Tücken der Komplexität

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Tücken der Komplexität

Von Stephan Wehowsky, 14.05.2020

Nicht nur in Deutschland nimmt die Zahl der Proteste gegen die Corona-Massnahmen zu. Gleichzeitig schiessen immer mehr Verschwörungstheorien ins Kraut.

Die abenteuerlichsten Varianten dieser Theorien sehen in Bill Gates einen Urheber des Virus. Über das, was er damit genau bezwecken will, gibt es verschiedene Auskünfte. Die einen meinen, er wolle für die Verbreitung eines Anti-Corona-Impfstoffs sorgen, der gleichzeitig die fabelhafte Eigenschaft hat, die Geimpften auch mental gefügig zu machen. Vielleicht geht es ihm auch um die Errichtung der Weltherrschaft, oder er verfolgt zusammen mit anderen Verschwörern das Ziel, das Bargeld abzuschaffen. Ganz genau weiss man das nicht, aber für die Verschwörungstheoretiker steht fest, dass Bill Gates in jedem Falle die finstersten Absichten verfolgt.

Antisemitismus

Im Zusammenhang mit Verschwörungstheorien fällt immer wieder der Name Rothschild, und insgesamt registrieren Beobachter mehr oder weniger antisemitische Tendenzen. In der Schweiz geistert ein gewisser Ivo Sasek herum, der sich in seinen Youtube-Botschaften auch auf die „Protokolle der Weisen von Zion“ beruft. Das haben schon die Nazis getan, und jeder, der sich dafür interessiert, kann wissen, dass es sich dabei um eine Fälschung handelt.

Verschwörungstheorien werden nicht nur von Gruppen verbreitet, die man zum sozialen Bodensatz unserer Gesellschaft rechnen kann oder die zu esoterischen Zirkeln gehören. Für grosse Irritation hat ein „Aufruf für die Kirche und für die Welt“ gesorgt, der vor ein paar Tagen von hochrangigen Geistlichen der Katholischen Kirche veröffentlicht wurde. Darin wird die Gefährlichkeit des Corona-Virus bezweifelt. Entsprechend seien die ergriffenen Massnahmen „unverhältnismässig“, und nur der „Vorwand zur Unterstützung undurchsichtiger Absichten übernationaler Organisationen und Gruppen“. Dahinter könne, so die Autoren, nur die Absicht stecken, alle Bürger ihrer Freiheit zu berauben. „Diese illiberalen Massnahmen sind der beunruhigende Auftakt zur Schaffung einer Weltregierung, die sich jeder Kontrolle entzieht.“ Der prominenteste Unterzeichner dieser Erklärung ist der ehemalige Chef der Glaubenskongregation, Gerhard Kardinal Müller.

Uralte Motive

Erstaunlich an diesen Verschwörungstheorien sind die Elemente, aus denen sie zusammengesetzt werden. Zum Teil sind es Motive, die seit bald 2000 Jahren durch die Geschichte geistern, in erster Linie der Antisemitismus. Damit ist der Generalverdacht verbunden, unter dem das „Kapital“ steht. Auch hier sind die antisemitischen Wurzeln unverkennbar, wie der Name Rothschild nur allzu deutlich macht. Und dann gibt es irgendwelche finsteren Mächte, die nach den Seelen der Menschen und nach der Weltherrschaft greifen. Auch diese Vorstellung ist alt, sogar älter als das Christentum. Aber das Christentum hat sie, zumindest in seiner konservativen Ausprägung, bis heute höchst lebendig erhalten.

Das erklärt aber noch nicht die Anfälligkeit von Teilen der modernen Gesellschaft für diese Theorien. Ganz einfachen und schlichten Gemütern kann man zwar etwas zuschreiben, was man früher als Volksaberglauben bezeichnet hat. Dazu kommen manipulative Methoden, die speziell in den sozialen Netzwerken, auf Youtube oder auf den jeweiligen Versammlungen eingesetzt werden. Eine extreme Form ist das „Lovebombing“. Der Einzelne wird derartig mit Liebesbotschaften überflutet, dass er denjenigen, die ihn manipulieren wollen, hilflos ausgeliefert ist.

Unseriöses Auftreten

Aber jenseits der schlichten Gemüter gibt es ebenfalls eine Anfälligkeit für Verschwörungstheorien. Man ist immer wieder erstaunt, welche Empfehlungen von ansonsten ganz vernünftigen Zeitgenossen kommen. Da gibt es immer mal wieder Hinweise auf Daniele Ganser mit seinen Vorlesungen oder Heiko Schrang mit seinen privaten TV-Sendungen. Wer dafür ein Sensorium hat, merkt sofort am ganzen Habitus dieser Leute, dass da etwas nicht stimmen kann. Denn sie sprechen ihr Publikum wie eine verschworene Gemeinschaft an, die viel besser als die normalen Zeitgenossen begriffen hat, wie unsere Welt von finsteren Mächten manipuliert und aus dem Hintergrund gesteuert wird.

Das Fatale daran: Es ist ja nicht alles falsch, was sie sagen. So gibt es zum Beispiel in Bezug auf die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch ernst zu nehmende Rechtsexperten, die die Frage nach der Verhältnismässigkeit stellen. Und natürlich kann man darüber streiten, wie aussagekräftig die Statistiken sind, wenn zum Beispiel nur die Zahl der Neuinfektionen genannt wird, ohne gleichzeitig die Zahl der Tests zu nennen, die in diesem Zusammenhang gemacht worden sind. In einschlägigen Kreisen gibt es darüber eine heftige Auseinandersetzung im Netz. Da geraten dann Experten für Statistik hart aneinander, und der Laie wird immer ratloser.

Allerdings zeigen diese Auseinandersetzungen auch, dass Politiker, ihre Berater und nicht zuletzt die Virologen zum Teil im Dunkeln tappen. Und sie haben für ihre Entscheidungen und Massnahmen nicht beliebig viel Zeit. Dadurch entstehen Fehler. Verschwörungstheoretiker wittern hinter diesen Fehlern reflexartig finstere Absichten und sehen sich wieder einmal bestätigt.

Schwierige Unterscheidungen

Für unvoreingenommene Beobachter kann es sehr schwierig werden, zwischen Theorien, die Widersprüche und Ungereimtheiten aufdecken, und Verschwörungstheorien zu unterscheiden. Immer wieder hat es Fälle gegeben, in denen etwas als Verschwörungstheorie abgetan wurde und sich zuletzt als absolut zutreffend erwies. Das bis heute prominenteste Beispiel dafür sind die Pentagon-Papers. Aber es gibt Indizien, die weiterhelfen.

So konstruieren Verschwörungstheoretiker immer Zusammenhänge, die sich zu plausiblen Erzählungen verdichten. Hinter allem steckt eine Absicht, nichts entsteht ohne definierbare Ursache. Dieses Ursache-Wirkungs-Schema ist völlig überholt. Die Systemtheorie in der Soziologie und die Chaostheorie in den Naturwissenschaften – durchaus auch auf gesellschaftliche Vorgänge anzuwenden – sprengen dieses Denkmuster.

Sehnsucht nach Sinn

Weil Verschwörungstheoretiker dazu neigen, dort definierbare Akteure zu vermuten, wo es keine gibt, greifen sie zum Teil zu uralten Konstrukten. Da gibt es die jüdische Verschwörung oder die „Weltregierung“ wie in dem Papier aus der katholischen Kirche. Verschwörungstheorien enthalten immer einen Überschuss an Erklärung. Sie bieten dort eine geschlossene Erzählung an, wo sich bestenfalls Vermutungen anstellen lassen.

Damit entsprechen sie einem tief verwurzelten Bedürfnis des Menschen. Denn der Mensch verträgt nichts schlechter als den Zufall, aus dem sich kein Sinn formen lässt. Auch im Unglück sucht er ein benennbares Gegenüber. Das ist ein starkes Motiv für den Glauben an den Teufel – eine der ältesten Verschwörungstheorien. Viel besser ist es natürlich, in grösster Not an einen Retter glauben zu könne. „Bei einem Schiffsuntergang gibt es keine Atheisten“, lautet ein Bonmot.

Verschwörungstheorien erfüllen den Wunsch nach Erklärungen, wo es zumindest vorerst keine Erklärungen gibt. Sie bieten Halt in der Haltlosigkeit.

Kommentare

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Schwierig, schwierig! Die Tücken der Komplexität. Ich habe auch schon zu Ansichten geneigt, die andere als „Verschwörungstheorie“ bezeichnen. Ich gehe dafür nicht auf die Strasse. Das habe ich in meinem schon länger dauernden Leben nur einmal gemacht: das war ein grosser friedlicher Protestzug gegen den Irakkrieg. Dieser hat allerdings trotzdem stattgefunden.
Bei Corona kann ich mir keine „Verschwörung“ vorstellen, ich betrachte das eher wie die Pest. Bloss haben wir heute, viele Jahrhunderte später, andere sanitäre Verhältnisse. Lichtjahre davon entfernt.
Die Einschränkungen haben Positives und viel Negatives.

Ockham‘ Razor. Immer noch aktuell. Aber - wie man hier wieder in vielen Kommentaren lesen kann - langweiliger und damit nicht so hipp wie das Gerede von „Mainstream“ und „Eliten“.

Der Vorwurf «Verschwörungstheoretiker» kann auch ein Totschlag Argument sein, auch im Zusammenhang mit Corona. «Verschwörungstheoretiker» ist oft ein Synonym für einen Spinner. Früher war «Kommunist» ein solches Scheinargument, um jemand zu diskreditieren. Wie Stephan Wehowsky zeigt, ergaben die Pentagon Paper die Daniel Ellsberg unter Lebensgefahr publik gemacht hatte, eine «Verschwörungstheorie» die sich im Nachhinein als Wahr herausstellte. Es wurde nachträglich dokumentiert, dass der Tonkin Zwischenfall von 1964 für den man Nordvietnam verantwortlich machte, eine False Flag Operation der USA war um Unterstützung um Kongress und in der Öffentlichkeit für die Ausweitung des Krieges in Vietnam zu erreichen. Auch die Brutkastenlüge von Kuwait fabriziert 1990 von einer US PR-Agentur, diente zu Rechtfertigung für eine Angriff auf den Irak. Das kann man heute sogar auf Wikipedia nachlesen.

Wichtig wäre auch wenn man heute die 3295 diplomierten Architekten und Ingenieure ernst nehmen würde, die seit Jahren eine Aufklärung der Terroranschläge vom 11. September 2001 verlangen. Diese Fachleute, aber auch Piloten, Physiker, Politiker, Feuerwehrleute und viele andere haben in der offiziellen Version der US-Regierung des Ablaufs von 9/11 zahlreiche Ungereimtheiten dokumentiert, die von den Mainstream Medien weitgehend ignoriert werden.

Auch Marc Chesney ein Wirtschaftswissenschaftler, dürfte man nicht einfach als 9/11 Verschwörungstheoretiker abtun. Chesney, ein Professor der Universität Zürich deckte im Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf, dass Investoren auf Grund ihres Vorwissens etwa dreissig Millionen Dollar verdient haben mit Put-Optionen.

Danke Herr Frei. Ich sehe das genauso, wie ich in meinem Kommentar erwähnt habe.

Ich habe laut lachen müssen als ich über die "Vernehmlassung" dieser Vatikaner gelesen habe. Sind doch Religionen die grössten Verschwörungserzählungen auf der Welt! Magische Rituale und Abwehrzaubereien... Dabei gibt es durchaus auch weltliche Versionen wie den Sport. Amen

Brillante Analyse, deren Lektüre mir nicht nur wirklich neue Erkenntnis gebracht, sondern auch noch grossen Spass gemacht hat. Danke! Irgendwie ist es angesichts all der paranoiden Ideen, die
aktuell wie ein Tsunami über uns hereinbrechen, echt beruhigend
von diesem Autor zu erfahren, dass das doch alles eigentlich immer schon so war, wenn die Unsicherheit nur zu gross und der Angstpegel zu hoch waren. Man nehme nur den Teufel als bewährtes Erklärungsmodell. Jetzt kann ich wenigstens beruhigt einschlafen. Es
gibt sie ja noch die Vernunft und den kühlen Kopf!

Wer Verschwörungstheorie sagt, sollte zur Strafe noch mal ganz von vorne im Internet Zeitalter mit dem Erlernen von Suchmaschinen und nicht nur google, dem Browsen mit vielen Tabs, dem ein-Klick-Übersetzer von Fremdsprachen und mit schnell-lesen-und-verstehen anfangen und dann mindestens 20 Jahre lang jeden Tag mindestens halbtags das ganze Bild der Realität recherchieren, bevor er andere seriöse Leute, die wie er sicher auch immer in gut Treu und Glauben handeln, mit diesem Begriff Verschwörungstheoretiker beleidigt und herabwürdigt. Als Einstieg in die ersten Recherchen empfehle ich New Thinking Allowed von Jeffrey Mishlove (und sein Buch The PK Man) https://newthinkingallowed.com/Listings.htm , die Biblioteca Pleyades https://www.bibliotecapleyades.net/esp_tema.htm und das Project Avalon Forum http://projectavalon.net/forum4/index.php Viel Spass beim Staunen.

Optimistisch nehme ich an, dass auch in 250 Jahren, um eine Zahl zu nennen, noch eine Menschheit existieren wird, eine Fortentwicklung unserer aufgeklärten Gesellschaft. Medizinisch-historisch wird man dann feststellen, dass die Kenntnisse zu Zeiten der Pest, der Spanischen Grippe, von COVID-19, bescheiden waren.

Bei den Virologen, die uns am TV täglich vorgesetzt werden, handelt es sich um Männer. Nun neigt ein Mann bekanntlich dazu, sich erstens zu überschätzen, und zweitens anzunehmen, dass sich zukünftig nie wieder so viel Wissen ansammeln wird, wie momentan in seinem Kopf.

Da sich nun herausstellt, dass die Diagnosen und Prognosen unserer „wissenschaftlichen“ Fachleute nicht wesentlich besser sind, als die der „religiösen“ Fachleute einst, ist es nicht verwunderlich, dass althergebrachte Erklärungsmuster sich zunehmender Beliebtheit erfreuen.

Mit der Säkularisierung haben wir es noch nicht weit gebracht. Je düsterer die Prognose, desto plausibler, je einschränkender die Massnahmen, desto beliebter der Politiker. Die Apokalypse scheint noch immer ersehnt zu werden.

"Modern" und "fortschrittlich" ist heute kein Markenzeichen mehr für Menschen, die einer kaputten Welt Lebenssinn abgewinnen wollen!
Im Übrigen bin ich lieber ein "Verschwörungstheoretiker" als ein Sozial-Abgreifer in einem *Agenten- und Komplizenstaat (*=AG&Co.Kurzform)
Wie weit auch die Schweiz solche AG&Co.- Strukturen hat, überlasse ich der geneigten Leserschaft.
Anhand meines Humorverständnisses möchte ich zum Schluss aufzeigen, wie ich das so meinen könnte: "Kennen Sie den neuesten Wahlslogan der FDP Schweiz? Weniger Staat - mehr Dividende."

"FDP Schweiz? Weniger Staat - mehr Dividende." Ja genau, Herr Meyer, und das ist keine Verschwörungstheorie, sondern bitterer Ernst.

"...übernationaler Organisationen und Gruppen.“ Naja, die röm.-kath. Kirche ist je selber eine solche übernationale Organisation ;-)

Das wirklich Schlimme ist allerdings der wieder vermehrt grassierende Antisemitismus, gerade auch in der oben erwähnten Kirche, nicht nur in gewissen einschlägig bekannten Parteien.

"Verschwörungstheorien erfüllen den Wunsch nach Erklärungen, wo es zumindest vorerst keine Erklärungen gibt. Sie bieten Halt in der Haltlosigkeit." Ein Satz, der viel an Richtigkeit hat. Vielleicht müsste man noch fragen, weshalb manche Menschen offiziellen Stellen, wie dem Staat, Politikern und Wissenschaftlern offensichtlich misstrauen und aus diesem Unglauben heraus, anderen Heilsversprechen aufsitzen? Dass es Scharlatane und Verschwörungstheoretiker gibt, und dies in immer grösserer Zahl, ist unbestritten. Sie nutzen die sozialen Medien und spielen mit der Angst und Unzufriedenheit vieler Menschen. Aber woher kommt es, dass mannigfaltigen Entscheidungsträgern nicht mehr geglaubt wird? Die digitalen Gefässe und mit ihnen die Flut an Mitteilungen erklären wohl nicht alles. Vielmehr müssen sich Staaten vorwerfen lassen, dass sie mit ihrem Tun, nicht zuletzt auch demjenigen der Geheimdienste, selbst dafür verantwortlich sind, dass Verschwörungstheorien ins Kraut schiessen. In vielen brisanten Ereignissen, etwa J.F. Kennedy-Mord, 9/11, RAF (Selbstmorde Stammheim) und viele mehr, waren die beteiligten Staaten nicht daran interessiert, dass die ganze und nichts als die Wahrheit zutage kam. Es kommt nicht von ungefähr, dass Entscheide der Eliten von vielen Menschen angezweifelt werden, weil sie glauben, dass Gesetze, Verordnungen und Massnahmen nicht im Interesse aller, also der Gemeinschaft, erfolgen würden. Darum wäre es von grosser Wichtigkeit, dass brisante Affären und Ereignisse von Staaten lückenlos aufgeklärt würden und die Öffentlichkeit darüber informiert würde. Es gibt zu viele staatliche Mauscheleien und Vertuschungen. Im Corona-Zeitalter müssten die Staaten alles Interesse daran haben, den Ursprung des COVID-19 Virus zu kennen. Wurde es durch Fledermäuse oder Flughunde übertragen oder entwich es einem Labor in Wuhan? Natürlich ist die chinesische Führung nicht daran interessiert, schuld am Ursprung des Virus zu sein. Oder viele Menschen würden gerne wissen, ob chinesische Märkte mit allen möglichen Wildtieren endlich geschlossen würden. Zugegebenermassen: Die Desinformation der staatlichen Stellen in der Schweiz beschränkte sich auf ein Minimum. Etwa bei den Masken, die für die Allgemeinheit kurzerhand für nicht nötig befunden wurden, weil es zu wenig gab. Die jahrzehntelange neoliberale Ideologie hat zur Verunsicherung vieler Menschen beigetragen. Zu oft standen nur die Interessen des globalen Geldadels zur Disposition und zu oft wurden Menschen ohne Lobby alleingelassen oder es wurde ihnen klargemacht, dass sie für ihr Leben selber verantwortlich seien. Viele Menschen fühlen sich von den Machteliten nicht vertreten und sogar verraten. Oftmals nachvollziehbar. Wer nicht in den Kanon einstimmt, alles widerspruchslos hinzunehmen, was der Staat zur Eindämmung des Corona-Virus verordnet, ist ein Querulant oder ein post-post-moderner Nestbeschmutzer. Es ist eben nicht nur so, dass Wissende eine weisse Weste haben und Verschwörungstheoretiker nur schwarz sehen. KenFM, der ja auch zu denselbigen gezählt wird, hat kürzlich in Stuttgart, anlässlich einer Demo, einiges Nichtgescheites von sich gegeben. Hingegen ist ein neues Video mit dem Titel "Friedliche Evolution" hörenswert. Jeder und jede kommt in der heutigen Informationsflut nicht umhin, Fragen zu stellen und sich mehr denn je Gedanken darüber zu machen, wer was zu welchem Zweck zum Besten gibt.

Ein sehr interessanter Artikel. Vielen Dank.

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