet, gilt als politisch unerfahrener Hitzkopf, der – so Beobachter in Bogotá – «ganz nach dem Gusto von Donald Trump» geschnitzt ist. Er, der nie ein politisches Amt bekleidete, hat versprochen, Megagefängnisse für Drogenschmuggler zu bauen, «Narco-Terroristen-Lager» zu bombardieren und Petros Bemühungen um eine Friedenslösung mit Kolumbiens langjährigen Guerillas aufzugeben.

Kolumbien ist nach Brasilien das zweitgrösste Land Südamerikas und zählt 53 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen. Vor gut einem halben Jahr wurde in Chile José Antonio Kast zum Präsidenten gewählt. Er wird dem rechtsextremen Lager zugerechnet.

(Journal 21)

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