„Wir wollen mehr sein als eine Verkaufsfläche“

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„Wir wollen mehr sein als eine Verkaufsfläche“

Von Journal21, 19.02.2019

Journal 21 hat einige besondere Buchhandlungen gebeten, sich vorzustellen. Heute tut dies die Buchhandlung Bödeli in Interlaken. Mitarbeiterinnen geben uns persönliche Lesetipps.

Das „Bödeli“, so nennen die Einheimischen der Jungfrau-Region die Dörfer zwischen dem Thuner- und Brienzersee. Der Name verrät bereits, dass wir die Buchhandlung Ihres Vertrauens im Ort sein möchten. Treffpunkt für Einheimische, hier findet man seinen Lesestoff und seine Geschenke oder tauscht sich bei einer Tasse Kaffee aus. Wir wollen mehr sein als eine Verkaufsfläche. Wir wollen ein Begegnungsort und eine Plattform für Kultur bieten. Dies setzt ein engagiertes Team und Freude an der Begegnung mit Menschen aller Art voraus – und das haben und sind wir.

Neben einem allgemeinen Buchsortiment mit Schwerpunkt Belletristik und Kinderbuch führen wir diverse Geschenkartikel. Viele dieser Produkte stammen von Künstlern aus der Region, seien dies Bücher aus Eigenverlagen, Kunstkarten, genähte Taschen oder Strickwaren. Da wir im Team mehrere Liebhaber der englischen Sprache haben, pflegen wir auch eine grosse und sorgfältige Auswahl an englischen Büchern. Landkarten, Kalender und weitere buchverwandte Produkte gibt es bei uns in der Buchhandlung Bödeli natürlich auch.

Der persönliche Kontakt zu unseren Kunden liegt uns sehr am Herzen. Sei es mit langjährigen Stammkunden (im Ladenlokal der Bödeli-Buchhandlung gab es nämlich schon diverse Buchhandlungen) oder mit der internationalen Kundschaft, die man an der Bahnhofstrasse in Interlaken antrifft. Wir versuchen, soweit wir können, alle Kundenwünsche zu erfüllen und bestellen Ihnen gerne neue wie auch vergriffene Titel oder machen Recherchen für Sie. 
Nachfragen lohnt sich immer.

  • Pia Thomann, Inhaberin, Geschäftsführerin, empfiehlt:

„Bel Veder“ von Mirko Beetschen

Pia Thomann
Pia Thomann

Ein Schauerroman, der im Herzen des Berner Oberlandes spielt. Doch dieses Buch ist mehr als ein Krimi mit Lokalkolorit. Es ist ein psychologisch vielschichtiger, atmosphärischer Roman mit Klassiker-Potenzial. Eleanor erfährt 1946 zusammen mit anderen möglichen Erben, dass ihr Grossonkel verstorben ist, und als vererbbares Objekt steht ein Grandhotel in den Schweizer Bergen zur Debatte. Bedingung um überhaupt als Erbe in Frage zu kommen, ist, dass die jeweiligen Nachfahren persönlich in besagtes Grandhotel zur Testamentsverlesung anreisen. So reist Eleanor zusammen mit Ihrer Zwillingsschwester von Baltimore aus in die Schweiz. Dort treffen die Schwestern auf entfernte Verwandte, die sich alle noch nie zuvor begegnet sind. Bald holen die Räume und das alte Gemäuer des Hotels die Protagonisten auf eine Ebene, in der es dem Leser schwerfällt zu unterscheiden, was Wahn und was Wirklichkeit ist.

Spannend, originell und gut geschrieben – gute Unterhaltung und Gänsehaut sind garantiert.

Mirko Beetschen: Bel Veder

  • Lea Malesevic, stv. Geschäftsführerin, empfiehlt:

„Factfulness“ von Hans Rosling

Lea Malesevic
Lea Malesevic

Kriege, Naturkatastrophen, Armut und Krankheiten. Es steht schlecht um unsere Welt – und es wird immer schlimmer. Ist das tatsächlich so? Dieses Buch führt dem Leser klar vor Augen, dass wir alle eine zu dramatische und zu negative Weltsicht haben, die nicht auf Fakten, sondern auf Ängsten und falschen Annahmen beruht. Die Realität sieht nämlich ganz anders – die Realität sieht viel besser – aus. Ohne Probleme der heutigen Zeit schönzureden, weist der Arzt und Ökonom Hans Rosling auf Fakten hin, welche unser verzerrtes Weltbild wieder richten sollen. Dazu erzählt er immer wieder Anekdoten aus seinem Leben als Arzt, als solcher ist er im Einsatz rund um die Welt. Als renommierter Ökonom trifft er die reichsten und mächtigsten Menschen dieser Erde und lässt seine Erzählungen über diese Treffen in sein Buch einfliessen. Diese persönlichen Eindrücke des Autors lockern das Sachbuch auf und machen die sonst eher trockenen Statistiken und Fakten einfacher zu fassen.

Ein Buch, das guttut und sicher für alle ein paar Augenöffner bereithält. Für Jung und Alt und alle, die auch gerne über den eigenen Tellerrand gucken.

Hans Rosling: Factfulness

  • Uli Födisch, Buchhändlerin, empfiehlt:

„Das rote Adressbuch“ von Sofia Lundberg

Uli Födisch
Uli Födisch

Hast du genug geliebt in deinem Leben? Als roter Faden dieser Geschichte dient das Adressbuch der Hauptfigur Doris, welche anhand der Adressen ihre eigene Geschichte Revue passieren lässt. So reist sie zurück in ihr bewegtes Leben, quer über Ozeane und Kontinente, vom mondänen Paris der Dreißssigerjahre nach New York und England – zurück nach Schweden und zu dem Mann, den sie einst verlor, aber nie vergessen konnte. Eine Hommage an die Liebe, das Leben und die Kraft der Erinnerung. Eine Geschichte, die unter die Haut geht und die man noch lange mit sich trägt. Tieftraurig und wunderschön.

Sofia Lundberg: Das rote Adressbuch

Buchhandlung Bödeli, Interlaken

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