Erneuter Huthi-Angriff am Sonntag auf das Passagierterminal 4 des King Khalid International Airport in der saudischen Hauptstadt Riad. Am Samstag hatte die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz bei einem Angriff auf den Flughafen zwölf Menschen getötet und 300 teils schwer verletzt. Ein Airbus A321-200 der saudischen Fluggesellschaft Saudia wurde zerstört. Der Flughafenbetrieb wurde eingestellt.
Am Sonntag veröffentlichten die Huthi eine Drohung, in der sie Reisende, Fluggesellschaften und Handelsunternehmen aufforderten, sämtliche saudischen Flughäfen und den saudischen Luftraum zu meiden. Ausgenommen seien die islamischen heiligen Städte Mekka und Medina. Die Huthi betonten, dass der gesamte saudische Luftraum zum Operationsgebiet ihrer Streitkräfte gehöre.
Der Angriff am Sonntag, der mit einer Marschflugrakete und einem «nicht identifizierten Flugobjekt» durchgeführt wurde, war bereits die vierte Attacke auf den Flughafen in Riad. Der Angriff löste einen Brand aus.
Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman gerät zunehmend in Erklärungsnot. Die Drohnen- und Raketenangriffe der Huthi haben der saudischen Bevölkerung das Gefühl der Sicherheit genommen. Offensichtlich wird, dass die saudische Flugabwehr grosse Schwächen aufweist. Die Huthi feuern Raketen aus einer Entfernung von rund 800 Kilometern ab, die zu häufig ihre Ziele erreichen. Riad bittet seit Langem um zusätzliche amerikanische Abwehrraketen, doch Trump lehnte die Gesuche zweimal ab. Die USA sehen sich aufgrund der Kämpfe mit dem Iran mit einem eigenen Mangel an Abfangraketen konfrontiert.
Diese Woche sollte in Riad der «World Petroleum Congress» stattfinden. Doch es ist fraglich, ob die Vorstandsvorsitzenden von Shell, ExxonMobil, BP und TotalEnergies das Risiko eingehen und daran teilnehmen.
Die Huthi-Angriffe erfolgten, nachdem Saudi-Arabien Hunderte Luftangriffe auf von den von Huthi kontrollierte Gebiete im Jemen geflogen hatte. Diese Angriffe erfolgten im Rahmen einer Gegenoffensive der jemenitischen Regierungstruppen, die darauf abzielt, die Huthi aus einer strategisch wichtigen Meerenge am Roten Meer, dem Bab al-Mandab, zurückzudrängen. Nach Angaben der Huthi starben bei den saudischen Angriffen 91 Menschen.
Im vergangenen Monat war Saudi-Arabien gezwungen, seine wichtige Ost-West-Pipeline vorübergehend stillzulegen, nachdem eine Drohne die 1200 Kilometer lange Pipeline des Ölkonzerns Saudi Aramco angegriffen hatte. Dies hat die weltweiten Ölpreise in die Höhe getrieben und die Märkte verunsichert.