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Sizilien

Ein Städtchen stürzt ab

Niscemi
Niscemi (Keystone/ AP/LaPresse/Stefano Gattordo)

Niscemi hat 25’000 Einwohner und liegt im südlichen Sizilien nahe von Caltagirone. Schwere Regenfälle führten zu einem riesigen Erdrutsch. Mehrere Häuser stürzten ins Tal. Immer wieder kommt es zu neuen Abbrüchen. 15’000 Personen wurden evakuiert. Die Behörden erwarten weiteres Unheil. 

In einer Distanz von 150 Metern zur Abbruchkante sind alle Häuser evakuiert worden. Das Gebiet wurde zur «roten Zone» erklärt. Zahlreiche Strassen sind gesperrt. Häuser, die direkt am Abgrund stehen, werden wohl nicht lange standhalten. Drohnen führen regelmässig Messungen durch. Am Samstag stürzte erneut ein dreistöckiges Wohnhaus ab.

Beschleunigt wird der Abbruch durch starke Regenfälle, die den ohnehin porösen Untergrund unterspülen. Es ist damit zu rechnen, dass die rote Zone bis ins Stadtzentrum ausgedehnt werden muss. Trotzdem sollen heute Montag 323 Kinder wieder zur Schule gehen. 

Bereits vor 29 Jahren war es in Niscemi zu einem ähnlichen Erdrutsch gekommen. Am Nachmittag des 12. Oktober 1997 wurden die südlichen Stadtteile Canalicchio, Sante Croci und Pirillo nahezu vollständig zerstört. Viele fragen sich heute, weshalb denn auf diesem brüchigen Untergrund weiter gebaut wurde. Die Behörden stehen nun vor der Aufgabe, die Evakuierten – mehr als die Hälfte aller Bewohner und Bewohnerinnen – an anderen Orten unterzubringen.

Inzwischen hatte auch Ministerpräsidentin Giorgia Meloni dem Städtchen einen Besuch abgestattet und versprochen, die in Mitleidenschaft geratenen Menschen würden von Rom finanziell entschädigt. Das, allerdings, erklären Einwohner, sei auch nach früheren Erdrutschen versprochen worden, ohne dass je Geld floss.

1693, beim grossen Erdbeben auf Sizilien, wurde Niscemi fast vollständig zerstört. Danach wurde der Ort am gleichen Ort wieder aufgebaut.

Niscemi
Niscemi (Keystone/ AP/LaPresse/Stefano Gattordo)

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