Damals am 14. August

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Damals am 14. August

Von Journal21, 14.08.2019

Kolumbus entdeckt Amerika - Geburt von Georges Haldas - Japan kapituliert - Indien und Pakistan werden unabhängig - Tod von Bertold Brecht - Tod von Elias Canetti - Brückeneinsturz in Genua

Herausgegriffen

14. August 2018: In Genua stürzt die grösste und wichtigste Brücke der Stadt, die Morandi-Brücke, ein. 43 Menschen sterben. Die 1’182 Meter lange Autobahnbrücke (auch Polcevera-Vidadukt genannt) war vom italienischen Brückenpionier Riccardo Morandi gebaut und 1967 fertiggestellt worden. Seit Jahren befand sich die Brücke in einem schlechten Zustand. Das von drei 90 Meter hohen Pylonen getragene Bauwerk verband auf 40 Meter über Boden die Stadtteile Sampierdarena und Cornigliano. Hier begann die A 10, die von Genua nach Nizza führt. Wenige Tage vor dem Einsturz warnten Ingenieure vor einer Katastrophe. Am 28. Juni 2019 werden die Reste der Brücke gesprengt. (Foto: Keystone/AP)
14. August 2018: In Genua stürzt die grösste und wichtigste Brücke der Stadt, die Morandi-Brücke, ein. 43 Menschen sterben. Die 1’182 Meter lange Autobahnbrücke (auch Polcevera-Vidadukt genannt) war vom italienischen Brückenpionier Riccardo Morandi gebaut und 1967 fertiggestellt worden. Seit Jahren befand sich die Brücke in einem schlechten Zustand. Das von drei 90 Meter hohen Pylonen getragene Bauwerk verband auf 40 Meter über Boden die Stadtteile Sampierdarena und Cornigliano. Hier begann die A 10, die von Genua nach Nizza führt. Wenige Tage vor dem Einsturz warnten Ingenieure vor einer Katastrophe. Am 28. Juni 2019 werden die Reste der Brücke gesprengt. (Foto: Keystone/AP)

Es geschah an einem 14. August

1502: Christoph Kolumbus betritt erstmals amerikanisches Festland. Auf seiner vierten Reise geht er in Honduras an Land.

1688: Geburt von Friedrich Wilhelm von Preussen, der „Soldatenkönig“, Markgraf von Brandenburg und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches.

1847: Geburt von Robert Comtesse, Schweizer Bundesrat von 1900 bis 1912 (FDP/NE). Bei der Schaffung der Schweizerischen Nationalbank spielt Comtesse als Finanzminister eine entscheidende Rolle. Die stark gestiegenen Militärausgaben belasten die Bundesfinanzen schwer. Mit seinen Sparvorschlägen kann er sich nicht durchsetzen. Das Budget-Defizit vergrössert sich von Jahr zu Jahr. Das Parlament und ein Teil der Presse werfen ihm eine konzeptlose Finanzpolitik vor. Er spricht sich offen gegen die deutsche Expansionspolitik aus und ist ein Anhänger des Völkerbundes.

1867: Geburt von John Galsworthy, britischer Nobelpreisträger für Literatur, Preisverleihung 1932 („The Forsyte Saga“ 1906–1921).

1892: Cholera-Epidemie in Hamburg: 8’000 Menschen sterben.

1894: Das erste Papiertaschentuch: Unter der Nummer 81094 wird für die Göppinger Papierfabrik Gottlob Klum das erste „Taschentuch aus Papier“ patentiert. Es soll „nach einmaligem Gebrauch zerstört, verbrannt oder sonstwie unschädlich gemacht werden“.

1912: Geburt von Erwin Strittmatter, DDR-Schrifsteller (u. a. „Tinko“ 1954 „Ole Bienkopp“ 1963, „Der Laden“ 1983, 1987, 1992).

1917: China erklärt Deutschland den Krieg.

1917: Geburt von Georges Haldas

Der Genfer Schriftsteller war einer der produktivsten Schweizer Autoren und verfasste über hundert Chroniken, Essays, Gedichtbände und Übersetzungen. Haldas war der Sohn eines Griechen und einer Westschweizerin. Bis zu seinem 9. Lebensjahr wohnte er auf Kefalonia. An der Universität Genf studierte er Literatur, war Hauslehrer und Journalist beim „Journal de Genève“. In Genf wohnte er am Boulevard des Philosophes. So heisst auch seine Chronik, die er 1966 veröffentlichte und die ihn im französischsprachigen Raum berühmt machte. Haldas war ein begeisterter Fussballfan. Davon zeugt die 1981 erschienene „Légende du football“. Viele seiner Texte schrieb er in Genfer Bistrots. Einige davon beschreibt er in der „Légende des cafés“ (1976). Haldas wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Grossen Preis der Stadt Genf“ 1971, dem Preis der „Schweizerischen Schillerstiftung“ 1971 und 1977, dem „Grand prix C. F. Ramuz“ 1985 und dem „Prix Édouard-Rod“ 2004. Mehrere seiner Texte sind auch auf Deutsch erschienen. Haldas starb am 24. Oktober 2010. Das Bild zeigt ihn im März 1999 in seiner Wohnung am Boulevard des Philosophes. (Foto: Keystone/Philippe Krauer)
Der Genfer Schriftsteller war einer der produktivsten Schweizer Autoren und verfasste über hundert Chroniken, Essays, Gedichtbände und Übersetzungen. Haldas war der Sohn eines Griechen und einer Westschweizerin. Bis zu seinem 9. Lebensjahr wohnte er auf Kefalonia. An der Universität Genf studierte er Literatur, war Hauslehrer und Journalist beim „Journal de Genève“. In Genf wohnte er am Boulevard des Philosophes. So heisst auch seine Chronik, die er 1966 veröffentlichte und die ihn im französischsprachigen Raum berühmt machte. Haldas war ein begeisterter Fussballfan. Davon zeugt die 1981 erschienene „Légende du football“. Viele seiner Texte schrieb er in Genfer Bistrots. Einige davon beschreibt er in der „Légende des cafés“ (1976). Haldas wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Grossen Preis der Stadt Genf“ 1971, dem Preis der „Schweizerischen Schillerstiftung“ 1971 und 1977, dem „Grand prix C. F. Ramuz“ 1985 und dem „Prix Édouard-Rod“ 2004. Mehrere seiner Texte sind auch auf Deutsch erschienen. Haldas starb am 24. Oktober 2010. Das Bild zeigt ihn im März 1999 in seiner Wohnung am Boulevard des Philosophes. (Foto: Keystone/Philippe Krauer)

1921: Geburt von Giorgio Strehler, italienischer Theaterregisseur.

1926: Geburt von René Goscinny, französischer Comicautor („Asterix“ 1959–1977, „Lucky Luke“ 1955–1977).

1933: Geburt von Richard Robert Ernst, Schweizer Chemiker, Nobelpreisträger für Chemie 1991 „für seine Beiträge zur Entwicklung der hochauflösenden Kernresonanzspektroskopie, einer Methode zur Analyse von Molekülstrukturen“. 

1945: Der japanische Kaiser Hirohito gibt die bedingungslose Kapitulation Japans bekannt und fordert ein sofortiges Ende der japanischen Kampfhandlungen. Damit geht der Zweite Weltkrieg, die grösste militärische Auseinandersetzung in der Geschichte der Menschheit, zu Ende.

1945: Geburt von Wim Wenders, deutscher Regisseur (u. a. „Texas“ 1984, „Der Himmel über Berlin“ 1987, „Buena Vista Social Club“ 1999).

1947: Britisch-Indien wird geteilt: Indien und Pakistan werden um null Uhr unabhängige Staaten. Zuvor hatte das britische Parlament den entsprechenden Indian Independence Act verabschiedet. Die Teilung von Britisch-Indien erfolgt trotz des Widerstandes von Nehru und Gandhi. 

1949: Wahl zum ersten Deutschen Bundestag. Die CDU/CSU wird stärkste Partei.

1954: Geburt von Christian Gross, Fussballtrainer.

1956: In Ost-Berlin stirbt Berthold Brecht, deutscher Schriftsteller (u. a. „Baal“ 1918, „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ 1927–1929, „Die Dreigroschenoper“ 1928, „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ 1929, „Leben des Galilei“ 1938/39, „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ 1940, „Der kaukasische Kreidekreis“ 1944).

1960: Geburt von Sarah Brightman, britische Sopranistin „Cats“ 1981, „Das Phantom der Oper“ 1986, „Time To Say Goodbye“ 1996.

1963: Geburt von Emmanuelle Béart, französische Schauspielerin („Manons Rache“ 1986, „Ein Herz im Winter“ 1992, „Mission: Impossible“ 1996, „8 Frauen“ 2001).

1966: Geburt von Halle Berry, amerikanische Schauspielerin (u. a. „Monster’s Ball“ 2002, „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“ 2002), Oscar-Preisträgerin. 

 

1988: In Modena stirbt im Alter von 90 Jahren Enzo Ferrari, italienischer Rennfahrer, Unternehmer und Gründer des Rennwagenherstellers „Ferrari“. 

1994: Tod von Elias Canetti

Der im bulgarischen Russe als Sohn einer wohlhabenden sephardisch-jüdischen Kaufmannsfamilie geborene Schriftsteller wurde 1981 mit dem Literatur-Nobelpreis geehrt. Canetti lebte lange in Zürich-Hottingen und ist auf dem Friedhof Zürich-Fluntern begraben. Seine bekanntesten Werke sind: „Die Blendung“ (1936), „Die Stimmen von Marrakesch“ (1968), „Der Ohrenzeuge“ (1974), „Die Fackel im Ohr“ (1980, 1982).
Der im bulgarischen Russe als Sohn einer wohlhabenden sephardisch-jüdischen Kaufmannsfamilie geborene Schriftsteller wurde 1981 mit dem Literatur-Nobelpreis geehrt. Canetti lebte lange in Zürich-Hottingen und ist auf dem Friedhof Zürich-Fluntern begraben. Seine bekanntesten Werke sind: „Die Blendung“ (1936), „Die Stimmen von Marrakesch“ (1968), „Der Ohrenzeuge“ (1974), „Die Fackel im Ohr“ (1980, 1982).

1994: Der Terrorist Carlos wird im Sudan verhaftet und nach Frankreich ausgeliefert.

1998: Tod von Hans-Joachim Kulenkampff, Fernseh-Entertainer, Quiz-Master (u. a. „Einer wird gewinnen“ EWG 1964–1987).

2003: Tod von Helmut Rahn, deutscher Fussballspieler. Er schiesst das 3:2 im WM-Final in Bern gegen Ungarn („Das Wunder von Bern“). 

2004: Tod von Czesław Miłosz, polnisch-amerikanischer Nobelpreisträger für Literatur, Preisverleihung 1980.

2011: Der Detailhändler Coop nimmt 95 Produkte aus dem Sortiment. Die Hersteller hatten sich geweigert, Währungsgewinne an die Konsumenten weiterzugeben.

2012: In Amiens nördlich von Paris kommt es zu schweren Jugendunruhen.

2013: In Ägypten ruft Übergangspräsident Adli Mansur den Notstand aus. Vize-Präsident El Baradei reicht seinen Rücktritt ein. Zuvor hatte das Militär die Protestcamps der Mursi-Anhänger gewaltsam geräumt. Bei Zusammenstössen kommen nachweislich 817, wahrscheinlich aber über tausend Menschen ums Leben.

2014: Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki wird von seiner eigenen Dawa-Partei gestürzt. 

2018: In Genua stürzt die Morandi-Brücke, die grösste Brücke der Stadt, ein. 43 Menschen sterben.

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