Mit einer Unterwasser-Sprengung zerstört die rumänische Navy bei Izvoarele Felsen im Flussbett der Donau, um beim derzeit aussergewöhnlichen Tiefstand der Donau den Wasserzufluss zum Kernkraftwerk Cernavoda zu verbessern. Die Pegelstände der Donau sind so tief wie noch nie seit Messbeginn, und sie sind weiter am Sinken.
Sollte die Sprengung nicht die erhoffte Wirkung bringen, müsste auch der zweite Block des Kernkraftwerks vom Netz gehen, nachdem der erste bereits letzte Woche heruntergefahren wurde.
In Ungarn werden am Kernkraftwerk Paks südlich von Budapest alle vier Reaktorblöcke schrittweise abgeschaltet, weil Kühlwasser aus der Donau fehlt. Ministerpräsident Péter Magyar kündigte an, dass es zu Engpässen kommen könne und rief auch Privathaushalte zu Sparmassnahmen auf. Am Montag gingen 2’000 Megawatt vom Netz. Im Lauf der Woche wird das einzige Kernkraftwerk Ungarns, das bei Normalbetrieb 40 Prozent des Stroms liefert, gänzlich ausgefallen sein. Gleichzeitig steigt der Verbrauch wegen der Hitze.
Auch in Serbien gibt es wegen des niedrigen Donau-Pegelstandes Probleme mit der Energieversorgung. Hier ist ein wichtiges Wasserkraftwerk nur noch zu 20 Prozent in Betrieb. Der serbische Ministerpräsident Djuro Macut forderte die Bevölkerung auf, den Einsatz von Geräten mit hohem Stromverbrauch einzuschränken.
Die Schifffahrt auf der Donau ist stark eingeschränkt. Flusskreuzfahrten werden abgebrochen oder abgesagt. Auch in Bulgarien schrumpft die schiffbare Fläche der Donau. Dort mussten 186 Passagiere und 52 Besatzungsmitglieder die «Viking Ullur» verlassen, nachdem das Kreuzfahrtschiff rund 25 Kilometer vor der Stadt Widin auf Grund gelaufen war. Als Ursache nannte das Innenministerium in Sofia schlechte Sicht und den niedrigen Wasserstand. Auch ein zweites Schiff, das die Passagiere aufnehmen sollte, kam nicht bis zur Unglücksstelle durch.
Der Gütertransport funktioniert nur noch in reduzierter Form. Schiffe mit einem Fassungsvermögen von 2’000 Tonnen können derzeit nur 300 bis 500 Tonnen laden, teilte das Wasserstrassen- und Schifffahrtsamt Donau MDK mit. Die übrige Fracht muss in Häfen zwischengelagert werden.