Flavio Bolsonaro, der Verlierer der brasilianischen Präsidentschaftswahl vom vergangenen Sonntag, ist am Dienstag per Flugzeug in die USA geflohen. Das amerikanische Aussenministerium erklärte, es werde Bolsonaro und seiner Familie Einreisegenehmigungen erteilen. Flavio Bolsonaro hat sich mit seiner Flucht einer Anordnung des Obersten brasilianischen Gerichts widersetzt, seinen Pass abzugeben, weil gegen ihn eine Untersuchung wegen Geldwäsche und Korruption läuft. Im Bild: Bolsonaro am Sonntag in Brasilia nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Präsidentschaftswahl.
US-Präsident Trump hat im Zusammenhang mit Flavio Bolsonaros Flucht erklärt, er sei mit dessen Einreise in Amerika einverstanden. Die Bolsonaros seien gute Leute. Der jüngere Bruder von Flavio Bolsonaro, Eduardo, lebt bereit seit einiger Zeit in den USA und unterhält engere Kontakte zur Trump-Regierung. Trump hatte vor der Wahl in Brasilien klar zu erkennen gegeben, dass er es begrüssen würde, wenn Flavio Bolsonaro neuer Präsident würde. Der am Sonntag zum vierten Mal als Präsident gewählte Lula da Silva hatte Trump Einmischung in den brasilianischen Wahlkampf vorgeworfen.
Der Vater von Flavio Bolsonaro, der frühere Präsident Jair Bolsonaro, sitzt in Brasilien in Hausarrest. Er ist zu einer 27-jährigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er 2022 nach der verlorenen Wiederwahl gegen Lula in Brasilien einen Sturm von Anhängern auf das Parlaments- und andere Regierungsgebäude orchestriert hatte. Auch Jair Bolsonaro war nach der verlorenen Wahl von 2022 nach den USA ausgereist, dann aber wieder nach Brasilien zurückgekehrt, wo ihm der Prozess wegen des versuchten Aufstandes in Brasilia gemacht wurde.