Eine Mehrheit der Israeli stimmt gegen die Koalition der Regierung Netanjahu. Seine Likud-Partei hat zwar zugelegt und ist als stärkste Einzelpartei aus den Parlamentswahlen am Dienstag hervorgegangen. Doch der «Netanjahu-Block» verfügt über keine Regierungsmehrheit. Keiner der beiden grossen Blöcke, weder der Netanjahu-Block und der Eisenkot-Block, geht laut ersten Prognosen als Sieger hervor. Punkten kann der Rechtsextremist Itamar Ben-Gvir.
Der Eizenkot-Block des oppositionellen Gadi Eizenkot kommt laut den ersten Prognosen auf 53 Sitze, der Netanjahu-Block auf 50. Die Knesset, das israelische Parlament, zählt 120 Sitze. Um regieren zu können braucht ein Block 60 +1 Sitz. Stark zugelegt haben die arabischen Parteien. Ohne ihre Unterstützung wird keiner der beiden Blöcke regieren können.
Israel stehen – wie schon im Vorfeld der Wahlen befürchtet – langwierige Verhandlungen über die Bildung einer neuen Regierung bevor.
Es waren die ersten Wahlen seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023. Dominiert wurden die Wahlen von strikten Sicherheitsvorkehrungen. Netanjahu warnte Iran, Israel nicht auf die Probe zu stellen und die Wahlen nicht mit Gewalt zu stören. Auch radikale Palästinenser stellen am Wahlgang laut israelischen Sicherheitskräften ein Sicherheitsrisiko dar.
Laut Medienberichten standen am Dienstag rund 20’000 Polizeikräfte bereit, um für die Sicherheit zu sorgen. Der Leiter des Zentralen Wahlausschusses, Verfassungsrichter Noam Sohlberg, zeigt sich mit den Vorbereitungen zufrieden.