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Musik des Tages

Cellosonaten von Virtuosen

22. Februar 2026
Iso Camartin
Jean-Guihen Queyras, Alexander Melnikov

Chopin und Rachmaninoff waren beide Klaviervirtuosen und Komponisten, die auch für andere Instrumente des Orchesters schreiben wollten. Hier kommen ihre beiden Cellosonaten zur Sprache, die Werke von grosser Schönheit sind und an die Interpreten die höchsten Anforderungen stellen.

Chopins Cellosonate stammt aus dem Jahr 1846 bis 1847. Chopin (1810-1849) hat sie geschrieben für Auguste Franchomme und sie zusammen mit dem Cellisten im Februar 1848 in Paris in der Salle Pleyel uraufgeführt. In jeder Hinsicht also ein Meisterwerk seiner späten Jahre. Es war Chopins letztes Erscheinen vor Publikum.

Die Sonate hat 4 Sätze und dauert etwa 30 Minuten. Sie ist nichts für Laienspieler, auch wenn das Largo, der 3. Satz, leicht erscheint. Immer ist es wieder erstaunlich, wie Musiker der höchsten technischen Ansprüche im Alter zu der Schönheit zurückfinden, die in der Einfachheit steckt.

Auch Rachmaninoffs Cellosonate ist gar nichts für Laienspieler. Sie trägt die Opusnummer 19, Rachmaninoff vollendete sie im November 1901 und publizierte sie bereits ein Jahr später. Die Uraufführung fand in Moskau im Dezember 1901 statt, Cellist war der Widmungsträger Anatoly Brandukov, am Klavier sass der Komponist selbst.

Die Sonate hat 4 Sätze: ein Lento-Allegro, ein Allegro scherzando, ein Andante und ein Allegro mosso. Das Werk dauert etwa 35 Minuten und stellt die Interpreten vor höchste Anforderungen.

Rachmaninoff hatte gerade eine schwierige Zeit überstanden. Seine erste Symphonie (1897) erwies sich als ein Misserfolg. Rachmaninoff begann eine auf Hypnose basierende Therapie, die erfolgreich war. Ein Resultat davon war diese Sonate. Ein Werk voller Leidenschaft, Dramatik und etwas verwandt mit dem, was man gern auch als «die dunkle Seite der Romantik» bezeichnet, die sich gern dem Dämonischen in der Kunst zuwandte. Heute sind wir überglücklich, im Besitz auch solcher Kunst zu sein.

Ich empfehle die beiden Sonaten in einer Aufnahme mit Jean-Guihen Queyras am Cello und Alexander Melnikov am Klavier, erschienen bei Harmonia mundi Arles im Jahr 2022.

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