Obama wird zu Unrecht verunglimpft

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Obama wird zu Unrecht verunglimpft

Von Kurt R. Spillmann, 03.09.2014

"Der amerikanische Präsident will keine strategischen Dummheiten machen", sagt der Konfliktforscher Kurt R. Spillmann in einem Gespräch mit Journal 21.

In Syrien und im Irak baut der Islamische Staat (IS) sein mörderisches Kalifat auf. In der Ostukraine herrscht Krieg, und Putin fallen immer neue Provokationen ein. Und was tut Obama? Gegenüber dem IS hat er „keine Strategie“, wie er selbst sagt. Und gegenüber der Ukraine? Er wartet ab.

Journal 21: Kurt Spillmann, sind Sie von Obama enttäuscht?

Kurt Spillmann: Keineswegs! Er ist ein kluger Analytiker und zurückhaltender Oberkommandierender, der aus der Geschichte – sprich aus dem Desaster von Vietnam, dem Fiasko im Irak und den Enttäuschungen in Afghanistan – zu lernen versucht.

Also wird er heute zu Unrecht kritisiert?

Ja, Obama wird gegenwärtig zu Unrecht als schwach und unentschlossen verunglimpft. Aber er will „keine strategischen Dummheiten“ machen und in komplexen Verhältnissen nicht impulsiv, sondern überlegt handeln. Er hat zu Recht nicht in Syrien eingegriffen, denn er wollte weder auf sunnitischer noch auf schiitischer Seite Partei ergreifen. Er hat bisher auch im ostukrainischen Konflikt nur moralische Unterstützung für die Regierung in Kiew markiert. Er wollte nicht zu den Zuständen der Ost-West-Konfrontation zurückkehren, wie sie vor dem Ende des Kalten Krieges herrschten. Er will sich nicht von Putin manipulieren lassen, der in seinen staatskontrollierten Medien seit langem wieder ein „Feindbild Westen“ aufbaut, insbesondere – wie früher – ein „Feindbild USA“, um die Bevölkerung Russlands hinter sich zu scharen und umso ungenierter seine Diktatur ausbauen zu können.

Die neue EU-Aussenministerin Federica Mogherini hat die gravierende Kehrtwende auf den Punkt gebracht: „Russland ist kein strategischer Partner mehr“, gemeint: als partnerschaftliche Garantiemacht für eine europäische Friedensordnung, wie sie 1997 zwischen den Nato-Staaten und Russland (noch unter Jelzin) vereinbart wurde, hat sich Russland durch sein Vorgehen in Krim und Ostukraine selber herauskatapultiert. Statt zu kooperieren, will Putin zur altmodischen imperialen Russland-Politik zurückkehren.  

Obama hatte versprochen, Kriege zu beenden und keine neuen zu beginnen. Könnte das der Grund für seine Zurückhaltung sein?

Er war von Anfang an – damals noch Senator – ein Gegner des amerikanischen Angriffs im Irak. Er denkt strategisch, d.h. er überlegt sich nicht nur den Anfang, sondern auch ein mögliches Ende einer Intervention. Er weiss und sagt das auch, dass es viel leichter ist, in einen militärischen Konflikt hinein als wieder heraus zu kommen. Deshalb will er nur dort Truppen einsetzen, wo es zwingend nötig ist, weil es um die Sicherheit von Amerika und Amerikanern oder um vertragliche Verpflichtungen (wie in der Nato) geht.
 
Sprechen wir zuerst über den Islamischen Staat. Was könnte, was sollte denn Ihrer Meinung nach Obama tun?

Er tut bereits das Richtige: Er fordert eine alle Parteien umfassende Koalitionsregierung im Irak, die nicht nur eine Partei (Schiiten, wie unter Maliki, oder Sunniten, wie einst unter Saddam Hussein) vertritt, sondern im Namen aller drei grossen Bevölkerungsgruppen (Shiiten, Sunniten, Kurden) wie auch der kleineren wie Christen, Juden, Alawiten, Jesiden etc. zu reden und zu handeln vermag. Eine solche Regierung würde im Interesse aller Bürger und der Zivilgesellschaft der Terroristenorganisation IS entgegentreten und würde amerikanische Unterstützung verdienen und bekommen.
 
Rein militärisch gesehen: Können die USA, mit Verbündeten vielleicht, dem Islamischen Staat auf den Leib rücken?

Es kämpfen viele frustrierte Saddam-Anhänger in den Reihen des IS, auch viele erfahrene Terroristenkämpfer aus anderen Kriegen. Es wird also erhebliche militärische Anstrengungen brauchen, diese gut gerüstete, gut finanzierte, sehr modern kämpfende und ideologisch hoch motivierte Organisation niederzuringen.
 
Amerika will sich nicht in einen neuen Krieg ziehen lassen und beschränkt sich auf Luftschläge gegen die IS-Kämpfer. Kann man ohne Bodentruppen den Islamischen Staat bekämpfen?

Die Antwort ist ein klares Nein. Aber es können nicht ausschliesslich westliche Bodentruppen sein, die von aussen intervenieren. Es kämpfen zur Zeit die kurdischen Peshmerga und irakische Truppen. Diese letzteren sind aber schwach, da bisher viele Einheiten ziemlich rasch geflohen sind und ihr Kriegsgerät praktisch kampflos den IS-Kämpfern überlassen haben. Das würde sich erst ändern, wenn Irak eine Koalitionsregierung hätte und auch alle Truppen – von einem moderneren Staatsverständnis durchdrungen – gemeinsam gegen die Zerstörung ihres Staates und ihrer Gesellschaft kämpfen würden. Auch fehlt immer noch eine klare Bekundung der Bereitschaft von muslimischen Staaten, sich am Kampf gegen die mörderischen Horden des IS zu beteiligen.
 
Kann man fanatische Gotteskrieger überhaupt bekämpfen? Bin Laden ist tot, jetzt ist Abu Bakr al-Baghdadi da. Wenn der tot ist, kommt doch ein Neuer.

Fanatiker lassen nicht mit sich reden, weil sie überzeugt sind, unbedingt Recht zu haben. Jeder fanatische Führer hat im Kreis seiner Getreuen auch mögliche Nachfolger. Aber nicht alle Muslime sind Fanatiker, wie wir im schweizerischen Alltag erleben. Nur ist die Stimme der Gemässigten bisher wenig hörbar geworden, weil die Fanatiker sie sofort als „Ungläubige“ diffamieren und bedrohen.

Hinter diesem Konflikt zwischen Fanatikern und Gemässigten steht eine uralte inner-islamische Auseinandersetzung, die sich im arabischen Frühling wieder neu manifestiert hat: nämlich zwischen konservativen Schichten, ganz der Rückwendung zum islamischen Ur-Ideal einer Gesellschaft verpflichtet, wie sie zur Zeit des Propheten im 7. Jahrhundert existiert haben soll, und einer weniger doktrinär, also weltlicher denkenden Schicht, die den Anschluss an die moderne Welt der Wissenschaft, der Kommunikation, der Mobilität und der Güter sucht.

Diese Auseinandersetzung zwischen Fundamentalisten und Modernisten findet in der christlichen Welt seit dem 17. Jahrhundert bis heute statt, und noch immer kämpfen die Einsichten der Aufklärung – „Wahrheit gibt es nur in der Mehrzahl“ – um allgemeine Anerkennung. Also ist auch im Bereich des Islam nicht mit einer raschen Überwindung des Fundamentalismus und Radikalismus zu rechnen.
  
Italien hat der kurdischen Peschmerga Waffen geliefert und bereits Attentatsdrohungen erhalten. Ist es nicht eine Frage der Zeit, bis in Europa oder den USA die ersten IS-Bomben hochgehen?

Leider ist das möglich und zu befürchten, denn es ist in unseren im Laufe der Geschichte mühsam erreichten offenen Gesellschaften sehr leicht, durch ein Attentat viel zu zerstören. Und Terroristen erkennen ihre eigene Kraft bevorzugt in ihrer Zerstörungsmacht.
 
Obama wollte einst die gemässigten syrischen Oppositionellen nicht bewaffnen, weil er Angst hatte, die Waffen würden in islamistische Hände gelangen. Hätte er doch Waffen nach Syrien liefern sollen?

Nein: Obama hat sich richtigerweise zurückgehalten. Er wollte nicht Partei ergreifen in einem Bürgerkrieg.
 
Was ist schlimmer, die Cholera oder die Pest – der IS oder Asad? Vermutlich der IS. Faktisch stehen die USA jetzt auf der Seite von Asad.

Es wird sich zeigen, ob die USA nach allem bisher Vorgefallenen und auch von höchsten Amtsträgern gegen Asad Gesagten nochmals zu einer Zusammenarbeit mit Asad zurückfinden – im Interesse der gemeinsamen Abwehr des IS. Wenn ein Kompromiss mit Iran in der Atomfrage möglich werden sollte, könnte auch ein Kompromiss mit Asad möglich werden.
 
Sprechen wir von der Ukraine. Auch da zaudert Obama. Aber was kann er denn tun?

Obama kann den Ukraine-Konflikt ohne direktes Eingreifen nicht entscheidend beeinflussen. Aber er kann eine demokratisch gewählte und kompromissbereite ukrainische Regierung unterstützen und er will – darüber hinaus – Putin auch klar signalisieren, dass dessen illegales und verdecktes Vorgehen in der Ost-Ukraine in den baltischen Staaten, in denen ebenfalls grössere russische Bevölkerungsteile wohnen, nicht geduldet werden wird.

Das Signal dazu ist der Entscheid, in Estland 4000 Mann Bereitschaftstruppen der Nato dauern zu stationieren. Die jüngste Nachricht (vom 3.9.) von einer (allerdings unklaren) Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Poroschenko und Putin könnte bedeuten, dass auch Putin weiss, dass er die Konfrontation nicht auf die Spitze treiben kann, ohne einen Krieg gegen die Nato zu riskieren. Und einen solchen Krieg kann er nicht wollen, weil er damit sein Land (und die Welt!) ruinieren würde und Russland schliesslich unterliegen müsste.
 
Die EU wird jetzt wohl härtere Wirtschaftsmassnahmen gegen Russland beschliessen. Könnte das nicht zum Bumerang, zu weiteren russischen Provokationen in der Ostukraine führen.

Die bisherigen Wirtschaftsmassnahmen haben keine deutlichen sichtbaren Erfolge gebracht, wie das bei Wirtschaftsmassnahmen üblich ist. Sie wurden wohl mehr als Ausdruck des westlichen Willens zu gemeinsamem Handeln verstanden. Gleichzeitig wurden sie von Putin auch benützt, um dem eigenen Publikum in den Staatsmedien den Beweis für die Feindseligkeit „des Westens“ zu liefern. Ob er durch die westlichen Sanktionen statt zu weiteren Provokationen zu seiner momentanen Bereitschaft zu einem Waffenstillstand (Stand 3.9.) motiviert wurde, wird sich erst an der längerfristigen Entwicklung ablesen lassen.
 
Der deutsche Aussenminister Steinmeier befürchtet, Putin könnte von der Ostukraine auch einen Landkorridor zur Krim besetzen. Wie sehen Sie diese Gefahr?

Die Krim ist für Russlands militärische und wirtschaftliche Sicherheit von entscheidender Bedeutung, deshalb hat Putin auch so rasch gehandelt, als sich die Möglichkeit zu Annexion bot. Es ist einleuchtend, dass Russlands Zugang zum Atlantik (vom Schwarzen Meer über das Mittelmeer) auch über einen Landweg mit Russland verbunden sein sollte. Zur Zeit der Sowjetunion war die Ukraine praktisch ein Teil des sowjetischen Territoriums, und Zugangsprobleme von Russland auf die Krim waren nicht einmal vorstellbar. Heute ist das anders, und Putin könnte im Rahmen seiner Restaurationspolitik des sowjetischen Imperiums tatsächlich versuchen, die Landverbindung zur Krim militärisch herzustellen.

Glauben Sie Putin wäre zu einer militärischen Konfrontation mit dem Westen bereit?

Ich halte Putin immer noch für rational genug, dass er abschätzen kann und weiss, dass ein wirklicher Krieg mit den Mächten des Westens absolut verheerende Folgen haben würde, und zwar zuerst für ihn und sein Land. Deshalb gehe ich davon aus, dass die gegenwärtige Politik zwar geleitet ist von der Idee, das sowjetische Imperium wiederherzustellen, dass Putin aber doch weiss, dass er seine Provokationen nicht übertreiben darf. Er lotet gegenwärtig aus, wie weit er gehen kann, wieviel Profit er ziehen kann aus der allgemeinen Kriegsaversion der westlichen Regierungen und Völker.

Aber am Ende muss eine politische Lösung dieses Konfliktes stehen, die möglicherweise die Ukraine nach Art eines neutralen Staates verpflichtet, ausserhalb der westlichen wie auch östlicher Bündnissysteme zu bleiben, wirtschaftlich nach Osten wie nach Westen offen zu bleiben und letztlich als Brücke und nicht als Mauer oder Puffer zwischen zwei Blöcken zu dienen. Auf diesem Wege könnte sich auch die Ost-West-Beziehung, die zur Zeit stark strapaziert ist, wieder entspannen und sich wieder auf die in der Pariser Grundakte vom 27.Mai 1997 vereinbarte gemeinsame „Verpflichtung zum Bau eines stabilen, friedlichen und ungeteilten, geeinten und freien Europas zum Nutzen aller seiner Völker“ zurückbesinnen.

(Kurt R. Spillmann ist em. Professor für Sicherheitspolitik und Konfliktforschung an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich. Das Gespräch führte Heiner Hug)

Amerika hat nichts zu suchen in Ost Europa hat nichts zu suchen in der Balkan Länder Die machen überall Krieg für Geld und Macht ...

Beim allen Respekt, ich bin leider mit dieser Abschätzung der Situation nicht einverstanden.
Die Geschichte erzählt andere Geschichte - Vietnam, Chile, Panama, Afghanistan , Irak nur die wichtigste "Friedensmissionen" zu erwähnen.

" Er (Putin) lotet gegenwärtig aus, wie weit er gehen kann, wieviel Profit er ziehen kann aus der allgemeinen Kriegsaversion der westlichen Regierungen und Völker."

Kriegsaversion der westlichen Regierungen? Herr Spillmann, woher nehmen Sie das nur? Ich sehe und höre von den westlichen Regierungen und Medien nichts anderes als Kriegshetze und Agression gegen Russland. Nur schon was Herr Rasmussen in den letzten Wochen von sich gegeben hat, war nahe an der Grenze zur Hysterie und so unglaubwürdig wie die "Geschichten" der Kiewer Regierung. Es ist wirklich schlimm und jeder/jede hat das gehört und gelesen.
Wir können alle lesen und zuhören, wir können vergleichen welche Medien was schreiben und berichten und was davon bewiesen werden kann und wie stichhaltig und überzeugend argumentiert wird.
In einem haben Sie allerdings recht:
Die westlichen Völker (nicht die Regierungen!) haben tatsächlich eine ausgewachsene Aversion gegen einen neuen Krieg in Europa. Diesmal können die Leute erkennen wohin sie getrieben würden, falls dieser insenzierte Konflikt noch mehr eskalieren würde, was allerdings von Seiten der westlichen Regierungen nach Kräften vorangetrieben wird.
Was Europa dann blühen dürfte, glauben Sie mir, dass will keiner der Menschen die dann zum Kanonenfutter gemacht würden!

Diejenigen die jetzt Sanktionen verhängen und nach Natotruppen schreien und alle wie ein Rudel Hyänen Putin verteufeln und dabei vergessen das er ein Riesenvolk und das grösste Land der Erde vertritt und ausserdem eine Atommacht repräsentiert die starke Verbündete hat - diejenigen sollen sich alleine so wie sie da stehen mit Russland und seinem Präsidenten Putin anlegen.
Bitte, wer Krieg will, soll Krieg haben!
Aber die Bürger lasst bitte in Ruhe und auch die Steuergelder die euch diese Bürger gegeben haben, denn die sind nicht dafür gedacht für Waffen in inzenierten Stellvertreterkriegen ausgegeben zu werden!
Also sollen die, welche den Krieg haben wollen unbewaffnet alleine in den Krieg gegen was und wen auch immer ziehen, es wäre ein kurzer Krieg und keiner der nichts dafür könnte müsste dafür sterben.

Kein Bürger in Europa will eine weitere Eskalation dieses widerlichen Konfliktes - ausser die Politiker und die Kriegsindustrie.
Niemand in USA will eine weitere Eskalation dieses Konfliktes - ausser die Politiker und die Kriegsindustrie.
Auch die Russen wollen mit Sicherheit keine weiteren Eskalationen die in einen Krieg mit Europa münden.
Tatsächlich liest man im Westen immer häufiger deutliche Statements von Leuten die einfach nur nachvollziehen können, warum Russland sich gegen diese konzentrierte Agression aus den Westen wehren muss und das Putin nur tut was von seinem Volk von ihm erwartet wird. Wer würde schon weiterhin zuwarten bis die Nato ihm die Türe eintritt?
Verzeihung, aber man kann nicht mehr verharmlosen, oder ignorieren, schönreden was die EU in Verbindung mit der USA in den letzten Monaten aufzubauen versucht hat und es immer noch tut. Alle Menschen in Europa lesen, hören, sehen und sind fähig zu denken und sich ein Urteil darüber zu bilden, was sie wahrnehmen. Keiner dieser Bürger macht sich darüber Illusionen was ihm und seinen Nächsten so ein Krieg antun würde!

Hört damit auf den Einen zu verteufeln und die anderen mit einem Heiligenschein zu versehen! Wer immer Massnahmen schürt welche die Kriegsgefahr verschärfen ist schuldig - und keiner von denen wird jemals für die Folgen seines Tuns die Verantwortung übernehmen wollen und können.
(Ich bin kein Putin - Troll, ich will nur Frieden!)

Dieses Thema erübrigt sich, da Obama wenig bis nichts zu melden hat und wegen einer Anklage möglicherweise kurz vor einer Absetzung steht. Die beiden Parteien blockieren jegliche Politik.

Die wirklichen Strippenzieher der USA sitzen hinter der Wallstreet, City of London und Israel. RIAA, Komitee der 300, CFR, Club of Rome, dieverse Round Tables und Bilderberg usw.

@ Gast - 05.09.2014 14:40 OK: Belegt ist, dass seine erste Kampagnie am meisten Geld zur Verfügung hatte. Die Herkunft "Wallstreet" für einen netten Teil davon wird niemand bestreiten.
Leider sind Ihre weiteren Namen ein Sammelsurium von Organisationen, die schon gar nicht Geldsummen dieser Höhe zur Verfügung haben.

Oder andere Plausibilitätchecks:
- Israel: Wenn eine Clinton und ein Obama in den Primaries stehen: wer hat wohl mehr zu erwarten?
- Wie sollte die City of London den Mann kaufen, der die Profite nach NY lenkt. NYLON ist noch nicht EIN Schweinchen mit EINEM Schlitz.

Verschwörungstheorien sind schon gut, aber man darf das Drama nicht mit Kasperlifiguren besetzen. JA, US-Wahlen werden jeweils von einer Investorengruppe gewonnen, die sich von einem Kandidaten eine entsprechende Rendite versprechen (Investment theory of politics, Thomas Ferguson). Das passt hier gut auf WallStreet. Punkt.

Werner T. Meyer

Diese Gruppen müssen nicht unbedingt selbst viel Geld haben, es reicht, wenn ihre Mitgleider viel Geld verwalten. Sie können einen gemeinsamen Entschluss fassen und dann ihre Kräfte auf einen von ihnen gewünschten Punkt lenken.
Wenn 300 der Reichsten und Mächtigsten Menschen an einem Tisch sitzen, könnte zusammengerechnet durchaus 10-100 Billionen an Gesamtvermögen zusammensitzen.
Man denke nur an den Vermögensverwalter BlackRock Investments mit einem verwalteten Vermögen von 4,096 Billionen US-Dollar, und der Boss dieser Schattenbank stieg kürzlich bei der EZB ein, was nebenbei gesagt total Illegal ist.
Oder der Chef der Deutschen Bank, der zwar nur 1.6 Billionen verwaltet, dafür noch etwa 50 Billionen Derivate „besitzt“. Diese Männer kontrollieren ausserdem grosse Teile der Staatsschulden der USA.
Auch in der Schweiz gibt es zwei drei solcher Clubs, die bestimmen was läuft, die für mich wichtigste Konferenz ist die Rive-Reine-Konferenz.

Ich möchte Ihnen dringend den Vortrag von Dr. John Coleman nahelegen. Ein Insider, der bei MI6 arbeitete und in seinen Büchern heikle und oft geheime Dokumente veröffentlicht. Einer der für seine Bücher noch richtig vor Ort recherchiert und nicht bei Wikipedia abschreibt.
Coleman sagt, dass seit 1919 kein einziger Präsident und Aussenminister gewählt wurde, der nicht von diesem Komitee ausgewählt und intensive geprüft oder gar Langjährig auf die Aufgabe vorbereitet wurde.
Wenn Sie gut Englisch können, werden Sie vielleicht eine Version finden, die eine bessere Bild- und Tonqualität hat.

http://www.youtube.com/watch?v=Qkn3mvN0OZg

Ob Obama aus der Geschichte gelernt hat muss man bezweifeln. Wie fruehere Praesidenten auch, beschwoert Obama, auch mit verdeckten Operationen, eine Situation herauf welche im schlimmsten Fall zu einem Kriegseintritt fuehren koennte. Es war doch auch nicht alleine Praesident Johnson der aus dem nichts den Vietnamkrieg begann. Fruehere Praesidenten hatten die Weichen dazu gestellt. Auch der Irakkrieg waere ohne zutun von Reagan, Bush sen. und Clinton kaum geschehen.
Man darf sich nicht veraeppeln lassen wenn behauptet wird Obama hat sich in Syrien herausgehalten. Genauso wie bei der Theorie, man haette die gemaessigtere Opposition mehr unterstuetzen sollen. Denn die USA waren an den immensen Waffenlieferungen der Saudis beteiligt. Waffen die mit Sicherheit auch in die Haende von IS gelangten.

Ich finde den Artikel von Spilmann gut und klage die Leute an, die Obama und Putin schlecht finden, weil ich denke, dass sie eindeutig zuviel von Spitzenpolitikern erwarten (Heilserwartungen, das ist naiv).

Die Europa-Teilung in Jalta in die westliche Einflusszone
und in die sowjetische Einflusszone ist längst vergessen.
Die Grenze zwischen diesen 2 Blöcken verschiebt sich
ständig in Ost-Richtung. Trotzdem bezeichnen unsere
Nachrichtenmedien Russland als Aggressor. So lange
Russland die im Krieg schwer erkämpften Positionen an
die NATO und ihre Vorhut die EU verschenkt hat, war
Russland für den Westen der Freund und der strategische
Partner. Wenn jetzt Russland ein kleines Stückchen von
den großen bereits verschenkten Positionen zurück haben
möchte, dann wird aus Russland plötzlich der Feind. Darf
Russland gar keine eigene strategische Interessen haben?
Amerikaner sagen oft, dass Russland pleite war und deswegen
sich aus den Ostblockstaaten zurückgezogen hat. Die USA
und die EU haben heute viel größere Schulden als Russland
damals hatte, trotzdem sind sie nicht pleite. Jeder deutsche
Rentner sollte bei den homöopathischen Renten-Erhöhungen
wissen, zu welchen finanziellen Zahlungen die USA das immer
noch besetztes Land Deutschland zwingen.

Herr Spillmann, was halten Sie von den wiederholten Mahnbriefen der pensionierten CIA-Agenten und ex-Militärs ans Weisse Haus und an Frau Merkel, die der Obama-Regierung samt Beratern Inkompetenz und Kriegstreiberei vorwerfen ?

ein einseitiger artikel, der ebenso im mainstream erscheinen könnte. schade, da bin ich hochwertigeres, differenzierteres vom J21 gewöhnt.
gruß aus hamburg,
l.r.

dieser Obama, was über den schon alles behauptet wurde. Sogar dass er gar nicht Präsident sein dürfe, da er an einem anderen Datum und nicht auf US-Boden geboren sei. Dazu sei er noch nachweislich schwul und sogar ein Stricher gewesen, ein chronicher Kiffer und seine Mutter eine Nutte, mit Nacktfotos bewiesen und seine Frau gar eine Transe, ein umgebauter Transsexueller und die Kinder adoptiert. Schlimm diese Amis. Und ein einzelner Typ soll diese einzige Weltmacht alleine führen, hatten wir das nicht schon mal und ging auch nicht gut? Da lobe ich mir unsere 7 Bundeszwerge, da hat niemand zuviel Macht, alles schön auf die Lobbyisten aufgeteilt. So sollte es doch überall sein. Föderalistich direktsozialdemokratisch. Und ewige Neutralität und Menschenrechte toi toi toi.

Wie sagt es Kurt Spillmann oben so schön: "Fanatiker lassen nicht mit sich reden, weil sie überzeugt sind, unbedingt Recht zu haben." Er sagt dass zwar zum IS, aber das selbe gilt natürlich auch für die russischen Ultranationalisten und deren Freunde bei den Neunazibewegungen in der Schweiz und in ganz Europa, denn wie man inzwischen bei jeder Gelegenheit liest, müllen diese putinfreundlichen, rechtsextremen Russentrolle inzwischen jeden Artikel, sogar derart hervorragende Analysen der momentanen Weltlage, wie diesen von Herrn Spillmann, mit ihrer antiwestlichen Lügen- und Kriegspropaganda zu, weil sie im Neofaschisten Putin ihren neuen Führer zu erkennen glauben! Ein widerliches Pack!

Wer nachschauen will, wie massgebliche Geostrategen der USA über die Ukraine-Politik der USA denken wird in der laufenden Ausgabe von Foreign Affairs (Subtitel der Ausgabe "HOW THE WEST PROVOKED PUTIN") finden:
- John Mearsheimer macht das Eindringen der NATO mit der EU im Schlepptau in die Nachbarschaft Russlands für den Krieg verantwortlich.
- Mary Elise Sarotte schildert darnach die Geschichte der gebrochenen Versprechen an Gorbatschow, mit der NATO nicht weiter als MITTE vereinigtes Deutschland, geschweige denn an die Grenze Russlands vorzurücken.

Herr Spillmann, ihre Kollegen beim Imperium sehen das Problem bereits erstaunlich klar.

Zeit für den autonomen Nachvollzug in unserer ideologischen Provinz?

Werner T. Meyer
(Sorry 2. Versuch)

Die derzeitigen Strippenzieher, Hetzer und Kriegsgewinnler profitieren nur von konventionellen Kriegen, weshalb wir keine Angst vor einem nuklearen Schlagabtausch haben müssen. Selbstverständlich käme es zu einem Nuklearkrieg, wenn das für diesen nihilistischen Abschaum irgendwie profitabel wäre.

Zu meinem obenstehenden Kommentar muss ich ergänzen, dass er in keinerlei Zusammenhang zu anderen Kommentaren steht, da ich ihn eigentlich als Antwort zum (weiter unten zu findenden) Kommentar von Herrn Konrad Oppelt posten wollte, wo ich ihn dann erneut gepostet habe, allerdings ohne den letzten emotionalen Satz.

Zudem möchte ich betonen, dass mein Kommentar allgemein zu verstehen ist, da er sich nicht auf eine spezifische Kriegspartei bezieht!

Wer nachschauen will, wie massgebliche Geostrategen der USA über die Ukraine-Politik der USA denken wird in der laufenden Ausgabe von Foreign Affairs (Subtitel der Ausgabe "HOW THE WEST PROVOKED PUTIN") finden:
- John Mearsheimer macht das Eindringen der NATO mit der EU im Schlepptau in die Nachbarschaft Russlands für den Krieg verantwortlich.
- Mary Elise Sarotte schildert darnach die Geschichte der gebrochenen Versprechen an Gorbatschow, mit der NATO nicht weiter als MITTE vereinigtes Deutschland, geschweige denn an die Grenze Russlands vorzurücken.

Herr Spillmann, ihre Kollegen beim Imperium sehen das Problem bereits erstaunlich klar.

Zeit für den autonomen Nachvollzug in unserer ideologischen Provinz?

Werner T. Meyer

Gut dass im Netz, auch tiefere , klare und professionelle Analysen kommen! Danke J21, danke prof. Spillmann und Heiner Hug.

Danke, Kurt R. Spillmann,für Ihre Analyse der Vernunft. DiePutin-Trolle schiessen sich auch auf Sie ein, Chapeau. Alle Journal 21 Leser - auch die Putintrolle im tiefsten Inneren - wissen ,dass Putin ein reaktionärer Verlierer ist.

Der Artikel ist massiv verzerrend und tendenziös (einseitig) geschrieben! Wieso baut den bitte Putin das „Feindbild Westen“ auf? Wettern nicht ebenso bzw. vielmehr die deutschprachigen sogenannten „Leitmedien“ mit reißerischen Überschriften wie „Stoppt Putin jetzt“, „Putin führt Krieg, wann handelt der Westen?“, wobei Putin als alleiniger Schuldiger hingestellt wird? Und ob Putin oder vielmehr die NATO imperial auftritt sei ebenso dahingestellt (siehe NATO-Osterweiterung auf z.B. Wikipedia)

Obama selbst hat seit Amtsantritt weder irgendeinen Krieg beendet (schon gar nicht den im Irak), noch eine andere Hinterlassenschaft seines Vorgängers (Guantanamo). Seine Zurückhaltung aktuell im Irak ist halb Planlosigkeit, halb „Vorsicht“. Die Forderung einer irakischen Koalitionsregierung kommt reichlich spät und ist wahrlich keine grandiose neue Denkleistung! Und wenn Obama nicht in den syrischen Bürgerkrieg eingreifen will, warum greift es dann in den ukrainischen ein (die Interessenlage ist hier klar eine andere)? Putin ist sicherlich nicht der einzige der „verdeckt und illegal vorgeht“ (Stichwort amerikanische private „Sicherheitsdienste“ auf Seiten der ukrainischen Armee, verdeckte finanzielle Unterstützung etc).

Putin will sicherlich keinen Krieg „vor der eigenen Haustür“, ebensowenig einen instabilen Krisenherd, erst recht nicht die NATO oder irgendwelche Raketenabwehrschirme (die wollen die USA auf Kuba sicherlich auch nicht). Jede verschärfte Sanktionspolitik mündet in Gegenreaktionen, die Russland und die Europäischen Länder treffen werden (nicht die Amerikaner, die sie vehement fordern). Das ist Kriegstreiberei! Jede kriegerische Eskalation gegen Russland mündet in einem Atomkrieg, niemand kann so dumm sein und das wollen (der zumindest im betroffenen Gebiet und angrenzend wohnt, z.B. in Europa). Putin weiß das natürlich, hoffentlich wissen das die westlichen „Aggressoren“ auch. Es muß ernsthaft und offen und ehrlich umgegangen und MITEINANDER GEREDET werden!

Die derzeitigen Strippenzieher, Hetzer und Kriegsgewinnler profitieren nur von konventionellen Kriegen, weshalb wir keine Angst vor einem nuklearen Schlagabtausch haben müssen.

Das Gefährliche an einem Atomschlag ist, wenn eine Kriegspartei nichts mehr zu verlieren hat. Das könnte bei einem Krieg NATO-Russland und dessen Partner (China, Iran, Indien, Mongolei, Kirgistgan usw) durchaus geschehen.
Nebenbei es gibt noch andere Waffen, die ähnliche schreckliche Auswirkungen haben.

Das Interview geht nicht auf die Revolution vom Februar 2014 in Kiew unter Beteilugung von Viktoria Newland (US assistant secretary of state) ein. Diese löste ja erst den Sezessionskrieg im Osten aus. Das ergibt eine sehr unvollständige Wertung der Poltitik von Präsident Obama. Hug hätte Spillmann auch zum Komplex Nato-Osterweiterungpläne bis an die Grenzen Russlands befragen müssen, DER STRATEGISCHEN FEHLLEISTUNG OBAMAS: nichts zu lernen aus dem Georgien-Abenteuer Bushs.

Werner T. Meyer

Haben Sie schon einmal mitbekommen, daß die Ammis in der Ukraine stehen und nicht die Russen in Kanada?! Nun die Frage:
Wer provoziert wen?

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