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Mekka

Eine «islamische Nato»?

Mekka
(Foto: Keystone/Saudi Press Agency/Xinhua/Luo Chen)

Die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan rücken näher zusammen. Im saudischen Mekka unterzeichnen am Freitag der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der saudische Kronprinz Molhammed bin Salman und der pakistanische Premierminister Muhammad Shehbaz Sharif einen Verteidigungspakt. Beobachter sprechen von einer «islamischen Nato». Doch noch ist vieles unklar. Für Israel ist der Pakt keine gute Nachricht.

Das Mekka-Abkommen sieht vor, dass ein Angriff auf eines der drei Länder als «Angriff auf alle» betrachtet wird. Artikel 5 des Nato-Vertrags besagt, dass ein bewaffneter Angriff auf ein oder mehrere Bündnismitglieder als ein Angriff gegen alle angesehen wird. Im Ernstfall – dem sogenannten Bündnisfall – leistet jedes Mitglied dem Angegriffenen Beistand, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt.

Analysten erwarten, dass jetzt die Türkei, Saudi-Arabien und die Pakistan im Sicherheitsbereich enger zusammenarbeiten werden. Doch sie bezweifeln, ob dieser Beistandspakt in der Praxis dazu führen wird, dass einer der drei angegriffenen Staaten militärische Hilfe der zwei anderen erhält.

Erdoğan hofft, dass das Mekka-Abkommen der Türkei erlaubt, ihre Position im Nahen Osten weiter auszubauen. Die Türkei spricht sogar davon, Truppen in den Südlibanon zu schicken, direkt an die israelische Grenze. 

Anderseits wäre türkische Hilfe in Saudi-Arabien willkommen. Die Saudis werden zur Zeit nicht nur von Iran, sondern auch von den Huthi bedroht. Für Pakistan, das auf finanzielle saudischen Unterstützung hofft, bedeutet das Abkommen vor allem eine internationale Aufwertung. Andererseits können die Türkei und Saudi-Arabien vom militärischen Know-how Pakistans profitieren. 

Trump und Israel hatten gehofft, dass das mächtige Saudi-Arabien im Rahmen der Abraham-Abkommen sich dem jüdischen Staat annähern könnte – so wie, es die Vereinigten Arabischem Emirate, Bahrein, Marokko und Sudan getan haben. Die USA arbeiteten auf ein Friedensabkommen zwischen Israel und Saudi-Arabien hin. Ein solches scheint nun mit dem Abschluss des Mekka-Abkommens in weite Ferne gerückt zu sein. 

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