Nicolas Maduro hinter Gittern in einem Gefängnis in New York. Der in den frühen Morgenstunden des Samstags von amerikanischen Interventionstruppen in Caracas entführte venezolanische Präsident ist am späten Abend des gleichen Tages in ein Bundesgefängnis im Stadtteil Brooklyn von New York eingeliefert worden. Er soll am Montag einem Gericht vorgeführt werden, wo die gegen ihn erhobenen Anklagen wegen Drogenkriminalität und anderer Delikte offiziell bekanntgemacht werden.
Laut einem Bericht in der «New York Times» reagierte eine vor dem Gefängnis wartende Menschenmenge mit Applaus, als ein Polizeibeamter mitteilte, der entführte Präsident befinde sich jetzt im Gefängnis, und es wurden venezolanische Fahnen geschwenkt. Ebenfalls in New York und in anderen amerikanischen Städten wie Washington und Chicago ist es aber auch zu Protestdemonstrationen gegen die Militärintervention in Venezuela gekommen.
Maduro war nach seiner Festnahme durch ein militärisches Spezialkommando zunächst per Helikopter auf ein US-Kriegsschiff vor der Küste Venezuelas gebracht und dann mit einem Flugzeug nach New York geflogen worden. Laut verschiedenen Berichten hatte es noch im Dezember Verhandlungen zwischen der Administration Trump und Maduro über einen freiwilligen Rücktritt des venezolanischen Präsidenten und dessen Ausreise ins Exil gegeben. Als mögliches Exilland wurde die Türkei genannt. Maduro soll indessen solche Vorschläge abgelehnt haben, worauf Trump die Entscheidung für die offenkundig minutiös vorbereitete Militärintervention fällte. (Siehe den Bericht über den Ablauf der Operation.)